Wildtiere

Warum es nicht süß ist, wenn Eisbären Hunde ‘streicheln’

© SvenBender/TangoFilm

Habt ihr auch das aktuelle Internetvideo von dem Eisbären, der einen Hund ‘streichelt’, gelikt oder geteilt? Dieses Like wollt ihr wahrscheinlich am liebsten zurücknehmen. Denn an der gleichen Stelle wurde ein Hund von einem Bären getötet und gegessen.

Man sieht in dem Video einen Hund, der im Mile 5 Dog Sanctuary in Churchill, Manitoba, am Boden angekettet ist. Weil sie angekettet sind – und das in einem Land mit Eisbären –, haben diese Hunde keinerlei Chance, Raubtieren zu entkommen.

Nur wenige Tage, nachdem das Video online ging, sagte ein Sprecher von Manitoba Sustainable Development im Interview mit CBC News, einige Bären hätten aus der Gegend entfernt werden müssen. Die Eisbären – darunter ein Muttertier und ihre drei Jungen – hatten einen der Hunde getötet.

Der Grundstückseigentümer zwingt seine Hunde, Schlitten zu ziehen. Er sagte, zu dem Zeitpunkt, als sein Hund getötet wurde, hätten sich neun Bären auf seinem Grundstück befunden. Doch das Ganze war kein Unfall: Der Eigentümer füttert die Bären, was diese natürlich immer wieder zurückkehren lässt. Seinen Angaben zufolge hatte er in der Nacht, in der sein Hund gegessen wurde, keine Nahrung für die Bären bereitgestellt.

Eisbären zu füttern, ist in vielen Fällen illegal und könnte einen Verstoß gegen den Endangered Species and Ecosystem Act von Manitoba darstellen. Der MSD-Sprecher gab in einem Statement an, würden die Eisbären weiterhin gefüttert bzw. angelockt, würde dies zu „weiteren rechtlichen Schritten führen“.

Indem das Mile 5 Dog Sanctuary den Eisbären ihr Essen bereitstellte, ließ es die Tiere Menschen und Hunde mit Nahrung verknüpfen. Wildtiere zu füttern und mit ihnen zu interagieren, bringt das Leben aller in Gefahr: Es bringt Wildtiere dazu, in bewohnte Gebiete vorzudringen und erhöht damit die Chance, dass die Tiere angreifen oder vom Menschen getötet werden, wenn dieser sie als Gefahr ansieht.

Die vorherrschenden Bedingungen im Mile 5 Dog Sanctuary schockieren seit Jahren Anwohner und Touristen gleichermaßen. Der Besitzer selbst gibt an, schon aus allen erdenklichen Gründen angeklagt worden zu sein, was seine Hundehaltung anbelangt. Er hält duzende Hunde angekettet im Freien, ohne jeglichen Schutz vor Kälte und Wind. Die Angriffe von Bären – und Berichten zufolge auch Wölfen – tragen nur noch zum Leid der Hunde bei.

Hundeschlittenanbieter halten ihre Hunde meist angekettet im Freien, wenn die Tiere gerade nicht arbeiten. Dort sind sie Temperaturen unter Null ausgesetzt und niemand kümmert sich um sie. Das alleine ist Tierquälerei genug. Doch schutzlose Hunde hungrigen Bären zu überlassen, die auf der Suche nach einer leicht zu erbeutenden Mahlzeit sind, ist einfach schrecklich.

 

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PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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