Jagd Wildtiere

Diese 6 Welpen einer Wölfin sollen GETÖTET werden, weil Vater ein Hund sein könnte!

ein Wolf oder Wolfsmischlinge in freier Wildbahn
© Vera Kuttelvaserova / Dollar Photo Club

Das Thüringer Umweltministerium teilte Mitte Oktober mit, dass eine Wölfin auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf angeblich sechs Wolfsmischlinge aufzieht. Diese Hybrid-Welpen sind laut Angaben der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) Nachkommen der Wölfin und eines Haushundes.

Aus Artenschutzgründen, also um eine weitere Vermischung der Gene von Wolf und Hund zu vermeiden, will das Umweltministerium die etwa fünf Monate alten Welpen töten lassen. Wir von PETA haben das thüringische Umweltministerium sowie das Sozialministerium nun aufgefordert, von der Tötung der Tiere abzusehen und stattdessen eine tierfreundliche Lösung auf den Weg zu bringen.

Sterilisation statt Tötung

Offenbar wird bisher nur aufgrund von Fotos der Jungtiere davon ausgegangen, dass der Vater ein Hund ist. Diese Methode ist sehr fehleranfällig und muss unbedingt durch Laboranalysen überprüft werden.

Falls Untersuchungen tatsächlich zweifelsfrei belegen, dass der Vater der Tiere ein Hund ist, besteht für die Tötung der Tiere trotzdem kein Grund. Die Jungtiere können vor Eintritt der Geschlechtsreife kurzzeitig eingefangen, sterilisiert und wieder freigelassen werden. Mit dieser Maßnahme wäre eine Fortpflanzung der Tiere dauerhaft unterbunden und die Wildtiere könnten trotzdem in Freiheit leben. Die Geschlechtsreife und das Abwandern der Wölfe setzen in der Regel um den 22. Lebensmonat ein – also nicht vor Ende 2018.

Es gibt kein minderwertiges Leben

Es kann nicht sein, dass die Verantwortlichen einfach die Wolfsmischlinge beseitigen wollen, als sei ihr Leben minderwertig. Laut Tierschutzgesetz ist es verboten, ein Tier ohne vernünftigen Grund zu töten. Daher könnte eine Tötung der Tiere auch einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz darstellen. Eine Sterilisation der Tiere verursacht zwar mehr Aufwand und Kosten, aber da es hier um fühlende Lebewesen geht, ist dies selbstverständlich gerechtfertigt.

Fall weckt Erinnerungen an den Zoo Magdeburg

Im Zoo Magdeburg wurden 2008 drei Tigerbabys eingeschläfert, weil sie nicht „reinrassig“ waren. Die Zoo-Verantwortlichen wurden nach einer Strafanzeige von PETA rechtskräftig dafür verurteilt. Vor diesem Hintergrund warnen wir die Verantwortlichen ausdrücklich vor der strafrechtlichen Relevanz einer etwaigen Tötung der Thüringer Welpen.

Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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