Neuseeland baut Spielplätze für Keas statt sie abzuschießen
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Neuseeland baut Spielplätze für Keas statt sie abzuschießen

Kea Neuseeland
© Pablo Heimplatz / Unsplash

Keas zählen zu den intelligentesten Vögel überhaupt. Forscher gehen davon aus, dass ihre Intelligenz ungefähr der von Menschenaffen entspricht. Kein Wunder also, dass den Blitzmerkern schnell langweilig wird. In Neuseeland gab es deshalb schon häufiger Ärger, weil Keas Verkehrszeichen „umdekorierten“ oder Touristen beklauten. In diesem Video ist etwa zu sehen, wie sie Verkehrshütchen hin und her schieben.

Was erst einmal lustig aussieht und den Tieren offenbar Spaß macht, kann natürlich in manchen Fällen zum Problem werden: Zum Beispiel, wenn die Verkehrszeichen eine gefährliche Stelle abgrenzen sollten. Was also tun?

Die Lösung

Oh nein, Abschuss? Das befürchteten wir auch. Keas stehen zwar unter Artenschutz, aber seien wir mal ehrlich: Wenn dem Menschen ein Tier in die Quere kommt, findet er leider oft Mittel und Wege, um das „Problem“ zu beseitigen. Weit gefehlt! In Neuseeland geht man so einen Zwiespalt offenbar mit der nötigen Coolness an. Das Land baut für die Vögel einfach Spielplätze, auf denen sie sich austoben können.

In den sogenannten Road Side Gyms sollen die Keas zum Hirnjogging animiert und vom Schabernack abgehalten werden. Auf der Südinsel gibt es schon drei Vogelspielplätze. Darauf finden sich zum Beispiel Leitern, Schaukeln oder auch ein Klettergerüst. Forscher beobachten das lustige Treiben durch angebrachte Kameras und hoffen so, die Keas bald besser zu verstehen. Die Hoffnung hinter dem Projekt ist einfach: Die Keas sollen von besonders gefährdeten Bereichen, z.B. Straßen, weggelockt werden und sich durch die Auslastung auf dem Spielplatz seltener an menschlichem Eigentum zu schaffen machen.

Mensch vs. Tier

Die neuseeländischen Vogelspielplätze sind ein wunderbares Beispiel für alternative Herangehensweisen im Umgang mit Wildtieren. Viel zu häufig wird sofort die Tötung von Tieren gefordert, wenn diese in Konflikt mit dem Menschen geraten – seien es Tauben in Städten oder auch die Nachkömmlinge ausgesetzter Wildtiere wie Schlangen. Gerade bei letzteren müssen wir Menschen für unsere Fehler geradestehen und dürfen nicht Tiere durch grausame Tötungsmethoden darunter leiden lassen. Im Fall von Wildtieren müssen wir Möglichkeiten finden, Tiere – trotz der großen Eingriffe durch den Menschen – in Frieden leben zu lassen. Neuseeland zeigt mit diesem tollen Schritt, dass das sogar mit einer gehörigen Portion Spaß geht.

 

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Über den Autor

Nadja Kutscher

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