Skrupellos: Kapuzineraffe für 500 € im Internet bestellt
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Skrupellos: Kapuzineraffe für 500 € im Internet bestellt

Kapuzineraffe

Kapuzineraffe im Internet bestellt

In Tauberbischofsheim hat eine Frau versucht, ein kleines Kapuzineräffchen im Internet zu kaufen. 500 € sollte sie für das exotische Haustier zahlen, damit dieses direkt zu ihr nach Hause geliefert wird.

Nachdem die Frau das Geld überwiesen hatte, kam der Kapuzineraffe jedoch nie an.

Leider ist es aber an der Tagesordnung, dass tatsächlich Kapuzineraffen und andere exotische Tiere über das Internet bestellt und geliefert werden. Einen Affen mit einem „Klick“ im Internet wie Schuhe oder Kleidung zu erwerben ist abartig! Die Herkunft dieser sensiblen Exoten ist häufig ungeklärt. Keiner weiß, woher die Tiere wirklich stammen. Häufig handelt es sich bei exotischen Tieren, um Wildfänge, bei denen die Jungtiere, qualvoll von ihrer Mutter getrennt werden. Manche, der im Internet angebotenen Tiere, stammen aus Zuchtanlagen, in denen die Jungtiere auf Bestellung direkt von ihren Affenmüttern weggenommen werden, um sie zu vermenschlichen und als Säuglingsersatz zu verkaufen. In der Privathaltung angekommen, leiden die Tiere unter den Haltungsbedingungen, denn sie sind an ein Leben in der Natur angepasst, nicht im Wohnzimmer. Oft werden sie wie Kinder angezogen, müssen am Tisch essen oder Windeln tragen. Primaten, die ein Leben in Sozialverbänden gewohnt sind und sich als hoch soziale und sehr intelligente Tiere zeigen, entwickeln häufig schwer aggressive Verhaltensweisen oder sterben früh.

Viele Stars heizen das Geschäft mit den besonders exotischen Tieren zudem noch weiter an, indem sie sich selbst mit ihnen schmücken.

 Leider ist das Internet voll mit Angeboten, von etlichen exotischen Wildtieren. Der Handel mit Affen, Stinktieren, Erdmännchen, Füchsen und sogar Raubtieren floriert. Denn…

…in Deutschland gibt es noch immer kein Verbot zur Haltung von exotischen Wildtieren in Privathand. 

Das bedeutet jeder Mensch kann sich ein Wildtier mit allerhöchsten Ansprüchen an Lebensraum, die soziale Struktur und Platz, einfach auf diversen Internetportalen oder Plattformen kaufen. In der Privathaltung angekommen, leiden die Tiere besonders in den Händen unerfahrener Halter.

Ein Mensch kann niemals die arteigene Sozialstruktur oder die Familienverbände ersetzen.

Einige Tiere erkranken durch diverse Haltungsfehler schwer und vegetieren in den Wohnzimmern vor sich hin. Manche sterben verfrüht oder werden von ihren überforderten „Haltern“ in Tierheimen oder Auffangstationen abgegeben, die häufig auch schon völlig überfüllt sind.

Nur 8 von 16 Bundesländern haben bisher als ersten Schritt kleinere Regelungen zur Haltung von Gefahrtieren in Privathand verabschiedet.

Es wird Zeit, dass ein Verbot der Haltung von exotischen Wildtieren in Privathand durchgesetzt wird.

Was DU tun kannst:

  • Finger weg von exotischen Wildtieren, die Dir zum Kauf angeboten werden. Du kannst ihnen niemals ein geeignetes Zuhause bieten!
  • Kaufe niemals ein Tier, ob in der Zoohandlung, im Internet oder vom Züchter. Wenn Du bereit bist, einen tierischen Mitbewohner aufzunehmen, besuche ein Tierheim und lasse dich dort beraten.
  • Unterzeichne unsere Petition und fordere die Bundesregierung auf, ein bundesweites Verbot von exotischen Wildtieren in Privathaltung einzuführen!

 

Über den Autor

Jana

Fachreferentin für den Bereich Tierische Mitbewohner bei PETA Deutschland.

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