Ernährung Verschiedenes

Woran erkennen wir, dass Fische fühlen und denken?

Fische, Meer, Meerestier, fish, Eagle Ray, sea, ocean
© iStock/ifish

Kaninchenfische wechseln sich darin ab, Wache zu halten, damit ihre Freunde unbesorgt essen können. Der Gelbe Grunzerfisch reibt seine Zähne lautstark aneinander wenn er Angst hat oder Schmerz spürt. Goldfische haben ein musikalisches Ohr und können zwischen Bach and Stravinsky unterscheiden. Kannst du das auch?

© iStock/genesisgraphics
© iStock/genesisgraphics

Diese Beobachtungen und viele weitere zeigen, dass Fische fühlende und denkende Lebewesen sind, dass sie Freude und Schmerz spüren, intelligent und sich ihrer selbst bewusst sind, ein Gedächtnis haben. Darum geht es in dem neuen, großartigen Buch des Ethologen und Autors Jonathan Balcombe: What a Fish Knows: The Inner Lives of Our Underwater Cousins.

Die Welt der Fische

“Dank bahnbrechender Ergebnisse in der Ethologie, Sozialbiologie, Neurobiologie und Ökologie verstehen wir nun besser, wie die Welt für Fische aussieht” sagte Balcombe in einem Interview. Er erzählt zum Beispiel von Rifffischen, die individuelle Taucher erkennen und angeschwommen kommen, um gestreichelt zu werden (wie Hunde). Einige Knochenfische finden nachts ihren Weg dank dünner Sinneshärchen an ihren Schuppen, mit denen sie Druckveränderungen wahrnehmen. Fische, die über elektrische Signale kommunizieren, verändern die Frequenz, wenn sie sich anderen Fischen mit derselben Frequenz nähern, um einander nicht zu stören.

© iStock/DmitrySkalev
© iStock/DmitrySkalev

Planen und Handeln

In Ozeanen, Flüssen und Seen schwimmen zahlreiche Fische, jeder mit seinen individuellen Kenntnissen und Besonderheiten. Der Zahnlippfisch zum Beispiel bläst Wasser auf eine mit Sand bedeckte Muschel, um sie auszugraben. Anschließend transportiert er sie zu einem Stein, um die Schale zu zertrümmern und die Muschel zu verspeisen.

Unser Verhältnis zu Fischen ist verbesserungsbedürftig

Trotz all unserem Wissen über die Empfindsamkeit von Fischen, weist Balcombe darauf hin, dass wir jedes Jahr teils mehr als 2000 Milliarden Fische töten.

“Und die Art wie sie sterben, insbesondere in der kommerziellen Fischerei, ist wirklich grauenvoll. Es muss sich viel verändern, damit wir ein besseres Verhältnis zu Fischen entwickeln“, sagt Balcombe.

Was jeder tun kann

Wir können mithelfen, indem wir  “Fischen verboten” – Schilder an unsere Haustüre hängen, gegen Angelwettbewerbe protestieren, unsere Politiker auffordern, Gesetze zum Schutz von Wildtieren zu verschärfen und natürlich niemals Fische kaufen oder essen. Und wir können unser Umfeld immer wieder daran erinnern, dass alle fühlenden Lebewesen  unseren Respekt verdienen.

“Wenn ein Tier fühlen kann …heißt das für mich, dass es moralischen Schutz genießen dürfen sollte“, sagt Balcombe. “Und das ist der ethische Grundpfeiler.“

 

Über den Autor

Tanja

Tanja hat in Deutschland und Frankreich Zoologie und Meeresbiologie studiert und sich in ihrem Studium und in ihrer Freizeit viel mit Fischen beschäftigt. Getreu dem Motto: Fische sind Freunde, kein Essen - setzt sie sich seit Jahren dafür ein, dass Fische in Ruhe gelassen werden und nicht mehr auf unseren Tellern landen.

Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen