Verschiedenes

Wir stellen Aktivisten vor: Katrin aus Leonberg

„Sei Du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ – Mahatma Gandhi

Was oder wo wären wir ohne die zahlreichen und engagierten PETA Aktivisten? Wir sind froh und dankbar, so tolle Unterstützer für die Rechte der Tiere zu haben, die mit gutem Beispiel voran gehen und andere Menschen über Missstände und Tierleid aufklären. Deshalb wollen wir sie und ihre Ansichten sowie ihre Beweggründe vorstellen. Heute für euch: Katrin aus Leonberg.

1. Wann warst du zum ersten Mal für Tierrechte aktiv?
Ich war schon immer ein sehr empathischer Mensch mit einem ausgeprägten Unrechtsbewusstsein. Eingesperrte Tiere, für welchen Zweck auch immer, machten und machen mich traurig und wütend.

Als Kind wollte ich wie jedes Kind natürlich Tiere haben, am liebsten einen Bernhardiner. Ich habe leider keines bekommen, wir hatten ja unsere „Schlachthasen“ zum Streicheln. Im Alter von zehn Jahren konnte ich mir doch ein Meerschweinchen erbetteln. So glücklich wie ich war endlich ein Tier zu haben, dass ich hegen und pflegen konnte, wusste ich jedoch auch, dass es nicht richtig ist, dieses allein zu halten. Fortan versuchte ich meine Eltern von einem Artgenossen zu überzeugen, leider ohne Erfolg. Nach dem Tod meines Meerschweinchens habe ich einen Sittich in Einzelhaft geschenkt bekommen, auch hier konnte ich einen Partner nicht durchsetzen. Erst nach meinem Auszug konnte ich ihn vergesellschaften. Seitdem versuche ich meinen Tieren größtmögliche Freiheit und ein bestmögliches Leben in Gefangenschaft zu gewährleisten. Als ich 2004 nach Stuttgart kam, begann ich in Tierheimen beim Gassi gehen zu helfen und Tiere aus Privathaushalten und teilweise schrecklichen Verhältnissen zu holen um sie in ein besseres Leben weiterzuvermitteln. 2005 erfüllte ich mir dann meinen Wunsch nach einem Hund, einen Staffordshire Terrier Mischling, welcher damals einen Sterbeplatz gesucht hat. 2011 wurde ich zur Veganerin und wollte beginnen die Welt zu verändern und aktiv zu werden. Nach kurzer Recherche erfuhr ich, dass das PETA Büro praktischerweise gerade mal zwei Orte weiter ist. Das war der Anfang meiner Tierrechtsarbeit, die mittlerweile jeden Tag meines Lebens bestimmt.

2. Hast du einen oder mehrere tierische Mitbewohner?
Aktuell habe ich einen Hund und drei Hamster. Diese sind natürlich alle aus Tierheimen und privaten Pflegestellen adoptiert. Ich nehme nur sehr alte und kranke Tiere oder Tiere, die einen Sterbeplatz suchen, bei mir auf. Wichtig ist mir bei der Tierhaltung, dass meine Tiere mehr Platz haben als sie „sollen“. Zudem sind die Türen der Gehege nie verschlossen und alle Tiere können selbst entscheiden, wo sie in ihrem leider begrenzten Lebensraum sein möchten. Trotz verschiedener, nicht eingesperrter, Tierarten ist unser Zusammenleben immer sehr harmonisch. Das Züchten von Tieren sowie permanente Käfighaltung lehne ich ab.

3. Gab es einen bestimmten Anlass, der dich deinen Lebensstil ändern ließ?
Anlässe, sein Leben zu ändern, gibt es eigentlich täglich. Bei mir sind es eigentlich immer pure Zufälle, die mich zum Umdenken bringen. Wenn mir jemand einen Denkanstoß gibt, dann informiere ich mich darüber. Da braucht es keine „bösen“ Bilder. Mir reichen die Fakten und wenn es logisch ist, dann ändere ich es. Zur Veganerin machte mich eine Stichelei einer Kollegin über „nur Vegetarier“. Heute bin ich Ihr für diese Stichelei sehr dankbar. Mittlerweile ist mein Leben fast täglich eine Veränderung. Ich bin immer wieder erschrocken, wie viel ich noch immer nicht weiß, obwohl ich mich tagtäglich mit dem Thema Tierrechte und vegane Lebensweise beschäftige. Das ist ein täglicher Ansporn für mich, sich weiter zu informieren und mein neues Wissen an andere weiterzugeben.

4. Welche ist die häufigste Frage, die du in Sachen Tierrechte zu hören bekommst und wie beantwortest du sie für gewöhnlich?
Wie ich auf Fragen reagiere, kommt immer auf den Menschen an. Mit dem nötigen Feingefühl findet man schnell heraus, bei wem es sich lohnt seine Energie einzusetzen und damit vielleicht bald kleine Erfolge zu feiern. Im Alltag ist die häufigste Frage wohl „Was kannst du denn dann noch essen?“ und „Ist das nicht bisschen übertrieben?“ Nein es ist nicht übertrieben, es ist genau richtig so und die Frage nach dem Essen beantworte ich einfach damit, dass ich am nächsten Tag einen leckeren Kuchen mitbringe.

Die häufigsten Aussagen auf Demos sind wohl „Kümmert euch doch mal um etwas Wichtiges oder die Kinder in Afrika oder die Menschen im Altenheim“. Wer sagt, dass wir das nicht tun? Früher habe ich das persönlich genommen, heute weiß ich, dass es einfach eine Abwehrhaltung ist. Viele Menschen wissen, dass das, was sie tun, nicht richtig ist. Sei es Fleisch zu essen, Milchprodukte zu konsumieren oder in den Zirkus/Zoo zu gehen. Aber da wir das schon immer so gemacht haben, wird es auch weiter so gemacht. Es ist so schade, dass viele Menschen nicht zum Umdenken bereit sind und über ihren Tellerrand hinaus schauen. Es ist so einfach, wenn man nur will. Aber zum Glück gibt es auch hier kleine Lichtblicke. Immer öfter passiert es, dass sich Menschen z.B. bei Zirkusdemos nach einem kurzen Gespräch entscheiden die Vorstellung nicht zu besuchen.

5. Gibt es ein bestimmtes Tierrechtsthema, das dir besonders am Herzen liegt? Falls ja, warum?
Ich denke nicht, dass man da differenzieren sollte. Alle Themen in denen Tiere ausgebeutet werden oder leiden müssen sind wichtig für mich. Leider kann man sich nicht teilen und muss manchmal auch Prioritäten setzen. Am wichtigsten ist mir gerade, dass das Wildtierverbot in Zirkussen endlich umgesetzt wird. Durch die PETA-Kampagne „Tyke 2014“ und mittlerweile permanenten Demonstrationen vor sämtlichen Wildtierzirkussen ist ein Stein ins Rollen gekommen, der hoffentlich nicht mehr aufzuhalten ist und unsere Regierung endlich zum Umdenken bringt. Weiterhin versuche ich mich, in das Thema Tierversuche einzuarbeiten und nachdem ich auf die Geschichte von Kevin Olliff gestoßen bin, bin ich auch sehr an den Geschichten von Tierrechtsgefangenen interessiert. Man sollte nicht vergessen, dass sehr viele Menschen, die für die Freiheit der Tiere kämpfen, ihre eigene Freiheit aufs Spiel setzen. Ich schreibe an diese Menschen Briefe und schicke kleine Geschenke und versuche damit ein paar Minuten die Tristesse des Gefängnisalltages aufzuhellen.

6. Magst du uns von einem Moment/Ereignis erzählen, der/das für dich als Aktivistin besonders wichtig war?
Ich denke die schönsten und prägendsten Momente sind für mich die mit Kindern. Es ist so toll wenn Kinder auf Demos mitlaufen und sich die Seele aus dem Hals schreien, wenn Kinder vor dem Zirkus Flyer verteilen statt hinein zu gehen und wenn ich die vegan lebenden Kinder von Bekannten und Freunden treffe, die oft mehr Wissen haben als mancher Erwachsener. Kinder sind der Schlüssel zu den Erwachsenen. Wenn ein Kind VOR einem Zirkus steht, müssen die Menschen die den Zirkus besuchen darüber nachdenken, warum es dort steht. Kindern kann man nun mal nicht an den Kopf werfen, dass Sie sich eine Arbeit suchen oder etwas Sinnvolles machen sollen.

Ein sehr schöner Moment war auch die Situation mit einem kleinen Jungen auf der Tübingen Pelzfrei 2013. Es wurde ein Video von Nerzen in Pelztierfarmen gezeigt. Seine Mutter und er eilten gehetzt an den Infoständen vorbei und dann sah der Junge den Nerz in seinem Käfig und hörte das verzweifelte Fiepen. Er blieb stehen und schaute sich die Bilder an, seine Mutter zerrte an ihm herum und wollte ihm zum Weitergehen antreiben. Aber der Junge blieb stehen und sagte nur „Mama Mama schau mal“. Seine Mutter war schon sichtlich genervt und er hat sie zum Infostand gezogen, gefragt ob er Flyer haben kann und die Pelztierattrappen angeschaut. Und dann zerrte ihn seine Mutter auch schon weiter. Das war schon ein sehr ergreifender Augenblick.

Vielen lieben Dank Katrin für deine Unterstützung. Wenn auch Ihr Euch gemeinsam mit uns für Tiere einsetzen wollt, werdet Teil unseres Aktivistennetzwerks.

Über den Autor

Lisa

ist Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. Sie hat Agrarwissenschaften studiert und will sich nun für alle Tiere stark machen, egal ob sie muhen, grunzen, gackern, bellen oder miauen.

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