Aktiv sein Verschiedenes

Wir stellen PETA-Aktivisten vor: Jassi aus Frankfurt

„Sei Du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ – Mahatma Gandhi

Was oder wo wäre PETA ohne die zahlreichen und engagierten Aktivisten? Wir sind froh und dankbar, so tolle Unterstützer für die Rechte der Tiere zu haben, die mit gutem Beispiel voran gehen und andere Menschen über Missstände und Tierleid aufklären. Deshalb wollen wir sie und ihre Ansichten sowie ihre Beweggründe vorstellen. Heute geht es mit Jassi aus Frankfurt weiter!

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Jassi bei ihrer ersten PETA Aktion gegen Mulesing in Frankfurt 2011

Wann warst du zum ersten Mal für Tierrechte aktiv?
Im Mai 2011 stellte PETA eine Aktion in Frankfurt auf die Beine, die auf das grausame „Mulesing“ von Schafen in Australien aufmerksam machte. Ich habe mich damals entschlossen, endlich aktiv zu werden und die Aktion als Helferin zu unterstützen. Vor Ort habe ich zusammen mit anderen Aktivistinnen Flyer verteilt und mit aufmerksam gewordenen Passanten gesprochen. Diese erste Aktion bedeutet mir viel – ich habe damals festgestellt, dass sich der Einsatz für Tierechte lohnt und Aufklärung mehr als notwendig ist.

Hast du einen oder mehrere tierische Mitbewohner?
Für mich ist es sehr wichtig, Tieren die ein Zuhause brauchen, zu helfen. Seit 2009 habe ich zwei Meerschweinchen – Emma und Schnabel. 2011 kam die Chihuahua-Dame Kimmi dazu. Von Nachbarn erfuhr ich, dass Kimmi unter miserablen Bedingungen im Nachbarhaus lebt. Sie war Tag und Nacht im fensterlosen Badezimmer eingesperrt, hat dort auch ihr Geschäft verrichten müssen. Tierschützer haben dafür gesorgt, dass Kimmi aus dieser Hölle befreit wird. Ich habe sie aufgenommen und ihr ein neues Zuhause gegeben, indem sie es sich mit veganem Futter und Kauknochen gutgehen lassen kann.

Gab es einen bestimmten Anlass, der dich deinen Lebensstil ändern ließ?
Eine PETA Videodokumentation über die schrecklichen Zustände in der Massentierhaltung und bei der Schlachtung von Tieren hat mich im Januar 2002 schlagartig zur Vegetarierin gemacht. 2011 hat es dann endlich „Klick gemacht“ und ich habe begonnen, vegan zu leben, denn auch die Milch-, Eier-, und Lederindustrie leben mit und von Tierquälerei. Veganismus ist für mich die einzig logische Konsequenz, wenn man Tierleid verringern möchte.

Welche ist die häufigste Frage, die du in Sachen Tierrechte zu hören bekommst und wie beantwortest du sie für gewöhnlich?
Die häufigste Frage ist in der Tat „Warum machst Du das alles, hat die Welt nicht schwerwiegendere Probleme?“ Meine Antwort lautet, dass ich „die Stimme der Stimmlosen“ sein will, sie haben nur uns TierrechtlerInnen. Außerdem bedeutet Tierrechtsaktivismus auch Kampf für Menschenrechte. Meist folgt die Erklärung der Zusammenhänge und der Tipp, die Thematik auf eigene Faust nachzulesen und zu verstehen.

Gibt es ein bestimmtes Tierrechtsthema, das dir besonders am Herzen liegt? Falls ja, warum?
Massentierhaltung, Schlachtung, Konsum von Tierprodukten als Lebensmittel und Kleidung. Ich bin an dem Punkt angelangt, an dem es für mich unvorstellbar geworden ist, dass diese Aufzählung tatsächlich Realität ist, überall. Ich habe sehr viele Bücher und Schlachthaus-Erfahrungsberichte gelesen, die mir Tränen in die Augen getrieben und eine Überzeugung manifestiert haben – das Leid muss ein Ende haben. Es ist ein Anfang, es durch eine vegane Lebensweise nicht zu unterstützen. Natürlich sind mir alle anderen Tierrechtsthemen ebenso wichtig!

Magst du uns von einem Moment/Ereignis erzählen, der/das für dich als Aktivistin besonders wichtig war?
Es freut mich immer sehr, wenn Menschen sich dem Thema Tierrechte und Veganismus öffnen und ihre Scheuklappen abnehmen. Insbesondere wenn sie verstehen, dass meine Einstellung keinen Angriff auf ihre Person darstellen soll. Ein besonderes Erlebnis oder eher eine besondere Entwicklung diesbezüglich war, dass meine Cousine durch zahlreiche Unterhaltungen und Informationsaustausch zur Veganerin geworden ist. Im Februar diesen Jahres hat sie mich dann sogar zur Anti-Pelz-Demo in Frankfurt begleitet. Es ist unbeschreiblich schön zu spüren, wenn nahestehende Menschen Interesse und Mitgefühl für die Tiere zeigen und sich informieren – sich dann als Konsequenz selbst einer „Entscheidungsnot“ bewusst werden und diese Entscheidung im Sinne der Tiere treffen.

Welchen Tipp für Einsteiger-Aktivisten hast du?
Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man als Einsteiger vor Allem Wut über die Umstände der Tiere empfindet, was verständlich aber wenig konstruktiv ist. Hier gilt es deshalb zu versuchen, ruhig und bedacht das eigene Ziel für die Tiere zu verfolgen, ohne (noch) anders denkenden Menschen auf den Schlips zu treten – die Art und Weise des Engagements ist meiner Meinung nach sehr entscheidend, wenn man etwas erreichen möchte. Es ist bereits viel Bewegung in den Tierrechtsaktivismus, als auch den Veganismus gekommen und die Tiere werden es uns danken, den Schwung mitzunehmen und die gesamte Thematik weiter voran zu treiben. Am Besten wird das durch Aufklärung, nicht durch aggressives, vorwurfsvolles Argumentieren erreicht werden. Ganz wichtig ist natürlich: Niemals aufgeben, jeder Einsatz und jede Bemühung zählt! Jeder kann etwas bewegen – wirklich jeder Einzelne.

Vielen Dank Jassi für deine Unterstützung. Wenn auch Ihr Euch gemeinsam mit uns für Tiere einsetzen wollt, werdet Teil unseres Aktivistennetzwerks.

Über den Autor

Anja

seit 2004 vegan und seit 2007 bei PETA Deutschland, hat sie schon europaweit Kampagnen, Demos und Infostände betreut. Sie freut sich über jeden, der durch seine Entscheidungen die Welt für die Tiere besser macht und liebt P!NK – als Künstlerin und als starke Stimme für Tierrechte.

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