Verschiedenes

Wir stellen PETA Aktivisten vor: Erkan Moray aus Ostbevern

„Sei Du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ – Mahatma Gandhi

Was oder wo wären wir ohne die zahlreichen und engagierten PETA Aktivisten? Wir sind froh und dankbar, so tolle Unterstützer für die Rechte der Tiere zu haben, die mit gutem Beispiel voran gehen und andere Menschen über Missstände und Tierleid aufklären. Deshalb wollen wir sie und ihre Ansichten sowie ihre Beweggründe vorstellen. Heute geht es mit Erkan Moray weiter.

Wir freuen uns, heute Herrn Moray vorzustellen, der seit vielen Jahren ehrenamtlich unsere Texte ins Türkische übersetzt und damit unsere Türkei-Kampagnen (wie zum Beispiel das Katzenhausprojekt) maßgeblich unterstützt.

Wann waren Sie zum ersten Mal für Tierrechte aktiv?
Wenn man ein Herz für Tiere hat, bietet es sich in der Türkei (meinem Heimatland, wo ich aufgewachsen bin) an, sehr früh für die Tiere aktiv zu werden, da die Situation der Tiere – vor allem der heimatlosen Tiere – sehr schlecht ist. Als Schulkind habe ich meinen von der Straße adoptierten Hund öfter mit zum Schulhof mitgenommen. Nach kurzer Zeit hatten weitere vier Kinder jeweils einen Hund von der Straße adoptiert. Wenn es auch nicht direkt mit Tierrechten zu tun hatte, denke ich, dass es den jeweiligen Hunden das Recht zum Leben verholfen hat, da sie sonst bestimmt den damaligen groß angelegten Vergiftungsaktionen zum Opfer gefallen wären.

Haben Sie einen oder mehrere tierische Mitbewohner?
Ich habe zur Zeit zwei Schäferhunde. Einer stammt aus einem Tierheim, der andere aus dem Auslandstierschutz. Beide sehr liebe, tolle Tiere.

Gab es einen bestimmten Anlass, der Sie Ihren Lebensstil ändern ließ?
Schreckliche Szenen von dem sogenannten Schlachtfest, bei dem den Tieren beim Schächten die Kehle bei vollem Bewusstsein durchgeschnitten wird – denen ich als Kind zu entfliehen versuchte. Und natürlich die Bilder aus der Massentierhaltung, die durch die Medien gehen. Das hat mich dazu bewegt, mich vegetarisch zu ernähren. Ich wohne ländlich und sehe oft, wie Tiere von Industriebetrieben abgeholt und zum Schlachthof transportiert werden. Jene Tiere, die in dunklen Käfigen auf die „Welt“ – besser gesagt in die Hölle – kommen, dort groß werden, ohne jemals das Tageslicht zu sehen, ohne frische Luft atmen zu dürfen, kein Gras, keine Blume zu sehen, ohne sich jemals frei bewegen zu können, werden abtransportiert und dann ermordet. Also von Geburt an zu Tode verurteilt, und bis zum Vollzug der Todesstrafe in Kerkern eingesperrt. Derartige drakonische Strafen verhängt man nicht mal den schlimmsten Massenmördern. Da stimmt etwas nicht. Es fing so an, dass ich Jahr für Jahr immer weniger Fleisch aß und irgendwann automatisch zum Vegetarier wurde. Seit vier Jahren ernähre ich mich vegetarisch, mit der Tendenz zur veganen Lebensweise.

Welche ist die häufigste Frage, die Sie in Sachen Tierrechte zu hören bekommen und wie beantworten Sie sie für gewöhnlich?
Die häufigste Frage, die ich oft zu hören bekomme, ist: „Es gibt genügend Menschenelend auf der Welt, warum setzt du dich für Tiere ein?“. Ich sage dann immer: „Ja, stimmt. Aber das eine schließt das andere nicht aus. Wer für Tierrechte ist, ist gleichzeitig für Menschenrechte“. Dann stelle ich meistens eine Gegenfrage: „Für die Rechte welcher Spezies setzt du dich eigentlich ein?“ – denn nach meiner Erfahrung sind für diejenigen, die obige Frage stellen, meist weder die Tier- noch die Menschenrechte von Bedeutung.

Gibt es ein bestimmtes Tierrechtsthema, das Ihnen besonders am Herzen liegt? Falls ja, warum?
Verbot der Massentierhaltung und Verbesserung der Lebensbedingungen der Streuner besonders in den südlichen Ländern durch das Eindämmen der Population mittels „Neuter and Release“ Methode.

Mögen Sie uns von einem Moment/Ereignis erzählen, der/das für Sie besonders wichtig war?
Im Jahre 2012 ist ein Gesetzentwurf durch die türkische Regierung ins Parlament eingebracht worden (sog. Tötungsgesetz), welcher vorsah, die Streuner einzusammeln und in abgelegene Orte zu bringen (es bedeutet im Klartext, die Tiere weit von den Augen der Öffentlichkeit entfernt umzubringen) beziehungsweise sogenannte Kampfhunde ausnahmslos von ihren Menschen zu beschlagnahmen und zu töten. Weiterhin würde die Zahl der Tierhaltung reglementiert werden, das heißt mehr als zwei Hunde dürfte niemand halten. Daraufhin hat sich eine Empörungswelle unter den tierfreundlichen Menschen ausgebreitet. Viele Tierschutzvereine, Privatpersonen und viele mehr haben sich dagegen gestellt. Das Thema wurde von einigen Fernsehkanälen aufgegriffen. Die Presse berichtete wochenlang darüber. Eine sehr große und wichtige Rolle spielten soziale Medien, in denen wochenlang Demoaufrufe zu sehen waren. Ende September war ich zufällig für ein paar Tage in Istanbul und die große Demonstration sollte am 30. September 2012 in sehr vielen Städten in der Türkei gleichzeitig stattfinden. Ich nahm auch in Istanbul dran Teil. Ich erwartete ehrlich gesagt, wenn überhaupt höchstens einige hundert Demonstranten. Im Stadtteil Taksim angekommen, wo die Demo stattfinden sollte, traute ich meinen Augen nicht. Der ganze Stadtteil war voll mit Demonstranten. Aus allen Gesellschaftsschichten und allen Altersgruppen von sieben bis 70 Jahren hatten sich Menschen versammelt. Es war überwältigend zu sehen, was bis vor einigen Jahren unvorstellbar gewesen war. Laut Angaben der Polizei waren 10.000 Menschen dort, laut inoffiziellen Angaben sogar 20.000. Ich durfte wahrscheinlich an einer der weltgrößten Tierschutz-Demonstrationen teilnehmen und das in der Türkei! Da wurde mir klar, was Aufklärungsarbeit bewirken kann (PETA ist seit Jahren bemüht u.a. auch in der Türkei Aufklärungsarbeit zu leisten sowie HAYTAP – Föderation der Tierschutzverbände in der Türkei – auch). Somit wurde der Gesetzentwurf zurückgezogen, von einer der dominantesten Regierungen überhaupt. Das war und ist sehr ermutigend. 

Welchen Tipp für Einsteiger-Aktivisten haben Sie?
Niemals „den Kopf hängen zu lassen“! Immer an das Gute zu glauben und seinen Standpunkt freundlich tolerant aber bestimmt zu verteidigen. Ein Vorbildfunktion zu übernehmen und mit sachlichen Argumenten überzeugen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung Herr Moray!

Wenn auch Ihr Euch gemeinsam mit uns für Tiere einsetzen wollt, werdet Teil unseres Aktivistennetzwerks.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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