Aktiv sein Verschiedenes

Wir stellen PETA-Aktivisten vor: Guido aus Bonn

„Sei Du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ – Mahatma Gandhi

Was oder wo wäre PETA ohne die zahlreichen und engagierten Aktivisten? Wir sind froh und dankbar, so tolle Unterstützer für die Rechte der Tiere zu haben, die mit gutem Beispiel voran gehen und andere Menschen über Missstände und Tierleid aufklären. Deshalb wollen wir sie und ihre Ansichten sowie ihre Beweggründe vorstellen. Heute für euch: Guido aus Bonn.

Wann warst du zum ersten Mal für Tierrechte aktiv?
An einem kalten verregneten Oktobermontag 2012 durfte ich mich für PETA kunstblutig-nackt in eine Guido_M_Breuer_kleinerFleischschale legen. Das war in der Bonner Fußgängerzone. Die Aktion fand ich sehr stark. Ich glaube, die Bonner auch.

Hast du einen oder mehrere tierische Mitbewohner?
Ich lebe in einer Vegetarier-WG. Von diesen tierisch angenehmen Menschen abgesehen habe ich keine weiteren Mitbewohner. Ich könnte weder für ein artgerechtes Leben sorgen noch mich so kümmern, wie ich es für richtig und wichtig halten würde. Eigentlich hätte ich gerne einen Hund. Aber der wäre dann wohl der einzige Fleischfresser in der Wohngemeinschaft.

Gab es einen bestimmten Anlass, der dich deinen Lebensstil ändern ließ?
Kann ich so nicht sagen. Jahrelang habe ich mich über Lebensmittelskandale und Massentierhaltung aufgeregt – und dabei munter weiter Steaks gebraten. Irgendwann wurde mir bewusst, wie dumm und unmoralisch das ist. Eine vegane Freundin hat mich unterstützt. Seit ich verlernt habe wegzusehen, lebe ich bewusster – und gesünder.

Welche ist die häufigste Frage, die du in Sachen Tierrechte zu hören bekommst und wie beantwortest du sie für gewöhnlich?
Es geht fast immer ums Essen. Besonders in der Grillsaison: Warum ich kein Fleisch esse, obwohl der Mensch bewiesenermaßen Fleischesser sei und ich doch nicht genügend Eiweiß bekomme?

Im Ernst: ich habe manchmal keine Lust mehr, Fragen zu beantworten, die so tief unter der Grasnarbe angesiedelt sind. Aber dann überwinde ich mich und zähle die wesentlichen pflanzlichen Proteinlieferanten auf – für Interessierte gerne mit leckeren Rezeptvorschlägen. Manchmal versteige ich mich zu der Gegenfrage, wie denn ein Gorilla so stark werden könne, obwohl er doch Veganer sei. Einmal wurde ich sogar gefragt, ob Veganer die Leute sind, die kein Eiweiß essen. Ich musste lachen und antwortete, dann würde man vermutlich recht schnell sterben.

Gibt es ein bestimmtes Tierrechtsthema, das dir besonders am Herzen liegt? Falls ja, warum?

Fleischschalenaktion_4_kleinerVon Anfang an war es die Massentierhaltung und das milliardenfache Schlachten von Tieren – und das alles nur weil Fleisch „lecker“ ist. Ich werde es nicht mehr erleben, aber irgendwann in ferner Zukunft wird das Töten von Tieren nur um des unnötigen Fleischkonsums willen genauso verboten sein wie das Töten von Menschen. Die Menschheit wird sich weiterentwickeln, und wir werden unser Handeln auch gegenüber Tieren mehr an ethischen Überzeugungen ausrichten. Intensivtierhaltung und Schlachthöfe sind eine Schande für die Menschheit, und selbst wenn es niemanden geben sollte, vor dem wir uns für dieses Verbrechen rechtfertigen müssen – unser eigenes Gewissen wird dafür irgendwann ausreichen. Bis dahin werden es aber eher ökonomische und ökologische Probleme sein, die ein Umdenken erzwingen. Zuerst kommt das Fressen, dann die Moral.

Magst du uns von einem Moment/Ereignis erzählen, der/das für dich als Aktivistin besonders wichtig war?
Da gibt es kein besonderes Großereignis, keinen bombastischen Moment. Eher eine ganz kleine, leise Erfahrung, die schon Jahre zurückliegt: Beim Joggen an einem sonnigen Sonntagmorgen traf ich an einer Weide auf eine Kuh, die ihren Kopf durch den Stachelzaun schob und mich neugierig beäugte. Ich sprach mit ihr, streichelte sie, und ich spürte ganz deutlich die Friedfertigkeit und Freundlichkeit dieses Tieres. Dann las ich die Nummer auf dem Ohrclip. Und mir wurde klar, dass dieses sanfte Tier nur eine Nummer war, ein noch lebendes Produkt. Und es hatte keinen Fürsprecher, der seine Interessen vertreten würde. Diese Kuh hatte insofern Glück, auf einer satten Wiese zu stehen, aber sie lebt sicherlich längst nicht mehr. Ihr Ende hat sie sich nicht ausgesucht. Angenehm wird es nicht gewesen sein. An diesen Sonntagmorgen muss ich oft denken, also wird es wohl ein wichtiger Moment für mich gewesen sein.

Welchen Tipp für Einsteiger-Aktivisten hast du?
Man wird mit einer Menge dummer Fragen konfrontiert. Legt euch ein paar treffende, kurze und selbst für dämlichste Ignoranten verständliche und unwiderlegbare Aussagen zu euren wichtigsten Kernthemen zurecht. Schluckt eure heilige Wut und versucht nicht mit flammenden Reden zu missionieren, denn obwohl es einen immer wieder dazu drängt, zeigt mir die Erfahrung, dass man damit nur das Gegenteil von dem erreicht, was einem am Herzen liegt. Und am Ende wollen wir Verbesserungen erzielen, und nicht nur uns selbst als Gutmenschen beweisen. Endverbraucher, die aus moralischer Schwäche und Dummheit Tiere konsumieren, sind keine Feinde, wenn sie auch noch so verbohrt daherkommen. Fleischproduzenten, Pelzhändler, Tierquäler und andere Verbrecher müssen bekämpft werden. Wenn ihr ein Feindbild braucht, dann schaut euch in diesem Lager um. Verletzt nicht in eurem Kampf die ethischen Grundsätze, für die ihr eintretet. Ein Schlachthofbetreiber hat – auch wenn das manchmal ärgerlich erscheinen mag – dieselben Rechte wie die Tiere, die wir vor ihm schützen wollen. Uff, dass war wohl schon zuviel für einen Tipp …

Vielen Dank Guido für deine Unterstützung. Wenn auch Ihr Euch gemeinsam mit uns für Tiere einsetzen wollt, werdet Teil unseres Aktivistennetzwerks.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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