Verschiedenes

Wir stellen Aktivisten vor: Tom aus Stuttgart

„Sei Du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ – Mahatma Gandhi

Was oder wo wäre PETA ohne die zahlreichen und engagierten Aktivisten? Wir sind froh und dankbar, so tolle Unterstützer für die Rechte der Tiere zu haben, die mit gutem Beispiel voran gehen und andere Menschen über Missstände und Tierleid aufklären. Deshalb wollen wir sie und ihre Ansichten sowie ihre Beweggründe vorstellen. Heute gibt Tom aus Stuttgart Einblick in seine Beweggründe.

Wann warst du zum ersten Mal für Tierrechte aktiv?

Rückblickend hatte ich schon immer Empathie für offensichtlich notleidende Tiere. Ich kann mich noch erinnern, dass als ich noch ein kleines Kind war, in der Innenstadt eine Taube gesehen habe, der ein Fuß gefehlt hat und sie mit diesem Handicap herum gehumpelt ist. Vergeblich habe ich versucht sie anzulocken um sie mitzunehmen und zu „retten“. Als mir dies nicht gelang, habe ich bitterlich geweint weil sie mir damals so leid tat. Auf dem Weg ins Erwachsenenalter gab es immer wieder Situationen in denen ich mich für Tiere eingesetzt habe. Ob es die Nachbarskinder waren, mit denen ich mich angelegt habe weil sie Grashüpfern die Beine rausgerissen haben oder ein verirrter Maulwurf im Sommer, der in der glühenden Hitze auf dem Rasen lag und den ich eiligst wieder in einen schattigen und erdigen Bereich getragen habe. Das erste Mal wirklich vorausschauend aktiv war ich Mitte zwanzig als ich mich an Fahrketten für Hunde, die aus Spanien kamen, beteiligte. Meine damalige Partnerin und ich entschieden uns danach schnell weiter aktiv sein zu wollen und boten uns als Pflegestelle an. Den ersten Hund konnten wir nach ein paar Wochen schon nicht mehr gehen lassen und behielten ihn. Es war so unglaublich zu sehen wie sich aus einem Häufchen Elend, aus einer spanischen Perrera, ein Hund voller Zuversicht und Lebensfreude entwickelte. Ich durfte mit Klara noch 7 wundervolle Jahre verbringen. Sie ist bis heute mein Herzenshund.

Hast du einen oder mehrere tierische Mitbewohner?

Ja, zwei Tierschutz-Hunde namens Lilly und Ally. Ally kommt aus dem Tierheim und Lilly ist eine temperamentvolle Spanierin aus einer Tötungsstation auf Mallorca. Beide Hunde werden vegan bekocht.

Gab es einen bestimmten Anlass, der dich deinen Lebensstil ändern ließ?

„Frauen ändern Männer“. Dieser Satz eines anderen Veganers erklärt meine Geschichte in 3 Worten. Als ich meine damalige Freundin vor 2 Jahren kennenlernte war sie schon 5 Jahre Vegetarierin. Ich bis dahin Wurstsemmel-Esser und im Sommer Intensiv-Griller. Über meine Essgewohnheiten und die damit verbundenen negativen Zusammenhänge auf Tiere, die Umwelt und meine Gesundheit habe ich mir, wie wohl die meisten anderen Menschen auch, nie großartig Gedanken gemacht. Sie hat mich dann, ohne mich zu verurteilen, auf die Zusammenhänge meiner Essgewohnheiten hingewiesen. Ich wollte mir nicht vorstellen, dass die Schilderungen der Realität entsprechen und habe mir im Internet einen Überblick verschafft – die Realität war weitaus schlimmer! Danach war für mich klar, dass ich Fleisch sofort von meinem Speiseplan streichen werde und so wurde ich Vegetarier. Doch meine damalige Freundin ließ nicht locker und klärte mich bei einem Frühstück über die Nebeneffekte der Milch– und Eierindustrie auf. Dass eine Kuh nicht automatisch Milch gibt, weil Sie eben ein Säugetier ist, wie der Mensch auch, hatte ich bis dahin noch nie reflektiert. Für mich war immer klar, sie gibt Milch weil sie eine Kuh ist und nicht weil sie permanent geschwängert wird. Dass für mein Frühstücksei die männlichen Küken kurz nach dem Schlüpfen sterben müssen, hätte ich in einem Land mit Tierschutzgesetz nie erwartet. Für uns war dann entgültig klar, die logische Konsequenz um ethisch zu leben ist die vegane Lebensweise! So wurde ich also innerhalb von zwei Wochen vom Allesesser zum glücklichen Veganer.

Welche ist die häufigste Frage, die du in Sachen Tierrechte zu hören bekommst und wie beantwortest du sie für gewöhnlich?

Viele Menschen entgegen mir, dass man sich doch erst mal um Menschenrechte wie z.B. hungernde Kinder in Afrika kümmern soll, als um Tierrechte. Allerdings ist vielen nicht bewusst, dass Menschen- und Tierrechte untrennbar miteinander verknüpft sind. Um unseren Fleischkonsum zu ermöglichen, werden Ackerbauflächen in der 2. und 3. Welt für den Anbau von Futtermitteln verwendet. Das bedeutet für die Menschen vor Ort, dass diese oftmals keine eigenen Nahrungsmittel für sich selbst anbauen können. Unterernährung trägt täglich zum Tod von 18.000 Kindern bei. Ein großer Teil davon könnte durch eine Umstellung der Welternährungsgewohnheiten auf pflanzliche Basis gerettet werden.

Gibt es ein bestimmtes Tierrechtsthema, das dir besonders am Herzen liegt? Falls ja, warum?

Persönlich liegt mir das Schicksal der Schweine sehr am Herzen. Sie werden von der Wissenschaft für weitaus schlauer als meine vierbeinigen Hausgefährten, meine Hunde, eingeschätzt. Die schlimmen Zustände, in welchen diese hochintelligenten Tiere gehalten werden, erschüttern mich immer wieder. Für mich ergibt es einfach keinen Sinn mehr zwischen „Haus- und Nutztieren“ zu unterscheiden. Gäbe es die gleichen Zustände wie in der Intensivtierhaltung bei unseren geliebten „Haustieren“, dann wäre vermutlich halb Deutschland auf der Straße. Allein die unfassbaren Schlachtzahlen von 58 Millionen Schweinen in Deutschland im Jahr 2012 sprechen doch Bände über diese Dissonanz zwischen Haus- und Nutzieren.

Magst du uns von einem Moment/Ereignis erzählen, der/das für dich als Aktivistin besonders wichtig war?

(C) Unstumm Film
(C) Unstumm Film

Ein halbes Jahr nachdem ich auf pflanzliche Ernährung umgestiegen bin, reichte es mir nicht mehr aus meine Entscheidung „nur auf dem eigenen Teller“ auszutragen. Ich wollte hinaus, mich aktiv einsetzen und vor allem andere Menschen kennenlernen, die ähnliche Ansichten wie ich vertreten. Im November 2012 war es dann soweit. Ich nahm an meiner ersten Demo gegen Pelze in Tübingen teil. Als ich dort ankam, war ich aufgrund der vielen Teilnehmer einfach überwältigt. Nie hätte ich gedacht, dass es doch so viele Menschen gibt, die nicht einfach weiter hinnehmen wie wir mit unseren Mitlebewesen umgehen. Die Offenheit und der Austausch mit den Teilnehmern tat ein Übriges um meine Meinung weiter zu festigen. Ab dem Zeitpunkt war mir klar, dass ich mich weiter aktiv engagieren möchte.

Welchen Tipp für Einsteiger-Aktivisten hast du?

Durchbrecht eure Gewohnheiten! Die ersten Wochen habe ich gedacht „was kann ich denn jetzt überhaupt noch essen?“, „das wird bestimmt außer Haus total kompliziert“, „muss ich gesundheitlich irgendetwas beachten?“. Heute sage ich: warum nicht schon viel früher – es ist so einfach! Es gibt im Internet die tollsten Rezepte, Restaurant-Tipps, sowie Einkaufshelfer für vegane Kosmetik und Kleidung. Tauscht euch auf Tierrechtsdemos oder den vegan-street-days mit Gleichgesinnten aus und ihr werdet sehen wie viel Freude es macht sich für Schwächere einzusetzen. PETA bietet zudem einen kostenlosen Veganstart an – probiert es aus!

Vielen Dank für dein Engagement, Tom! Wenn auch Ihr Euch gemeinsam mit uns für Tiere einsetzen wollt, werdet Teil unseres Aktivistennetzwerks.

 

Über den Autor

Lisa

ist Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. Sie hat Agrarwissenschaften studiert und will sich nun für alle Tiere stark machen, egal ob sie muhen, grunzen, gackern, bellen oder miauen.

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