Verschiedenes

Wir stellen Aktivisten vor: Tobias aus Bielefeld

„Sei Du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ – Mahatma Gandhi

Was oder wo wäre PETA ohne die zahlreichen und engagierten Aktivisten? Wir sind froh und dankbar, so tolle Unterstützer für die Rechte der Tiere zu haben, die mit gutem Beispiel voran gehen und andere Menschen über Missstände und Tierleid aufklären. Deshalb wollen wir sie und ihre Ansichten sowie ihre Beweggründe vorstellen. Tobias aus Bielefeld gibt hier nun Einblick in seine Beweggründe und Erfahrungen.

Wann warst du zum ersten Mal für Tierrechte aktiv?
Das liegt jetzt schon über 20 Jahre zurück. Als ich anfing, mich vegan zu ernähren, begann ich ungefähr zur gleichen Zeit, mit einem Freund so etwas wie Aufkleber selber zu basteln und in Supermärkten zu verkleben. Wir zeichneten Tiere mit Sprechblasen, in denen standen dann so Sachen wie “Bitte iss mich nicht“ oder „Ich bin dein Freund und kein Lebensmittel.“ Das Lustige dabei ist, dass meine Mutter zu dieser Zeit als Datentypistin bei einer Fleischverarbeitungsfirma im Büro arbeitete und uns die Zeichnungen dort kopierte.

Hast du einen oder mehrere tierische Mitbewohner?
Bis vor kurzen hat noch eine Waldmaus bei mir gewohnt, die ich per Hand großgezogen habe.

Tobias 01Gab es einen bestimmten Anlass, der dich deinen Lebensstil ändern ließ?
Ich habe damals eine Reportage über Lebenstransporte im Fernsehen gesehen. Ich weiß noch, dass eine Kuh es beim Entladen nicht mehr geschafft hat, auf die Beine zu kommen. Sie war zu erschöpft von der Fahrt und die Mitarbeiter des Schlachthofs haben immer wieder auf sie eingeprügelt, damit sie aufsteht. Doch sie konnte nicht. Sie versuchte es, doch gaben ihre Beine jedes Mal nach. Zum Schluss lag sie nur noch da und ließ die Schläge und Tritte über sich ergehen. Dann zoomte die Kamera auf das Gesicht der Kuh und ich konnte ihre traurigen und gebrochenen Augen sehen. Das war der Zeitpunkt, in dem ich entschieden habe, Vegetarier zu werden.

Welche ist die häufigste Frage, die du in Sachen Tierrechte zu hören bekommst und wie beantwortest du sie für gewöhnlich?
Bei Tierrechte oder Menschenrechten geht es im Grunde um Fairness oder Fairnessregeln. Und die Maxime dabei lautet: „Was du nicht willst, dass man dir tu‘, das füg‘ auch keinem anderen zu.“ Deswegen ist in den meisten Fällen die Hauptaufgabe in Gesprächen, den Leuten klar zu machen, dass faires Verhalten nicht beim Menschen endet, sondern damit zusammen hängt, wo es gleiche Bedürfnisse gibt, wie z.B. bei Schmerz oder Leidvermeidung. Eine Kuh findet es genauso schlimm einen Knüppel auf den Kopf zu bekommen, wie ein Mensch oder eben wie man selbst und deswegen tut man es auch nicht.

Gibt es ein bestimmtes Tierrechtsthema, das dir besonders am Herzen liegt? Falls ja, warum?
John Lennon hat einmal gesagt: „Love is the answer.“ Und diese Aussage passt auch auf Tierrechte zu. Klar, klingt das nach pathetischer Hippie-Kultur, aber bringen uns Gewalt und Hass etwa weiter? Heutzutage ist es so einfach geworden weder Fleisch, Fisch noch andere tierische Produkte zu essen. In beinah jeden Supermarkt gibt es pflanzliche Alternativen, wie pflanzliche Aufstriche, Soja Drinks oder Tofuwürstchen. Das tolle an einer veganen Ernährung  ist, es hilft nicht nur Gewalt gegenüber Tieren zu vermeiden sondern ist dazu noch gesund und schützt das Klima.

Magst du uns von einem Moment/Ereignis erzählen, der/das für dich als Aktivistin besonders wichtig war?
Ich habe früher des öfteren an Jagdsabotagen teilgenommen. Und dabei musste man sich blitzschnell zwischen Jäger und Tier bewegen, um das Leben des Tieres zu schützen. Aber selbst dabei ist es vorgekommen, dass die Jäger nur wenige Schritte von dir entfernt ein Tier erschossen. Ich weiß noch, dass sich eine Freundin über ein erschossenes Tier beugte und sich unter Tränen zu entschuldigen begann, dem Tier nicht besser geholfen zu haben. Ich weiß nicht genau, wie ich es beschreiben soll, aber diese Erfahrung hat in mir den Gedanken verankert, nicht aufzugeben, da es falsch wäre den Tieren unsere Hilfe zu verweigern.

Welchen Tipp für Einsteiger-Aktivisten hast du?
Vielleicht klingt es komisch nach all den Dingen, die ich zuvor gesagt habe, aber versuche das Ganze nicht zu ernst zu nehmen. Du kannst auch bei Aktionen Spaß mit deinen Freunden haben. Ich finde einfach, dass Spaß eine bessere Motivation ist als ein schlechtes Gewissen. Deswegen verbieg dich nicht, sei kreativ und gehe zu Aktionen, mit denen du dich identifizieren kannst.

Vielen Dank für dein Engagement, Tobi! Wenn auch Ihr Euch gemeinsam mit uns für Tiere einsetzen wollt, werdet Teil unseres Aktivistennetzwerks.

Über den Autor

Anja

seit 2004 vegan und seit 2007 bei PETA Deutschland, hat sie schon europaweit Kampagnen, Demos und Infostände betreut. Sie freut sich über jeden, der durch seine Entscheidungen die Welt für die Tiere besser macht und liebt P!NK – als Künstlerin und als starke Stimme für Tierrechte.

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