Verschiedenes

Wir stellen Aktivisten vor: Melanie aus Stuttgart

„Sei Du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ – Mahatma Gandhi

Was oder wo wäre PETA ohne die zahlreichen und engagierten Aktivisten? Wir sind froh und dankbar, so tolle Unterstützer für die Rechte der Tiere zu haben, die mit gutem Beispiel voran gehen und andere Menschen über Missstände und Tierleid aufklären. Deshalb wollen wir sie und ihre Ansichten sowie ihre Beweggründe vorstellen. Heute gibt Melanie aus Stuttgart Einblick in ihre Beweggründe.

Wann warst du zum ersten Mal für Tierrechte aktiv?
Ich bin vor einem Jahr nach Stuttgart gezogen und seitdem mache ich in meiner Freizeit fast nichts anderes, als mich aktiv für Tierrechte und Umweltschutz zu engagieren. Vorher war ich eher passiv als Spender, aber die vegane Szene der schönen Großstadt bietet da zum Glück unendliche Möglichkeiten. Mittlerweile bin ich im Organisationsteam des Vegan-Street-Days für Stuttgart, ehrenamtlich bei Greenpeace, beteilige mich an vielen Aktionen der Tierrechtsinitiative Region Stuttgart (TiRS) und des PETA2.de Street-Teams und unterstütze PETA zudem regelmäßig bei den Workpartys.

Hast du einen oder mehrere tierische Mitbewohner?
Naja in der rechten Ecke über meinem Kleiderschrank lebt eine super niedliche Spinne, sie heißt Sybille und in dem Blumenkasten auf meinem Balkon leben zwei Regenwürmer, deren Namen ich noch nicht herausgefunden habe, denn sie reagieren bisher auf keine Namen, den ich gerufen habe. Früher hatte ich drei Katzen, aber die musste ich wegen meinem Umzug zurücklassen, obwohl sie sich schon in die Kartons gesetzt hatten =D Ich besuche sie ab und zu, ich glaube ich vermisse sie mehr als sie mich.

Gab es einen bestimmten Anlass, der dich deinem Lebensstil hat ändern lassen?
Ich habe im Biologieunterricht gut aufgepasst: da haben wir gelernt, dass die Struktur der Aminosäuren der Schweine über 98% mit der des Menschen übereinstimmt. Wie kann mein Körper das dann überhaupt verarbeiten? Damit stand für mich schon sehr früh die Frage im Raum, was mute und führe ich meinem Körper und auch meiner Umwelt zu.

Ich habe Hühnerställe mit Käfighaltung (als das noch erlaubt war) besucht und ich war auch Schweinemastanlagen, allein den Geruch – von der Empathie mal ganz abgesehen – kann ich nicht vergessen. Etwas, das so riecht und so leidet, kann nicht gesund sein! Wenn man den Bildern im Fernsehen und Internet nicht glauben will, dann kann man spätestens dort die Augen nicht mehr verschließen: der Ekel verändert.

Welche ist die häufigste Frage, die du in Sachen Tierrechte zu hören bekommst und wie beantwortest du sie für gewöhnlich?
Wie sicher bei den meisten Veganern ist die Frage „Warum das denn?“ die am häufigsten gestellte, danach kommt dann gleich noch das übliche „Das könnte ich ja gar nicht!“ und „Das ist doch sicher total schwierig?“ Bla bla.

Ich habe mich vom Gegenteil überzeugt: es vereinfacht sogar alles! Wenn ich früher einkaufen gegangen bin und im Kühlregal die Auswahl zwischen 20 verschiedenen Erdbeerjoghurts hatte, so habe ich heute im gleichen Supermarkt nur noch insgesamt die Auswahl zwischen 20 Produkten. Ich greife gleich zu dem einen Soja-Erdbeer-Joghurt und stehe nicht mehr ewig da nur weil ich mich nicht entscheiden kann. Natürlich ist es am Anfang einmal ein Aufwand, im Supermarkt alle Inhaltsangaben zu checken, aber wenn man das einmal gemacht hat, ist es bei jedem weiteren Besuch klar. Außerdem gibt es im Internet z.B. bei PETA eine große Auswahl an Produktlisten, dann muss man nicht mal mehr selber lesen! Auf diese Seite verweise ich dann häufig.

Bild: Tierrechtsinitiative Stuttgart

Gibt es ein bestimmtes Tierrechtsthema, das dir besonders am Herzen liegt? Falls ja, warum?
Mir persönlich liegt das Thema Tier als Nahrungsmittel am meistens am Herzen, weil es das wohl heikelste Thema in unserer Gesellschaft ist. Hier ist am meistens Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit zu leisten.

Aktiv bin ich allerdings lieber bei den Themen Tiere in der Unterhaltungsindustrie wie Zirkus (Tyke2014) und Tiere als Kleidung, besonders im Winter werden die hässlichen Pelzmäntel wieder ausgepackt und das Leid am ganzen Körper getragen. Diese Themen sind wesentlich einfacher zu vermitteln, weil sich der Normalbürger dadurch weniger persönlich angegriffen fühlt. Das macht die Arbeit angenehmer und entspannter.

Magst du uns von einem Moment / Ereignis erzählen, der / das für dich als Aktivistin besonders wichtig war?
Jeder Moment, in dem man mit Passanten ins Gespräch kommt, ist wichtig. Es kommen viele auf uns zu und unterstützen uns. Sie erzählen uns von ihrem Leben, wie sie zum Vegetarismus / Veganismus gekommen sind und wie fürchterlich sie den allgemeinen Umgang mit Tieren finden. So was stärkt mich. Dann kann man auch ganz entspannt die Kommentare der „Gegner“ ignorieren, die einem schon ab und zu nahelegen sich doch um wichtige und sinnvolle Dinge zu kümmern oder sich gar aufzuhängen…

Mir persönlich ist eine Situation sehr im Herzen geblieben: ich hatte letztes Jahr ein wunderschönes Weihnachten, denn am Heilig Abend bin ich vor dem Abendessen mit meiner scheinbar doch noch etwas rebellischen Mutter durch das Dorf gezogen und wir haben die Stop-Schilder mit „Eating Animals“ beklebt. Wir haben uns sehr amüsiert. Das war unser Beitrag zur weihnachtlichen Nächstenliebe.

Welchen Tipp für Einsteiger-Aktivisten hast du?
Aufstehen! Aufstehen und losgehen!

Im Internet informieren, wann wo was ist und dann einfach hingehen. Ich freue mich immer über jedes neue Gesicht bei Demonstrationen, Mahnwachen, Klebeaktionen oder auch veganen Stammtischen. Ich sehe das mittlerweile nicht mal mehr als Aktion, sondern als Treffen mit guten Freunden, mit denen ich dann quatsche und lache, während wir eben gleichzeitig z.B. vorm Breuninger stehen und den dortigen Pelzverkauf anprangern. Manche Kommentare der Passanten sind sicher nicht für jeden etwas, aber es auch andere bei den Aktionen dabei, die einem zur Seite stehen und mit Argumenten jeden noch so aggressiven Skeptiker vertreiben können.

Vielen Dank für dein Engagement, Melanie! Wenn auch Ihr Euch gemeinsam mit uns für Tiere einsetzen wollt, werdet Teil unseres Aktivistennetzwerks.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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