Verschiedenes

Wir stellen Aktivisten vor: Lea aus Köln

„Sei Du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“ – Mahatma Gandhi

Was oder wo wäre PETA ohne die zahlreichen und engagierten Aktivisten? Wir sind froh und dankbar, so tolle Unterstützer für die Rechte der Tiere zu haben, die mit gutem Beispiel voran gehen und andere Menschen über Missstände und Tierleid aufklären. Deshalb wollen wir sie und ihre Ansichten sowie ihre Beweggründe vorstellen. Heute gibt Lea aus Köln bezieungsweise nun auch Berlin Einblick in ihre Beweggründe.

Wann warst du zum ersten Mal für Tierrechte aktiv?
Ich denke, ich war so ca. 12 Jahre alt, als ich das erste Mal zufällig eine Demo gegen Pelz in Düsseldorf beobachtet habe. Eine Teilnehmerin drückte mir einen Flyer in die Hand. Über die Informationen auf dem Flyer war ich so schockiert, dass ich begann, den Flyer auf dem Kopierer meiner Eltern zu vervielfältigen und überall in der Schule auszulegen.

Gab es einen bestimmten Anlass, der dich deinen Lebensstil ändern ließ?
Ich wurde schon einmal als Kind nach der Demonstration in Düsseldorf Vegetarierin. Allerdings war ich ganz allein, und der Druck durch Eltern und meine Umgebung ließ mich damals wieder aufgeben. Jahre später war ich für drei Jahre in Indien. Dort lernte ich eine Kuh kennen. Sie kam jeden morgen zu meinem Haus, um mit mir gemeinsam zu frühstücken. Sie war so unglaublich stolz und schön und in ihren Augen konnte ich sehen, wie klug sie war. Da wurde mir klar, dass es überhaupt keinen Unterschied gäbe, ob ich nun diese Kuh oder meinen Hund essen würde.

Als ich zurück im Flugzeug nach Deutschland saß und das erste mal wieder Essen mit Fleisch angeboten wurde, spürte ich, dass ich nie wieder ein Lebewesen essen würde. Es hat noch ein paar Jahre gebraucht für das Verstehen, dass ich auch als Vegetarierin noch Schuld am Leid zahlloser Tiere trage. Mit dem Wissen um Begriffe wie „Küken sexen“ etc. stand meine Entscheidung fest, vegan zu leben. Dies tue ich nun seit vier Jahren und ich genieße es jeden Tag.

Welche ist die häufigste Frage, die du in Sachen Tierrechte zu hören bekommst und wie beantwortest du sie für gewöhnlich?
Ich bin des Öfteren gefragt worden, ob es für mich denn nicht wichtigere Themen gäbe. Welthunger, Umweltzerstörung, soziale Ungerechtigkeiten – DAS wären doch Themen für die man kämpfen müsse – und nicht für „ein paar Tiere“. Wenn man sich mit den Hintergründen befasst hat, dann weiß man jedoch, dass diese Themen alle miteinander zusammenhängen und die Tierproduktion eine Ursache für diese Probleme ist.

In Indien sah ich einmal hungernde Kinder vor einem prallen Sojafeld. Ich fragte, warum sie nichts zu essen bekommen würden, da es hier offensichtlich keinen Mangel gab. Die Antwort war: „Dieses Soja können wir uns nicht leisten, denn das geht alles nach Europa.“ Heute weiß ich, dass es als Futtermittel für unsere Massentierhaltung gedacht war. Das Problem ist, dass unsere Tierhaltung die Weltmarktpreise für Grundnahrungsmittel so weit in die Höhe treibt, dass die armen Länder dagegen nicht mehr ankommen. Fast 9 Millionen Menschen verhungern jedes Jahr. Wir tragen Mitschuld daran.

Außerdem beginnt unser Umgang mit den Schwächsten in der Gesellschaft für mich nicht bei den Menschen, sondern bereits bei den Tieren. So lange unsere Gesellschaft nicht in der Lage ist, ihnen das Recht auf ein würdiges Leben zuzugestehen, wird sie auch nicht in der Lage sein, die tiefen sozialen Gräben zwischen den Menschen zu beseitigen.

Wir müssen beginnen, die Zusammenhänge zu sehen und die Dinge global zu betrachten und automatisch wir dann klar werden, dass wir alles verändern können, wenn wir unsere Art zu leben verändern. Jeder kann Vorbild sein für andere – und diese anderen können wiederum Vorbilder sein. Wir können so viel erreichen, wenn wir nur bei uns selber anfangen.

Gibt es ein bestimmtes Tierrechtsthema, das dir besonders am Herzen liegt? Falls ja, warum?
Besonders liegt mir die vegane Ernährung am Herzen, da wir hier am schnellsten etwas wirksam verändern können. Wir verändern, in dem wir jeden Tag beweisen, wie genussvoll eine verantwortungsbewusste Lebensweise sein kann. Wenn Nahrungsmittel aus Tierprodukten keine gesellschaftliche Berechtigung mehr haben, dann wird es auch für andere Formen der Tierausbeutung keinen Boden mehr geben.

Magst du uns von einem Moment/Ereignis erzählen, der/das für dich als Aktivistin besonders wichtig war?
Es ist für mich immer wieder ein besonderer Moment, wenn Menschen sich bei mir nach veganen Rezepten und Alternativen zu erkundigen, die vorher noch nie damit Berührung hatten. Meist war das der Beginn ihrer Ernährungsumstellung und ihres Bewusstseinswandels. Und es erstaunt mich immer wieder, aus welch unerwarteten Ecken ich diese Fragen gestellt bekomme.

Welchen Tipp für Einsteiger-Aktivisten hast du?
Auch wenn man gerade vegan geworden ist, ist es wichtig, Menschen nicht mit Wut und Frustration gegenüber zu treten, die noch nicht so weit in ihrem Denken sind. Für mich ist es manchmal immer noch schwer, wenn da jemand vor einem PETA-Stand in aller Seelenruhe seine Currywurst isst – gleich neben dem Bild von ermordeten Tieren und verhungernden Kindern. Aber wir müssen Verständnis dafür aufbringen, denn Tradition und Fleischindustrie haben dafür gesorgt, dass die gedankliche Verbindung zwischen Tierprodukten und der „Produktionsweise“ gekappt ist.

Viele Menschen fühlen sich unwichtig, und daher ist ihnen auch die Wichtigkeit ihres eigenen Handelns nicht bewusst. Auch wenn es für uns den Anschein macht, dass sie herzlos sind, so ist es doch unsere Gesellschaft, die sie so handeln lässt. Es muss unser Ziel sein, ihnen bewusst zu machen, wie wichtig sie sind. Jeder einzelne sollte Teil der positiven Veränderung sein.

Vielen Dank für dein Engagement, Lea! Wenn auch Ihr Euch gemeinsam mit uns für Tiere einsetzen wollt, werdet Teil unseres Aktivistennetzwerks.

Über den Autor

Anja

seit 2004 vegan und seit 2007 bei PETA Deutschland, hat sie schon europaweit Kampagnen, Demos und Infostände betreut. Sie freut sich über jeden, der durch seine Entscheidungen die Welt für die Tiere besser macht und liebt P!NK – als Künstlerin und als starke Stimme für Tierrechte.

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