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Wenn Kinder Tiere quälen

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Immer wieder schockieren Heranwachsende ihre Umwelt durch brutale Tierquälerei. Wenn Jungen mit Igeln tödliches „Golf spielen“, ein Mädchen gleich mehrere Tiere brutal tötet oder wie vor kurzem ein Jungen sein Kaninchen tritt, schlägt und gegen die Wand schleudert während sein Freund dies filmt und dabei hysterisch lacht, stößt das nicht nur Tierschützern übel auf. Nicht selten werden von letzteren vorschnelle Schlüsse gezogen, zugleich und zu oft aber werden diese Gräueltaten in der allgemeinen Bevölkerung als dumme Jugendstreiche abgetan und verharmlost.

Dabei ist Tierquälerei ein durchaus komplexes Thema. Denn Tiere werden in den unterschiedlichsten Formen und aus den unterschiedlichsten Motiven gequält. Die Wissenschaft widmet sich glücklicherweise zunehmend den Zusammenhängen: Laut Dr. Christoph Paulus von der Universität Saarland, haben 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter zuvor bereits Tiere gequält. Zahlreiche Studien und Fallbeispiele belegen den Zusammenhang zwischen Tierquälerei und späteren Delikten an Menschen. Pädagogen, Staatsanwälte und Gerichte nehmen Tierquälerei inzwischen zum Glück deutlich ernster. Heißt das jetzt, dass Hans, der als kleines Hänschen Tiere quälte, nicht nur nichts dazu gelernt hat, sondern heute sogar Menschen quält? Jein. Täter, die als Heranwachsende Tiere quälen – dazu zählen sogar einige spätere Mehrfach- und Massenmörder – zeigen mit höherer Wahrscheinlichkeit auch Gewaltbereitschaft gegenüber Menschen. Das muss aber nicht zwingend immer so sein. Jeder Mensch ist ein Individuum, generalisierende Voraussagen daher kaum möglich, Beschwichtigungen jedoch ebenso fehl am Platz.

Tierquälerei darf nicht verharmlost werden und  stellt zu Recht einen Straftatbestand dar, der gemäß Tierschutzgesetz mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren bestraft werden kann. Es ist jedoch richtig und wichtig, heranwachsenden Tätern mehr als Bestrafung angedeihen zu lassen. Oft gesellt sich zu einer Verurteilung nach § 17 des Tierschutzgesetzes eine psychiatrische Begutachtung des Täters, eventuell auch eine Einweisung in die forensische Psychiatrie. Hiermit kann oftmals verhindert werden, dass dem Täter weitere Tiere zum Opfer fallen und grausam gequält werden. Und auch dem Täter wird so effektiv geholfen.

Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist es wichtig, Fällen von Tierquälerei nachzugehen, können die Taten doch einen wichtigen Hinweis auf ein von Gewalt und Missbrauch geprägtes Umfeld, auf Gewaltkriminalität oder eine psychiatrisch relevante Störung geben. Zum Aufklären von Tierquälerei sind Zeugen in der Regel unerlässlich. Wer beobachtet, dass Tiere misshandelt und gequält werden, muss sich ein Herz fassen und der Polizei diesen Missstand melden. Nur dann lassen sich entsprechende rechtliche Schritte einleiten, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Tiefergehende Informationen und Tipps, wie Eltern reagieren sollten, wenn ihre Kinder Tiere quälen, gibt es hier.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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