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Was wir von Gandhi lernen können

Obwohl er schon vor über 70 Jahren starb ist Mohandas Karamchand Gandhi noch immer ein Vorbild für viele Menschen und seine Ideen moderner denn je. Gandhi zeigte eindrucksvoll, dass der Kampf für mehr Menschenrechte und der Kampf für eine bessere Behandlung aller Erdbewohner untrennbar zusammengehören. Dabei bediente er sich ausschließlich friedlicher, gewaltloser Mittel. Gandhi glaubte, dass wir, um uns selbst zu respektieren, erst lernen müssen, auch andere Lebensformen zu respektieren. Denn wenn wir Empathie für Lebewesen entwickeln können, die uns am wenigsten ähneln, dann ist es einfach, für die Mitgefühl zu empfinden, die uns am ähnlichsten sind. Er war Vegetarier, weil er es vermied, irgendein lebendes Wesen zu verletzen, er spornte einen Kontinent dazu an, den britischen Imperialismus zu besiegen, er zeigte den Menschen aus höheren Kasten, wie sie den Harijans, der niedrigsten hinduistischen Kaste der „Unberührbaren“, als Brüder die Hand reichen konnten, und er zeigte die Misshandlung von dunkelhäutigen Menschen und Asiaten im von der Apartheid beherrschten Südafrika auf, lange bevor Europäer im Westen zu protestieren begannen.

Seine Grundhaltung heißt auf indisch Satyagraha, das beharrliche Festhalten an der Wahrheit. Wir wissen, was Tieren in der Fleisch-, Milch- und Eierindustrie jeden Tag ihres Lebens angetan wird. Wir dürfen dies nicht ausblenden, auch wenn es vielleicht manchmal weit weg von unserem Alltag erscheint. Ahimsa bedeutet Gewaltlosigkeit, wir dürfen keinem anderen Lebewesen willentlich schaden, nicht aus Eigennutz, vor allem nicht durch Unachtsamkeit. Unerlässlich dafür ist Swaraj, Selbstkontrolle und Selbstbestimmung. Unsere Moral und unser Gewissen stehen über gesellschaftlichen Normen oder Traditionen, wir sollen keine Mitläufer sein, sondern unser Tun aktiv hinterfragen und gegebenenfalls auch mit alten Gewohnheiten brechen. Wenn Gandhi eine Ungerechtigkeit erkannte, bekämpfte er sie, mit der Kraft des Wortes, der Vision und des besseren Arguments.

Gandhi: Die Erde hat genug für die Bedürfnisse eines jeden Menschen, aber nicht für seine Gier.

Unsere Gier nach Fleisch, Eier- und Milchprodukten verbraucht unvorstellbare Mengen an Wasser, Ackerflächen und Ressourcen. Besonders Rinder verursachen viel Methan, weshalb Butter das klimaschädlichste Lebensmittel ist, gefolgt von Rindfleisch. Emissionen indirekt durch die Produktionsprozesse und die Abholzung der Wälder für Weideflächen oder die Anpflanzung von Futtermitteln. Es gibt genug Nahrungsmittel, um alle Menschen auf der Welt zu ernähren. Durch eine vegane Ernährung kann sie so verteilt werden, dass alle genug zu essen haben. Denn nichts kann die „Chancen für ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zu einer vegetarischen Ernährung“ (Albert Einstein).

Gandhi: Unter Demokratie verstehe ich, dass sie dem Schwächsten die gleichen Chancen einräumt wie dem Stärksten

Uns Menschen stehen die Mittel und Möglichkeiten zur Verfügung, Tiere zu versklaven, grausam zu unterdrücken, zu töten, zu essen und anzuziehen. Nur weil wir es können haben wir noch lange keine Berechtigung, Tieren ihr Recht auf Leben und Erfüllung ihrer natürlichen Bedürfnisse abzusprechen. Gandhi nannte den Esstisch den „Friedenstisch“, denn er glaubte, dass Gewaltlosigkeit mit dem beginnt, was wir essen.

Gandhi: Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass aus Unwahrheit und Gewalt auf Dauer niemals Gutes entstehen kann.

Die Bekleidungs–  und Ernährungsindustrie, Zirkusse und Zoos – sie wollen uns glauben machen, die von ihnen eingesperrten Tiere hätten ein glückliches Leben und würden nicht leiden. Hinterfragt man die Werbelügen dann bröckelt die schöne Fassade. Wir erkennen das ausbeuterische System hinter dem schönen Schein. Für unsere Bedürfnisse müssen keine Tiere leiden. Wir brauchen keine Tiere zu quälen, um uns gut zu amüsieren. Essen schmeckt nur dann richtig gut, wenn es ohne Gewissensbisse genossen werden kann.

Gandhi: Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.

Es bringt nichts, die Zustände nur zu beklagen und nichts gegen sie zu unternehmen. Wir alle können etwas tun, dreimal am Tag können wir beim Essen eine mitfühlende Entscheidung treffen. Wir können uns engagieren, Tieren in unserer Umgebung helfen, Menschen die Scheuklappen von den Augen reißen und uns ganz konkret, in unserem praktischen Alltag, immer wieder für die Tiere stark machen. Veganer leben im Reinen mit ihren moralischen Vorstellungen, sie lehnen Das Töten ab und lassen auch nicht zu, dass andere in ihrem Namen töten.
Persönliche Integrität und Gewaltlosigkeit sind die Waffe, die wir einsetzen können, um Tieren zu helfen. Gandhi schaffte das Unfassbare – und auch wir sind auf dem besten Wege. Unsere Gesellschaft ändert sich – weil auch heute noch Menschen jeden Tag Gandhis Prinzipien leben.

Über den Autor

Christiane

ist Aktivistenkoordinatorin bei PETA Deutschland. Sie betreut Aktive in ganz Deutschland und setzt sich vor allem für die Enten und Gänse in der Stopfleber-Produktion ein - denn jedes Tier hat ein Recht auf Leben und Freiheit!

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