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VERLOSUNG: „NO NEED FOR MEAT“ VON ANDREAS BÄR LÄSKER

 

Andreas-Baer-LaeskerAndreas Läsker ist ein guter Typ. Nie um einen knackigen Spruch verlegen, managt der gebürtige Ludwigsburger neben vielen anderen Bands seit über einem Vierteljahrhundert die „Fantastischen Vier“. Der „Bär“, wie Läsker wegen seiner Größe von 1,93 Metern und ehemals rund 160 Kilo auf der Waage von Freunden und Bekannten genannt wird, ist außerdem leidenschaftlicher Fotograf und Koch – und seit knapp zwei Jahren Veganer. Nun ist sein erstes Buch erschienen. Mittlerweile rund 60 Kilo leichter erzählt Andreas Bär Läsker im Interview mit PETA, warum er seine Ernährung umgestellt hat und was die Leser in „No need for meat: Oder: Vegan ist, wenn man trotzdem lacht“ erwartet.
Wir verlosen drei Exemplare des tollen Buches!

 

Warum bist du vegan geworden?

Aus zwei Gründen. Ich habe mich schon lange mit dem Thema Ernährung auseinandergesetzt und dann vor etwa vier Jahren die „China Study“ gelesen. Bis dahin war ich schon so weit gekommen, dass ich selbst viel aus frischen Zutaten gekocht habe und unter anderem meinen Zuckerkonsum drastisch reduziert hatte. Nach 200 Seiten „China Study“ habe ich mir gesagt: „So, das war’s jetzt.“ Ich habe dann umgehend mit dem Fleischessen aufgehört und knapp zwei Jahre später ganz auf vegan umgestellt. Ein zweiter Grund war meine tief verwurzelte Tierliebe. Ich habe selbst zwei Papageien zu Hause, die sich frei in der Wohnung bewegen können. Irgendwann habe ich mich dabei ertappt, wie ich einem der Vögel ein Stück Hühnerfleisch zu essen gegeben habe. Da hat es Klick gemacht. Ich dachte mir: „Du gibst jetzt dem einen Vogel nicht tatsächlich einen anderen Vogel zu futtern.“ Dann habe ich das laue Gefühl, das mich schon immer beim Gedanken an tierische Produkte beschlichen hat, einfach zugelassen. Am Ende ist es eine Mischung aus Verantwortlichkeit, Schuldanerkennung, Schuldbefreiung und fundierten wissenschaftlichen Fakten, die unausweichlich zu einer veganen Ernährung führen.

Wie hat dein Umfeld reagiert?

Meine Frau war erst mal gar nicht begeistert. Ich koche gerne und meine Fleischgerichte haben ihr immer gut geschmeckt. Nach etwa eineinhalb Wochen stiller Rebellion und provozierender Wurst auf dem Frühstückstisch hat sie dann auch die „China Study“ gelesen und nach 250 Seiten gesagt: „O.k., ich bin dabei.“ Heute ist sie eine glühende Verfechterin der veganen Ernährung. Einige meiner Bekannten waren erst mal irritiert und haben sich tatsächlich leicht abgewendet. Nach etwa ein bis zwei Jahren haben sie sich der Idee aber geöffnet. Seitdem mein Buch erschienen ist, ist etwas Lustiges passiert: Viele der Frauen meiner Freunde haben sich ein Exemplar gekauft und bekochen ihre Männer jetzt mit meinen veganen Rezepten. Ich schieße also praktisch von hinten durch die Brust ins Auge (lacht).

Welches Vorurteil gegenüber Veganern stimmt?

Wenn es ein zutreffendes Vorurteil gibt, ist es vielleicht das, dass Veganer sich in einer Art Solidargemeinschaft zusammenschließen. Das ist aber ja auch kein Wunder, als noch Minderheit. Vor allem, wenn man solche Mauern in den Köpfen der Mitmenschen zu überwinden hat. Es ist ja nicht nur so, dass es in ländlicheren Gebieten noch nicht sehr viele vegane Produkte gibt – man wird ja auch oft blöd angelabert. Klar gibt es auch Menschen, die interessiert fragen, aber ich treffe schon öfter auf Unverständnis. Da braucht man dann einfach ein dickes Fell und das Wissen, dass es kein standfestes Argument gegen eine vegane Ernährung gibt. In Großstädten ist das natürlich etwas anderes, da ist der vegane Gedanke absolut angekommen und es gibt immer mehr gute Angebote.

Welches Vorurteil stimmt nicht?

Was mich wirklich fast ins Grab bringt, ist das Wort „militant“ im Zusammenhang mit einer veganen Ernährung. Ich habe nicht die geringste Ahnung, was an der Tatsache, dass ich etwas weiß, das andere offensichtlich nicht wissen, militant sein soll. Wenn ich mit Leuten essen gehe, ist es doch meist andersherum: Viele essen Fleisch und dann werde ich angesprochen, a la: „Du machst hier wieder einen auf vegan.“ Und ich denke dann: „Ich esse einfach nur Nudeln, was willst du von mir?“ – und dann bin ich militant, das ist doch verrückt. Ich sehe das auch an meinem Facebook-Profil, das mittlerweile schon bundesweit Furore macht. Es ist wirklich bemerkenswert, was für ein Aggressionspotenzial in dem Thema Veganismus steckt. Ich sage einfach nur, dass ich es in einer zivilisierten Welt für völlig unnötig erachte, tierische Produkte zu konsumieren. Und daraufhin kriege ich so vor den Latz geknallt, das ist schon spektakulär.

Wie klappt das vegane Leben auf Tour?

Wenn wir mit den Fantas unterwegs sind, sind wir mit 12 Trucks und 90 Mann Personal schon ein riesiger Tross. Da haben wir dann auch unser eigenes Catering dabei und das kocht für uns, was wir uns wünschen. Thomas D lebt ja auch vegan und es gibt immer einige Crewmitglieder, die sich auch pflanzlich ernähren. Ist also alles überhaupt kein Problem. Aber eine Sache möchte ich zum Thema essen unterwegs noch loswerden. Ich kann nicht fassen, wie viele Menschen eine Essparanoia haben. Man muss doch nicht die ganze Zeit essen. Wenn ich mit dem Auto nach Hamburg fahre, brauche ich doch nicht drei warme Mahlzeiten – was ist denn los mit den Leuten? Esst doch mal nichts, das geht auch. Ich habe heute zum Frühstück zum Beispiel eine halbe Banane gegessen, mehr wollte ich nicht. Also antworte ich auf die Frage „Was machst du denn unterwegs?“ gerne mit: „Nichts essen.“

Am 14. Januar ist dein erstes Buch erschienen. Worum geht es?

In meinem Buch „No need for meat: Oder: Vegan ist, wenn man trotzdem lacht“ möchte ich zunächst den Nimbus des Veganen auflösen. Vegan sein macht riesigen Spaß und das Universum des Essens dreht sich nicht um das Schnitzel auf dem Teller. In 13 Kapiteln gibt es viel Prosa, unter anderem mit einem autobiografischen Part – ich gehe also in meiner ganz eigenen Art unterschiedliche Themenbereiche rund um den Veganismus an. Ein Kapitel heißt zum Beispiel „Das Kaum-Zeit-Kontinuum“. Es gibt ja immer noch viele Menschen, die sagen, dass sie einfach keine Zeit zum Kochen haben. Wer keine Zeit findet, seine Mahlzeiten selbst zuzubereiten, wird dann irgendwann viele Stunden im Wartezimmer verbringen, das ist eine absolute Milchmädchenrechnung. Ein anderes Kapitel widmet sich dem ewigen „Essen-unterwegs-Problem“. In dem Abschnitt „Dem Würzen ist ein Kraut gewachsen“ setze ich mich mit den „Tofu schmeckt fad“-Argumenten auseinander. Ja, liebe Leute, ihr müsst auch würzen, Fleisch schmeckt nämlich eigentlich auch nach nichts. Außerdem gibt es einen großen Rezeptteil mit selbst entwickelten, durchaus auch deftigen Gerichten.

Wie bist du auf die Idee gekommen, das Buch zu schreiben?

Angefangen hat alles mit dem Kochen. Meine Frau und ich haben gerne Freunde zum Essen zu Besuch und seit einigen Jahren sind die Gerichte eben vegan. Es gab so begeisterte Rückmeldungen, dass ich angefangen habe, Rezepte aufzuschreiben. Irgendwann kam dann die Idee von Freunden, ich solle doch ein Kochbuch schreiben. Aber davon gibt es ja schon unendlich viele und ich dachte mir, wenn ich etwas in die Richtung mache, dann nach meinem Gusto. Rausgekommen ist ein teilbiografischer Ernährungsratgeber mit illustriertem Kochbuchteil (lacht).

Was kommt jetzt?

Erst mal bin ich aktuell auf Buch-Promotour, ich gebe jeden Tag Interviews – das Interesse ist groß. Im nächsten Schritt plane ich eine vegane Kochsendung. Es gibt ungefähr 30 Kochshows und keine ist auch nur ansatzweise vegetarisch. Langfristig möchte ich meine bisherige berufliche Laufbahn mit dem Thema Veganismus verbinden.

 

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Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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