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Nürnberger Delfinbecken nicht ganz dicht

Delfine leiden unter Umbaumaßnahmen

Laut Medienberichten soll der Umbau des Nürnberger Delfin-Betonbeckens (manche nennen es „Lagune“) mehrere Milionen Euro kosten. Wer diese Millionen Euro zahlen soll ist noch „unklar“, heißt übersetzt vermutlich die Steuerzahler, also indirekt wir alle. Momentan sind im Gespräch etwa 6 Millionen Euro. Das bislang um die 31 Millionen Euro teure Betonbecken, das gerade seinen 5. Geburtstag gefeiert hat, ist nämlich noch immer undicht. Was bedeutet der Umbau und die Reparatur für die 10 Delfine Anke, Moby, Noah, Jenny, Sunny, Arnie, Kai, Dolly, Donna und Nami?

Wasserspiegelsenkung um 15 cm

2017 soll nun mit den Umbaumaßnahmen begonnen werden, nachdem die bisherigen Reparaturmaßnahmen (undichte Fuge am Beckenkopf) kein zufriedenstellendes Ergebnis brachten. Bis dahin und auch die nächsten 1-2 Jahre schwimmen die Delfine  bei abgesenktem Wasserpegel ihre kleinen Kreisrunden. Die an ihrer tiefsten Stelle ohnehin nur 7 m tiefe „Lagune“ verliert an Tiefe, damit kein Salzwasser austritt und das benachbarte Naturschutzgebiet weiter zerstört. Artgerechtes Tauchverhalten? Fehlanzeige.

Dauer-Baulärm verursacht schweren Stress

Die Sanierung soll bei laufendem Betrieb erfolgen. Was ist mit dem Lärm? „Tiergarten-Direktor Dag Encke glaubt nicht, dass die Großen Tümmler irritiert reagieren, wenn sie Baulärm aus dem Nachbarbecken hören“, liest man in den Medien. In Nürnberg glaubt man bekanntlich ja immer, was man gerne möchte. Doch wissenschaftliche Studien zeigen, dass permanenter Dauerlärm mit viel Stress für die sensiblen Meeressäuger verbunden ist. Dass Unterwasserlärm für den Tod von zahlreichen Meeressäugern verantwortlich sein kann, zeigt unter anderem ein Bericht der internationalen Walkommission über einen Vorfall aus dem Jahr 2008, bei dem rund 100 Breitschnabeldelfine offenbar durch die kartographische Erfassung von Ölvorkommen mit Sonargeräten so stark irritiert wurden, dass sie in einer Lagune vor Madagaskar strandeten und starben.

Eingesperrt in noch kleinere Becken

Für die Arbeiten sollen die einzelnen kleinen Becken nacheinander geleert werden. Solange müssen die Delfine in das alte Delfinarium 1 und  in das Delfinarium 2. Himmel über dem Kopf? Sehen sie nicht mehr. Platz? Noch weniger. Tierärzte sollen dauerhaft beobachten, wie die Tümmler auf die Baustelle reagieren. Werden sie dann wieder mit Diazepam (Valium) ruhiggestellt?

Titandrähte werden unter Strom gesetzt

Titandrähte sollen entlang der Beckenwände eingebaut und unter eine geringe elektrische Spannung gesetzt werden. Tiergarten-Bürgermeister Christian Vogel meint, der Elektronenfluss sei so gering, dass er von den Tümmlern nicht wahrgenommen werden kann. Aber wir wissen ja bereits, dass man in Nürnberg gerne glaubt zu wissen, worunter die Delfine leiden und worunter nicht.

Umsiedlung in ein anderes Delfinarium

Drei Delfine sollen umgesiedelt werden. Außerdem gibt es Notfallpläne, auch die anderen Delfine in anderen Zoos unterzubringen, falls sie durch die Bauarbeiten beeinträchtigt werden. Als ob es in Duisburg oder anderen Zoos noch Platz gäbe für weitere Delfine. Vielleicht im Waschbecken oder in der Badewanne? Diese sind auch nicht viel kleiner als das Zoobecken.

Fazit: Die Nürnberger Delfinlagune ist nicht nur nicht ganz dicht- sie ist eine Farce.

Wir von PETA fordern, dass alle Delfine aus dem Nürnberger Zoo in eine betreute Meeresauffangstation überführt werden wie die Delfine des Baltimore National Aquariums. Hier können sie ein halbwegs natürliches Leben führen. Weit weg von Wasserpegelsenkungen, Baulärm, Titandrähten und Zirkusshows. Bitte unterschreibe auch du unsere Petition für die Übersiedlung von allen Delfinen in deutschen Zoos in eine Auffangstation. Herzlichen Dank!

 

 

Über den Autor

Tanja

Tanja hat in Deutschland und Frankreich Zoologie und Meeresbiologie studiert und sich in ihrem Studium und in ihrer Freizeit viel mit Fischen beschäftigt. Getreu dem Motto: Fische sind Freunde, kein Essen - setzt sie sich seit Jahren dafür ein, dass Fische in Ruhe gelassen werden und nicht mehr auf unseren Tellern landen.

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