Verschiedenes

20 Jahre PETA Deutschland: Sabine

20 Jahre PETA Deutschland e.V. – das heißt 20 Jahre im Einsatz für die Tiere. Das bedeutet spektakuläre Aktionen und Kampagnen, Enthüllungen durch Undercover-Ermittlungen sowie unzählige Erfolge für die Tiere. Mit immer neuen, innovativen und konsequenten Maßnahmen rückt PETA das Leid von Milliarden Tieren in der Nahrungsmittel-, Bekleidungs- und Unterhaltungsindustrie in den öffentlichen Fokus.

PETA Deutschland e.V. ist eine Schwesterorganisation von PETA USA, der mit über drei Millionen Unterstützern weltweit größten Tierrechtsorganisation. Ziel der Organisation ist es, durch Aufdecken von Tierquälerei, Aufklärung der Öffentlichkeit und Veränderung der Lebensweise jedem Tier zu einem besseren Leben zu verhelfen. Wir vertreten die Ansicht, dass die Grundrechte von Tieren berücksichtigt werden müssen. Genau wie wir Menschen sind auch Tiere leidensfähig und wollen ihr Leben leben. Daher steht es uns nicht zu, sie für unsere Ernährung, für die Produktion unserer Bekleidung, für Experimente oder aus irgendeinem anderen Grund auszunutzen.

20 Jahre PETA Deutschland bedeutet: zahlreiche Menschen, die sich jeden Tag für Tiere einsetzen und ihnen ihre Stimme geben. Wir stellen diese Menschen vor.

Name:
Sabine

Was ist Deine Aufgabe bei PETA Deutschland?
Als Fachreferentin für Tierische Mitbewohner ergreife ich Partei für die 28 Millionen Tiere, die in Deutschland als Gefährten mit Zweibeinern leben.

Welches Tierrechtsthema liegt Dir besonders am Herzen?
Da gibt es viele Themen. Mein Schwerpunkt liegt wohl auf Tiermissbrauch. Dieser kann ganz unterschiedlich aussehen: sexueller Missbrauch, Gewalt oder auch unabsichtlich, wie etwa falsche Rollenzuweisung (z.B. Hund als Kindersatz). Das Wie ist also zweitrangig: Wann immer ein Mensch seine besser gestellte Position auf Kosten anderer Lebewesen, die sich dagegen nicht wehren können, ausnützt, ist dies Unrecht. Wenn die Bedürfnisse des Benachteiligten auf der Strecke bleiben, um die Bedürfnisse des Menschen zu erfüllen, ist das Missbrauch.

In der Natur gilt zwar das Gesetz des Stärkeren. Doch wir Menschen haben uns weit von der Natur entfernt – unter anderem haben wir das unserer außergewöhnlichen Empathie zu verdanken. Sie befähigte uns zu einzigartigen Teamplayern, die zusammen Unglaubliches erreichen konnten. Doch diese Empathie hat noch eine andere Seite: Wir sind dadurch auch in der Lage, Leid und Unrecht überhaupt erst zu erfassen. Gerne würden wir das ausblenden, doch das wäre falsch. Richtig ist es, diese Fähigkeit als Gabe anzusehen und dafür zu nutzen, unsere Welt zum Positiven zu verändern.

Dein Tipp für alle, die sich für Tiere einsetzen möchten.
Hört auf Euer Herz. Es sagt Euch schon, was richtig ist – jedem von uns. Warum sonst wehren sich viele Menschen so gegen Veränderung? Weil sie in ihrem Herzen wissen, dass es falsch ist, was sie tun und diese Einsicht tut weh. Denn es ist schwer, ehrliche Selbstkritik zu üben, sich dabei jedoch nicht selbst zu verurteilen.

Ich denke, genau deshalb wird auch unsere Kampagne so kontrovers aufgenommen. Es geht doch gar nicht um „Befehlston“ oder nicht. Ich verstehe sie als Aufforderung zur Veränderung. Doch dafür ist ein ehrlicher Blick auf das eigene Handeln nötig: man muss der harten Wahrheit ins Auge sehen und das hält nicht jeder so leicht aus. Doch es geht nicht um Verurteilung, sondern um Courage. Die wenigsten von uns sind vegan auf die Welt gekommen. Ich bin z.B. auch mit Landwirtschaft aufgewachsen. Auch ich habe mir lange Zeit eingeredet, dass es schon seine Richtigkeit habe, die sanftmütigen Kühe zuerst ihrer Kälber, dann ihrer Milch und zum Schluss ihres Lebens zu berauben. Ich habe schon viele Tiere sterben sehen, auch in der Tierarztpraxis. Doch erst als ich durch meine Arbeit in einem Pflegeheim auch den Tod einiger Menschen miterlebte, wurde mir eines Tages bewusst, dass unser ach so einzigartiges Leben für alle das Gleiche bedeutet: Für mich, für meine Mitmenschen und genauso auch für die Tiere. Da gibt es keine Unterschiede.

Wir kommen alle durch Geburt zur Welt, wir wachsen heran, altern und am Ende sterben wir alle gleichermaßen: Wir hören auf zu atmen und während unser Herz noch ein letztes Mal schlägt, hauchen wir das Leben aus. Wo ist also der Unterschied, der es rechtfertigen würde, einem anderen Lebewesen etwas so Kostbares zu nehmen? Und ich war schockiert, dass ich dieses Unrecht so lange Zeit ganz selbstverständlich begangen hatte. Doch das Geschehene lässt sich nicht mehr ändern. Darum sollten wir nach vorne blicken und uns bei jedem veganen Essen und jedem veganen Einkauf über das Leben freuen, das wir dadurch retten. Und wenn wir mit Menschen sprechen, die der Wahrheit noch nicht ins Auge geblickt haben, sollten wir uns immer auch unsere eigene Entwicklung vor Augen halten.

Was war Dein schönstes/aufregendstes/traurigstes/lustigstes Erlebnis bei PETA?
Ich bin erst seit wenigen Monaten dabei und so liegen die meisten Erlebnisse wohl noch vor mir. Natürlich ist es jedes Mal ein Highlight, wenn auch nur einem einzigen Tier das Leben verbessert werden konnte. Doch am meisten überwältigt mich immer noch die Tatsache, überhaupt Teil dieser Familie geworden zu sein. Die Menschen, die mit mir bei PETA für die Tiere arbeiten, sind so unterschiedlich, wie die bunt zusammen gewürfelten Mitfahrer in einer U-Bahn. Und dennoch sind hier respektvoller Umgang, Verständnis und Wertschätzung selbstverständlich – ebenso wie vegane Kekse, oder die ehrliche Freude über jeden noch so kleinen Erfolg für die Tiere. Wir leben hier im kleinen Rahmen das, was überall auf der Welt möglich und auch nötig wäre. Das ist eine wundervolle Erfahrung.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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