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Ratten fühlen Schmerz und sind kitzelig

Eine in der Zeitschrift Applied Animal Behaviour Science veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass Ratten, denen eine Injektion in den Unterleib verabreicht werden soll, mit der schmerzhaften Prozedur besser umgehen können, wenn man kurz vorher mit ihnen spielt oder sie kitzelt. Somit hat die Wissenschaft einmal mehr bewiesen, was uns unser gesunder Menschenverstand schon lange sagt: Ratten und Mäuse empfinden genau wie alle anderen Tiere auch Schmerz und Freude und sie leiden, wenn man sie als Laborequipment einsetzt. Wie Dr. Marc Bekoff in einem kürzlich veröffentlichten Beitrag auf Psychology Today bemerkte, führt uns das zu der Frage: „Warum werden diese interessanten, sensiblen Tiere überhaupt in Versuchen gequält?“ Und warum sind Ratten und Mäuse vom amerikanischen Tierschutzgesetz ausgeschlossen – dem einzigen US-Bundesgesetz, das den Umgang mit Tiere im Labor regelt?

Wir wissen mittlerweile, dass Ratten und Mäuse miteinander über Hochfrequenzlaute kommunizieren, die der Mensch nicht hören kann. Die Tiere bauen emotionale Beziehungen zueinander auf, lieben ihre Familie und entwickeln schnell eine Bindung zu ihrem Menschen. Ratten zeigen nicht nur Mitgefühl, sondern auch Altruismus. Sie versuchen, Schaden und Schmerz von anderen abzuwenden. Und trotzdem gehen Schätzungen davon aus, dass über 100 Millionen Mäuse und Ratten jedes Jahr in US-Labors getötet werden. Genaue Zahlen sind nicht bekannt, da das Leben dieser Tiere vor dem Gesetz so wenig wert ist, dass Vivisektoren sie noch nicht einmal zählen müssen. In Deutschland wurden laut der offiziellen „Versuchstierstatistik“ des BMLE (Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung) im Jahr 2013 2.199.671 Mäuse und 375.656 Ratten für Tierversuche missbraucht – in der Realität dürfte die Zahl wesentlich höher liegen.

rat in stereotaxic device, incision on head

Ratten und Mäuse, die in Experimenten eingesetzt werden, verbringen ihr Leben in kahlen Käfigen so groß wie ein Schuhkarton. Man fügt ihnen Verbrennungen zu, schneidet sie auf, verabreicht ihnen Elektroschocks, vergiftet sie, isoliert sie von ihren Artgenossen, lässt sie verhungern und dehydrieren, fixiert sie in verschiedenen Positionen, macht sie drogenabhängig und ruft Hirnschäden hervor. Oftmals erhalten die Tiere dafür keinerlei Schmerzmittel, da dies von Gesetzeswegen nicht gefordert wird. Eine Studie von Forschern der Newcastle University aus dem Jahr 2009 fand heraus, dass Mäuse und Ratten, an denen schmerzhafte, invasive Prozeduren durchgeführt wurden – z.B. Schädeloperationen, Verbrennungsexperimente und Wirbelsäulenoperationen – nur in 20 Prozent der Fälle in der Zeit nach dem Eingriff Schmerzmittel erhielten.

Von dem ausgehend, was wir über Ratten, Mäuse und ihr Schmerzempfinden wissen, liegt es auf der Hand, dass diese Tiere nicht deshalb vom Tierschutzgesetz ausgeschlossen sind und keine Schmerzmittel erhalten, weil es die Experimentatoren nicht besser wissen – sondern deshalb, weil es diesen Menschen das Leiden der Tiere egal ist.

Lasst uns den Forschern zeigen, dass uns die tausenden Mäuse und Ratten etwas bedeuten, die Jahr für Jahr in Versuchen für Medikamente und Chemikalien vergiftet und getötet werden. Bitte fordert die U.S. Food and Drug Administration auf, hochwertige tierfreie Methoden anstelle der archaischen, unzuverlässigen und grausamen Tierversuche zu akzeptieren.

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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