Verschiedenes

Selbst Quallen schlafen – erster Nachweis für Schlaf bei einem Tier ohne Gehirn

Quallen schlafen auch in der Nacht

Laut einer neuen Studie gelang es Wissenschaftlern nachzuweisen, dass auch Quallen schlafen. Und zwar ganz normal wie wir Menschen in der Nacht. Quallen gehören zu den wirbellosen Nesseltieren- und haben weder ein Gehirn, noch ein Herz oder Blut. Aber ihren Schlaf brauchen die Quallen.

Die Biologen untersuchten Schirmquallen der Gattung Cassiopeia.

An drei Merkmalen erkannten sie, dass die Quallen schlafen:

  1. Schirmquallen sind nachts weniger aktiv.
  2. Sie reagieren nur verzögert auf Außenreize.
  3. Sie holen bei Schlafentzug diesen tagsüber nach.

Die Quallen weisen damit alle drei Merkmale eines echten Schlafs auf, wie Forscher im Fachmagazin „Current Biology“ berichten.

Ein schlafendes Lebewesen ist nämlich weniger aktiv, es reagiert langsamer und schwächer auf äußere Reize und es entwickelt ein erhöhtes Schlafbedürfnis, wenn man es am länger am Ruhen hindert. Genauso wie wir.

Als die Forscher die Schirmquallen rund um die Uhr per Video beobachteten, zeigte sich:

Nachts pumpen die Quallen deutlich langsamer als am Tage – nur noch 39 statt 58 Pulse pro Minute. Sie machen demnach offenbar eine Ruhephase mit reduzierter Aktivität durch – das erste Kriterium des Schlafens.

Zog man der auf dem Grund sitzenden Qualle während einer solchen Ruhepause den Boden unter dem Körper weg, reagierte sie mit Verzögerung und driftete mehrere Sekunden lang regungslos im Wasser, bevor sie „aufwachte“ und aktiv wieder zum Boden zurückschwamm.

Der letzte Test war der Schlafentzug: Während der Nacht störten die Wissenschaftler die Schirmquallen immer wieder mit einem Wasserstoß und hinderten sie so daran, ihre Ruhephase einzuhalten. Am nächsten Tag reagierten die Tiere ähnlich übernächtigt wie wir Menschen nach einer schlaflosen Nacht: Sie waren weniger aktiv und legten auch tagsüber immer wieder Phasen der Ruhe und langsameren Pulse ein. Wenn sie ihren Schlaf dann nachgeholt hatten, normalisierte sich dies wieder.

Man braucht kein Gehirn um zu schlafen – oder Schmerz zu empfinden

Das bedeutet, dass der Schlaf stammesgeschichtlich sehr alt ist und noch vor dem Zentralnervensystem entstand. Man braucht also kein Gehirn um zu schlafen. Mit dem Schmerzempfinden ist es ähnlich. Man braucht kein Zentralnervensystem um Schmerz zu empfinden.Das zeigen zum Beispiel auch Studien an Krebstieren.

Wir brauchen dringend einen besseren gesetzlichen Schutz von wirbellosen Tieren

Wir von PETA fordern einen besseren gesetzlichen Schutz von wirbellosen Tieren wie Krebstieren, Weichtieren wie Schnecken, Muscheln, Kraken und auch von Quallen, die im Sommer oft aus dem Meer gefischt und in den Müll geworfen werden. Tierquälerei an Wirbellosen wird als „Ordnungswidrigkeit“ geahndet und nicht wie bei Wirbeltieren als „Straftat“.

Bitte zeige auch Du ein Herz für wirbellose Tiere und streiche sie von Deinem Teller, rette sie aus anderen Tellern und versuche es doch einmal mit veganen Leckereien. Natürlich kannst Du auch an die Bundesregierung eine freundliche E-Mail schreiben und diese auffordern, wirbellose Tiere ebenso zu schützen wie Wirbeltiere. Vielen Dank!

Über den Autor

Tanja

Tanja hat in Deutschland und Frankreich Zoologie und Meeresbiologie studiert und sich in ihrem Studium und in ihrer Freizeit viel mit Fischen beschäftigt. Getreu dem Motto: Fische sind Freunde, kein Essen - setzt sie sich seit Jahren dafür ein, dass Fische in Ruhe gelassen werden und nicht mehr auf unseren Tellern landen.

Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen