Haustiere Verschiedenes

PETA USA hilft Tieren nach dem Hurricane Irene

Dieser Blogeintrag ist von der PETA-Vorsitzenden Ingrid Newkirk geschrieben.

Das von Hurricane Irene zerstörte Gebäude von PETA USA.

Es ist jetzt Sonntagmorgen und unser Bürogebäude ist reichlich ramponiert. Zwei unserer Fahrzeuge mussten wir aufgeben, aber noch sind zwei übrig und helfen uns dabei, unsere Arbeit zu tun. Es ist toll zu sehen, dass die Menschen auch weiterhin bei uns anrufen. Die letzte Nacht war hart: Wir mussten in dunkle, verlassene Straßen fahren, ohne Ampeln, durch überschwemmte Gebiete; alle Brücken geschlossen, viele Tunnel und Straßen schlichtweg nicht passierbar und Äste fliegen überall umher. Um nur eine Meile weit zu kommen haben wir länger gebraucht, als wir an einem guten Tag für fünf Meilen brauchen. Oft mussten wir umdrehen und eine neue Route suchen, weil in vielen Straßen verlassene Autos standen, die Lichter schon unter der Wasseroberfläche. Aber für die Tiere war unser Einsatz ein Erfolg! Ich kann nicht viel schreiben, weil wir gleich wieder los müssen – aber hier schon ein paar Geschichten über die Tiere, denen wir helfen konnten.

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erhielten wir einen Anruf über einen Hund namens Nikita. Zu dem Zeitpunkt hatten wir Windgeschwindigkeiten von fast 112 km/h. Nikita war bereits seit drei Tagen in seinem Verschlag – zum „Schutz“ hatte er nur eine dünne Holzplatte über sich. Seine Familie hatte die Stadt verlassen. Wir nahmen ihn mit und so entstanden diese Vorher-Nachher-Bilder. Wir werden wenn alles vorbei ist mit seiner Familie sprechen und hoffen, sie vor Gericht zu bringen.

Nikita vor der Rettung
Nikita nach der Rettung

Und nein – wir werden die Tiere, die alleine zurückgelassen wurden, sicher nicht zu ihren „Besitzern“ zurückbringen.

Nikitas PETA-Pflegeeltern berichten uns Folgendes:
„Er ist ein echter Draufgänger… er war so glücklich, mit ins Haus zu dürfen und hat sich direkt an uns gekuschelt. Nach einer Stunde ist er schon in unserem Haus herum gerannt, als hätte er schon immer hier gelebt. Wir haben sogar „Seilziehen“ gespielt! Er lag auf dem Sofa, dem Boden, dem Sessel – einfach überall wo wir waren. Einmal hörte er ein Geräusch an der Tür und hat sofort geknurrt, um den möglichen Eindringling zu verscheuchen. Er wollte uns beschützen, selbst nachdem ihm „seine“ Menschen so etwas Schreckliches angetan hatten.“

Um Mitternacht fuhr ich mit einer anderen Mitarbeiterin zu Motel 6. Eine bedürftige Familie, die selbst kein Zuhause hatte, hatte sich in ein undichtes Zimmer zurückgezogen: Ihr Pit Bull Welpe, Prada, litt unter Parvovirose und lag im Sterben. Die Kleine war gerade einmal drei Monate alt und wurde ganz eindeutig sehr von ihrer Familie geliebt. 36 Stunden davor hatten sie ihr ganzes Geld zusammengekratzt und waren mit ihr zum Tierarzt gefahren. Der Tierarzt nahm das Geld und pumpte Prada mit einer Infusion voll, obwohl bereits klar gewesen sein muss, dass das Tier keine Chance hat. Jetzt hatte sie große Schmerzen, wimmerte, und die Familie war verzweifelt. Sie baten uns, ihr Familienmitglied von seinem Leid zu erlösen. Der Mann sagte: „Als ich sah, wie ihr Tränen übers Gesicht liefen, wusste ich, dass ich anrufen musste.“ Die Hündin konnte ihren Kopf nicht mehr anheben und lag den ganzen Weg zurück zu unserem Büro zusammengekauert auf unserem Schoß; dann konnten wir sie erlösen.

Als sich heute Morgen das Wasser langsam zurückzog und wir das Ausmaß der Zerstörung zu sehen begannen, erreichte uns ein Anruf der örtlichen Feuerwehr. Ein von Räude befallener Hund war ihnen zugelaufen und auf dem Boden des Feuerwehrhauses zusammengebrochen. Die Beamten waren sehr bemüht und gaben dem Hund wohl mehr Liebe, als er jemals zuvor bekommen hatte. Man konnte noch die Abdrücke eines Halsbandes sehen und am Körper hatte er mehr Wunden als Fell. Jetzt liegt er in unserem Büro auf dem Sofa und erholt sich von seiner Willkommensmahlzeit.

Vielen Dank an alle, die angerufen haben. Danke an unsere Mitarbeiter, die die ganze Nacht im schwankenden Bürogebäude blieben („es war, als würde die Erde schon wieder beben“), an all die Menschen, die nicht die Stadt verließen, sondern die Anrufe annahmen und ihnen nachkamen. Danke an unsere zweite Vorsitzende der Notfallabteilung, Daphna Nachminovitch, die die ganze Nacht draußen war und das letzte Stück zurück schwimmen musste. Ihre Watstiefel, die ihr bis zur Hüfte gingen, reichten einfach nicht mehr aus, um sie trocken zu halten. Die Straße war zu überschwemmt, um noch befahrbar zu sein. Kurz nach ihrer Rückkehr, kam ein neuer Anruf und sie musste wieder los. Danke an alle Mitarbeiter, Freiwilligen und Praktikanten, die die Menschen in den letzten drei Tagen gebeten hatten, ihre Tiere mit ins Haus zu nehmen und an Pete Raffeto und sein Team, die uns mit allem versorgt haben, was wir benötigten. Danke an alle, die jetzt den Schutt wegräumen und alle, die anderweitig mitgeholfen haben.

Vielen, vielen Dank an all die Menschen, die uns dies durch ihre Spenden an den Emergency Rescue Fund ermöglichen. Wir lieben euch!

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Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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