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Drei richtig gute Nachrichten: Die Auswilderung von Orca Morgan ist immer noch möglich

© iStock/Schaef1

Wir haben heute drei erfreuliche Nachrichten für euch.

Erstens: Die Biologin Dr. Visser von der Free Morgan Foundation hält es noch für möglich, Morgan und ihre Familie zusammenzuführen.

Zweitens: Eine neue wissenschaftliche Studie in der Zeitschrift „Animals“ kommt zu dem Schluss, dass die Gefangenhaltung von Orcas moralisch unvertretbar ist.

Drittens: Delfindame Chensam, die 2013 aus einem Meereszoo auf die Freiheit vorbereitet und in Nordkorea zurück ins Meer entlassen wurde, wurde mit einem Baby gesichtet.

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Aber der Reihe nach:

1. Morgan könnte noch zurück zu ihrer Familie finden

Die neuseeländische Orca-Expertin Ingrid N. Visser setzt sich dafür ein, dass Orca-Dame Morgan, die leider noch immer im Loro Parque auf Teneriffa eingesperrt ist, wieder ausgewildert wird. In einem Interview erklärt sie, dass ein Meeresgehege nach wie vor eine Option sei für Morgan, denn so könne Morgan Kontakt zu ihrer Familie aufnehmen. Diese konnte in Norwegen anhand ihrer spezifischen Rufe ausfindig gemacht werden. Der Vorwurf der Biologin: „Von Anfang an hat man eigentlich alles getan, um Morgans Wiederauswilderung zu verhindern.“

Die Lügenchronik

  • Als Morgan 2010 vor der niederländischen Nordseeküste entdeckt wurde hieß es, sie sei zu jung, um ohne fremde Hilfe zu überleben. Laut Dr. Visser ist dies eine Lüge, denn Tabellen von Größe und Alter widerlegten die Schätzung des Delfinariums. „Sie war damals niemals erst 18 Monate alt, wie von den Delfinarienbetreibern, behauptet wurde, eher drei oder vier Jahre, vielleicht sogar schon fünf“, so Visser im Interview. Erst jetzt, wo Morgan als Zuchttier verwendet werden soll, räumt man ein, dass sie bei ihrem Fang schon viel älter war.
  • Damals behauptete man, sie sei von Muttermilch abhängig, versuchte jedoch nie, ihr Milch zu geben. Stattdessen fütterte man sie von Beginn an mit totem Fisch.
  • Als Morgan sich erholte, ließ man sie nicht frei, sondern sperrte sie weiterhin in ein winziges Becken und lehrte sie Tricks. Bei dem Gerichtsverfahren, das über ihr Schicksal entschied, heuchelte man dann Bedauern, weil sie sich angeblich nicht mehr natürlich verhielt.
  • Anschließend wurde behauptet, dass Morgans Familie nicht gefunden werden konnte. Laut Dr. Visser wurde ihre Familie in Norwegen ausfindig gemacht.
  • Laut einem kurzfristig vor dem Gerichtsurteil bekannt gegebenen Untersuchungsergebnis der Delfinarienbetreiber hat Morgan eine Hörschwäche oder ist taub. Allerdings wurde eine Untersuchung des Tieres durch unabhängige Experten zwar mehrfach beantragt, jedoch stets abgewiesen. Ist es eine Lüge? Wir wissen es nicht. Aber selbst wenn Mogan taub wäre, könnte sie laut der Orca-Expertin in ihrer Familie auch taub überleben.

Marktwert von Morgan

Der Marktwert von Morgan wurde bei der Gerichtsverhandlung auf 15 Millionen Euro geschätzt. Für 15 Millionen Euro lügen viele Menschen gerne.

Was du für Morgan tun kannst: Bitte unterschreibe unsere Petition an den Loro Parque: Morgan soll in ein Meeresgehege überführt werden und es soll Kontakt zu ihrer Familie gesucht werden.

2. Eine neue Studie in der Zeitschrift „Animals“ spricht sich gegen die Gefangenhaltung von Orcas aus

In einer kürzlich veröffentlichten Studie „Orca Behavior and Subsequent Aggression Associated with Oceanarium Confinementkommen Wissenschaftler zu dem Schluss, dass die Gefangenhaltung von Orcas und ihre Teilnahme in Shows moralisch unvertretbar ist, aufgrund ihrer hohen Intelligenz, ihres komplexen Verhaltensrepertoires und den offensichtlich schädlichen Auswirkungen der Gefangenschaft und Unterhaltungsshows auf die Tiere. Die Autoren berufen sich hierbei auch auf die Aggressivität der eingesperrten Orcas und ihre Angriffe auf Menschen, während in Freiheit noch nie ein Angriff von Schwertwalen auf Menschen dokumentiert wurde.

3. Die 2013 in die Freiheit entlassene Delfindame Chunsam wurde kürzlich mit Baby gesichtet

Laut Ric O’Barry’s Dolphin Project wurde die Delfindame Chunsam 2009 gemeinsam mit vier weiteren Delfinen illegal im indopazifischen Ozean gefangen und an Zoos in Südkorea verkauft. Dank der unnachlässigen Arbeit von Delfinschützern beauftragte das höchste Gericht in Südkorea 2013 ihre Freilassung. Ric O’Barry bereitete die Delfine auf ihre Auswilderung vor. Im Sommer 2013 war Chunsam zurück im Ozean. Jetzt, drei Jahre später, wurde sie gesichtet: es geht ihr hervorragend und sie hat sogar ein Baby bekommen.

Diese erfolgreiche Auswilderung ist keinesfalls ein Einzelfall. Laut Ric O’Barry gelang die Wiederauswilderung von Delfinen auch in Guatemala, Nicaragua, Haiti, Brazil, Colombia, Bahamas Islands und in den USA.

Was du tun kannst: Bitte appelliere hier auch an die deutschen Delfinarien, ihre Delfinhaltung endlich einzustellen und den Delfinen ihre Freiheit zu schenken. Wenn nicht im Ozean, dann in einem Meeresgehege. Vielen Dank!

 

Über den Autor

Tanja

Tanja hat in Deutschland und Frankreich Zoologie und Meeresbiologie studiert und sich in ihrem Studium und in ihrer Freizeit viel mit Fischen beschäftigt. Getreu dem Motto: Fische sind Freunde, kein Essen - setzt sie sich seit Jahren dafür ein, dass Fische in Ruhe gelassen werden und nicht mehr auf unseren Tellern landen.

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