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Michelle, Hühnereier sind kein Spielzeug!

Traditionen sind so eine Sache. Manche mögen sie, manche halten sie für überflüssig. Sie sind aber in jedem Fall kein Grund ein Lebewesen auszubeuten und zu töten – leider ist dies aber bei vielen Traditionen der Fall. So auch beim Osterfest im weißen Haus: Die First Lady lädt wie jedes Jahr zum traditionellen „Easter Egg Roll“ ein. Dabei rollen Kinder am Ostermontag hartgekochte Hühnereier mit langen Löffeln über die Wiese. Unsere Kollegen aus den USA haben ein sehr schönes Video gemacht, indem Kinder die First Lady überzeugend bitten keine Hühnereier als Spielzeug zu verwenden.

…jeden Tag ein Ei, boak boak, und sonntags auch mal zwei…

„Hühner legen doch aber sowieso jeden Tag ein Ei, warum ist das dann Tierquälerei? Richtig, weil der Mensch Hennen zu Eiermaschinen gezüchtet hat. Eine Henne würde normalerweise, wie jeder Vogel auch, zweimal im Jahr ein Nest bauen und 15- 20 Eier legen um sich fortzupflanzen. Heutzutage legen Hennen um die 300 Eier im Jahr und sind deshalb nach etwa dieser Zeit körperlich am Ende. Die Mauser und die nachfolgende Legeleistung wären unwirtschaftlich und deshalb werden Hennen nach etwa einem Jahr brutal zusammengetrieben, in Kisten gestopft und zum Schlachter transportiert. Und dabei haben die meisten Hennen niemals in der Erde scharren können, ein Sandbad nehmen oder die Wiese nach Insekten absuchen können. Über 75 % der Hennen leben nämlich in Boden– und Käfighaltung. Bodenhaltung bedeutet ein Leben in großen Hallen mit tausenden anderen Hennen. Die Sitzstangen sind bis unter die Decke gestaffelt, die gelegten Eier und das Futter werden vollautomatisch mittels Laufbändern transportiert. Bein- und Flügelbrüche sowie Kannibalismus treten in nahezu jedem Haltungssystem auf – Tiere, die vorzeitig sterben sind einkalkuliert. Genauso schlimm: die Küken schlüpfen anonym in riesigen Brütereien. In den Plastikkisten schreien sie nach ihrer Mutter, nach Schutz und einem warmen Nest. Stattdessen werden sie auf langen Fließbändern „gesext“ und die männlichen Küken werden meist schon an ihrem ersten Lebenstag vergast oder lebend in den Schredder geworfen. Sie sind Müll, weil sie keine Eier legen und unwirtschaftlich, weil sie nicht so viel Fleisch ansetzten wie ihre Leidensgenossen aus der Mast.

Ist ein Brauch das ganze Leid wert? Nein!

Deshalb hier einige leidfreie Alternativen für euer veganes Osternest.

 

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Über den Autor

Lisa

ist Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie. Sie hat Agrarwissenschaften studiert und will sich nun für alle Tiere stark machen, egal ob sie muhen, grunzen, gackern, bellen oder miauen.

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