Unterhaltung Verschiedenes

Tierquälerstadt Memmingen

Tradition rechtfertigt weder Tier- noch Frauenfeindlichkeit

Kein Grund zur Vorfreude: am kommenden Samstag findet in Memmingen wieder der Fischertag statt. Dann werden hunderte männliche Mitglieder des Fischereivereins bei peinlichem Fischergesang „Jagd“ auf friedliche Fische im knietiefen Stadtbach machen: sie mit Keschern hetzen, fangen, wiegen und töten.

Tausende Fische, die im Moment noch ahnungslos ihr Leben genießen, werden Angst, Stress und Schmerz erleiden. Punkt acht Uhr springen die Fischer in den Stadtbach und jagen die Fische. In Eimern werden sie dann zu sogenannten „Versorgungsstationen“ gebracht und getötet. Die größten gefangenen Fische – unter denen sich die Königsforelle befindet – werden in ein Becken gesperrt und gewogen. Zum Schluss wird der Fischerkönig geehrt.

PETAs Plakataktion

Daher haben wir die Stadt Memmingen in Tierquälerstadt umbetitelt und wollten mit Plakaten auf das Tierleid aufmerksam machen, doch unsere Plakate wurden von den Werbeflächenanbietern abgelehnt.

Nach unserer Auffassung verstößt der Fischertag aber nicht nur gegen das Tierschutzgesetz, sondern auch gegen das Gleichstellungsgesetz, da Frauen im Memminger Stadtbach nicht mitfischen dürfen (vgl. § 8 Abs. 3 der Satzung des Memminger Fischertagsvereins). Zum Zeitpunkt der Einführung des Fischertags im Jahr 1597 – und noch lange Zeit danach – unterlagen Frauen sowohl psychisch als auch physisch der Gewalt von Männern.  Die veralteten Ansichten einer unterschiedlichen Gleichwertigkeit von Mann und Frau werden durch den Memminger Fischertagsverein heute immernoch gefördert und aufrechterhalten. Und die Politik sieht dabei zu.

Politiker haben die Pflicht jegliche Diskriminierung von Frauen zu unterbinden

Daher haben wir unter anderem auch die bayerische Frauenbeauftragte Emilia Müller aufgefordert, sich für ein Ende der Tierqualveranstaltung stark zu machen.

Bereits seit vielen Jahren setzen wir uns für die Abschaffung des „Spektakels“ ein und erstatteten aufgrund von Verstößen gegen das Tierschutzgesetz auch Strafanzeigen: Nicht nur bereitet die Jagd den Fischen erhebliche langanhaltende Schmerzen und Leiden (Paragraph 17, Nr. 2 b Tierschutzgesetz), sondern die Tiere werden zudem ohne „vernünftigen Grund“ getötet, da es sich auch um eine Wettangelveranstaltung handelt (Paragraph 17, Nr. 1 Tierschutzgesetz). Videoaufnahmen zeigen zudem, dass mindestens ein Fisch noch lebte, als er aufgeschnitten wurde.

So kannst du helfen

Wenn du auch der Meinung bist, dass Memmingen den Fischertag in die Geschichtsbücher verbannen soll, dann unterschreibe bitte unsere Petition und teile sie. Vielen Dank!

 

 

 

Über den Autor

Tanja

Tanja hat in Deutschland und Frankreich Zoologie und Meeresbiologie studiert und sich in ihrem Studium und in ihrer Freizeit viel mit Fischen beschäftigt. Getreu dem Motto: Fische sind Freunde, kein Essen - setzt sie sich seit Jahren dafür ein, dass Fische in Ruhe gelassen werden und nicht mehr auf unseren Tellern landen.

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