Fleischkennzeichnung: So werdet Ihr von Lidl getäuscht!
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Fleischkennzeichnung: So werdet Ihr von Lidl getäuscht!

Fleisch Lidl

Der Discounter Lidl hat seit diesem Monat eine Fleischkennzeichnung nach Haltungsbedingungen eingeführt – ähnlich wie das Kennzeichnungssystem bei Hühnereiern. Trägt der Discounter damit zum Tierschutz bei oder werden Verbraucher getäuscht?

Die Kritik an der Tierhaltungsindustrie bricht nicht ab

Immer mehr Menschen fordern bessere Haltungssysteme und kritisieren gleichzeitig, dass Verbraucher nicht eindeutig erkennen können, wie die Tiere gehalten wurden. Deshalb stampfen die Politik, Verbände und sogar „Tierschutzorganisationen“ immer mehr sogenannter Tierschutzlabel aus dem Boden. Für die Tiere bedeuten solche Siegel, wenn überhaupt, marginale Verbesserungen. Durch diese freiwilligen Label sollen hauptsächlich die Verbraucher beruhigt und die Industrie vor strengeren Gesetzten geschützt werden.

Bei Lidl wird die Fleischkennzeichnung der Eigenmarken künftig mit einem Vier-Stufen-Modell angegeben:

Stufe 1 bedeutet dabei lediglich „Stallhaltung nach gesetzlichem Standard“.

Stufe 2 heißt „Stallhaltung Plus“, was etwas mehr Platz und Beschäftigungsmaterial bedeuten soll.

Stufe 3 bedeutet „Auslauf“. Nach Angaben von Lidl, heißt das unter anderem, dass die Tiere etwas mehr Platz sowie Zugang zu sogenannten Außenklimabereichen 8nicht gleichzusetzten mit Auslauf ins Freiland) haben.

Stufe 4 ist „Bio“, also die Tierhalter müssen sich an die EU-Richtlinien für Biolandwirtschaft halten.

Darf es ein bisschen mehr sein?

Weiter verkündet Lidl, dass sie ab Anfang 2019 die Hälfte der Frischfleischprodukte aus „Stallhaltung Plus“, also der Stufe zwei, beziehen wollen. Das klingt erstmal nach einem Fortschritt, doch schaut man sich die nackten Zahlen an, merkt man schnell, dass auch „Stallhaltung Plus“ reinste Tierquälerei bedeutet. Denn die gesetzlichen Mindestanforderungen bei der Haltung von Tieren in der Landwirtschaft sind minimal und haben mit einem artgerechten Leben absolut nichts zu tun. Da hilft auch marginal mehr Platz oder ein kleiner überdachter Auslauf wenig. Zudem gilt die Fleischkennzeichnung lediglich für sogenanntes Frischfleisch. Verarbeitete Produkte wie Wurst werden nicht beachtet. Beispiel: Stallhaltung Plus orientiert sich an der „Initiative Tierwohl“. Somit haben die Tiere beispielsweise circa 10 % mehr Platz. Laut Gesetz muss ein Landwirt einem Schwein mit bis zu 110 Kilo gerade mal 0,75 m² Fläche (!) zum Leben geben. Mit zehn Prozent mehr hat das gleiche Tier also nur wenige Zentimeter „gewonnen“ – und dass bei Tieren, die ein Ich-Bewusstsein haben und intelligenter sind als unsere geliebten Haushunde.

Wir sagen: Transparenz ist wichtig, denn nur wenn Verbraucher wirklich wissen, was oder besser wen sie da essen, können sie sich dieser Tierquälerei abwenden und bestenfalls zu pflanzlichen Alternativen greifen. Mit der Fleischkennzeichnung von Lidl wird jedoch nur suggeriert, dass es sich bei den Stufen 2 bis 4 um artgerechtere Haltungen handelt. Somit leider eine weitere Verbrauchertäuschung, statt aktivem Tierschutz. Der geht nämlich so: www.veganstart.de

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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