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Kindern ‚Wissen über Reptilien‘ vermitteln

Foto: (c) PETA
Foto: Echse/Terraristika (c) PETA

Letzte Woche im Einkaufszentrum: eine Reptilienshow. Große und kleine Besucher des Einkaufszentrums durften die Tiere begutachten, anfassen,  sich mit ihnen fotografieren lassen: mit einer Echse an der Leine, mit einer Schlange um den Hals oder einer Vogelspinne auf der Hand.

Die wenigsten sehen wie Schlangen, Echsen und Co unter größtem Stress stehen und teils Drohgebärden zeigen oder versuchen, ihren Glas- und Plastikkästen zu entkommen. Für ein Wildtier ist das ungewohnte Anfassen eines Menschen, das Herausnehmen aus den Behältern usw. immer mit einer Art  Todesangst verbunden – eine Situation, aus der das Tier in freier Wildbahn fliehen oder sich verteidigen würde, dies hier aber nicht kann. Die Tiere stehen dadurch unter enormem Stress und das oftmals stunden- oder tagelang. Die Show tingelt von Einkaufszentrum zu Einkaufszentrum.

Foto: Schlangen/Terraristika (c) PETA

Das Schicksal eines für den Zoohandel gefangenen oder gezüchteten Reptils ist echt hart. Unglücklicherweise werden Reptilien als pflegeleicht betrachtet, genau das Gegenteil ist der Fall. Hunde und Katzen können sich durch Mimik oder Laute verständlich machen. Bei einem Reptil wissen wir in den wenigsten Situationen, ob es Schmerzen hat oder Angst empfindet. Ob Wildfänge oder  Tiere aus Nachzuchten: Reptilien sind und bleiben Wildtiere. Ihr Verhalten und ihre Lebensweise sind fest mit der Natur verwurzelt – an ein Leben in Gefangenschaft sind sie in keinster Weise angepasst.

Nicht nur die Bedürfnisse der Tiere werden mit einer Reptilienshow ignoriert, sondern auch die Gesundheitsrisiken, die damit verbunden sind. Studien belegen, dass Reptilien wie Schlangen oder Echsen häufig Salmonellen übertragen. Das Robert-Koch-Institut schreibt in einem Vortrag über Salmonelloseerkrankungen (2010): „Personen mit erhöhtem Infektionsrisiko, z.B. Kinder unter 5 Jahren, immunsupprimierte und ältere Personen, sollten Kontakt mit Reptilien meiden.“ Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. schreibt in einem Brief an PETA: „Bei Kontakt zu diesen Tieren können die Erreger auf den Menschen übertragen werden. Der Anteil der Reptilien-assoziierten Infektionen an der Gesamtzahl der menschlichen Salmonellosen lässt sich nur schätzen, bei Kindern unter zwei Jahren liegt der Anteil der Salmonellosen (außer S.Enteritidis und S.Typhimurium) bei fast 30%.“ PETA bittet besonders Eltern und Lehrer, Veranstaltungen wie Reptilienbörsen und -shows mit Kindern zu meiden!

Foto: Bartagame/Terraristika (c) PETA

Kinder wissen oftmals nichts über die Hintergründe der „Reptilienhaltung“, sie sind darauf angewiesen, dass Erwachsene ihnen den Tierschutzgedanken vermitteln.

Auf Wissen über Reptilien können sich Kinder informieren. Eltern und Lehrer finden hier Infos dazu. Die Verantwortlichen des Einkaufszentrums wurden angeschrieben und PETA hat eine lokale Pressemitteilung dazu versendet. (Infos über die Terraristika auf www.terraristika-info.de.)

 

 

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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