Verschiedenes

Experiment Selbstversorgung

Vielleicht habt ihr schon von dem Experiment Selbstversorgung gehört? Zwei junge Menschen gehen einen unkonventionellen, aber sehr tierfreundlichen Weg. Mehr dazu könnt ihr im folgenden Interview lesen:

Hallo Lisa und Michael! Ihr habt euch dazu entschieden einen bio-veganen Hof zu bewirtschaften und euch aus der schnelllebigen Welt des Konsum- und Prestigezwangs herauszunehmen. Wie geht es euch bisher damit?

Hallo Sabine! Wir sind sehr zufrieden, dass wir diesen für uns so wichtigen Schritt gegangen sind. Zu wissen, wo der absolute Großteil unserer Lebensmittel herkommt, tut alleine schon sehr gut. Wie Du weißt, werden in der konventionellen Landwirtschaft Gifte eingesetzt, die Tiere töten, und die Bio-Landwirtschaft setzt Gülle ein, die also eine Tierhaltung, und damit nahezu immer auch eine Tötung dieser Tiere, voraussetzt. Die bio-vegane Alternative ist ein Anbau von Obst und Gemüse ohne die Nutzung von tierischen Produkten wie Gülle, Blutmehl, Knochenmehl oder Hornmehl und ohne die Verwendung von Giften oder Kunstdüngern. Diese ist leider erst im entstehen, aber es werden immer mehr Höfe, die so arbeiten. Und wir sind sehr glücklich, einer davon zu sein.

Wie seid ihr auf die Idee des Experiments Selbstversorgung gekommen? Welchen Hintergrund habt ihr?

Wir sind seit langem politisch aktiv; im Umweltschutz, für Menschenrechte und für Tierrechte, die wir besonders durch Veganismus gefördert sehen. Gerade der letzte Punkt, also das vegan sein, ist ein gutes Beispiel, was uns in immer mehr Bereichen schmerzhaft bewusst wurde: Die Grenze, wie viel Verantwortung für die Folgen unseres Handelns wir wirklich übernehmen können, ist viel enger, als es einem oft bewusst ist. Ich muss bei an sich veganen Produkten eine unangenehme Entscheidung treffen, sobald ich den Anbau der Produkte mit einbeziehe: Lasse ich für mein Produkt Tiere auf dem Feld töten (konventionelle Produkte) oder in Ställen und Schlachthäusern (Bio-Produkte)? Ähnliche Grenzen der Einflussmöglichkeit haben wir bei allen Produkten in allen Bereichen. Dies wollten wir nicht länger hinnehmen und entwickelten daher bald den starken Wunsch, mehr und mehr selbst herzustellen und dabei auf alle unsere Ideale zu achten.

Wie reagieren die Menschen auf eure Entscheidung? Von wem bekommt ihr Unterstützung? Wie finanziert ihr euer Leben und ist das Projekt auf eine bestimmte Zeit beschränkt?

In unserem persönlichen Umfeld haben wir von einigen lieben Freund*innen starke Zustimmung erfahren und unsere Familien stehen ganz klar zu uns. Seit unserem Schritt ins echte Leben haben wir viele neue Menschen kennen gelernt, denn es gibt viele, die sich für ein Selbstversorgungs-Leben oder den maschinenlosen bio-veganen Landbau interessieren. Solche Menschen besuchen uns zum Teil auch, arbeiten hier einige Tage oder Wochen mit und sind damit die wohl größte Unterstützung, die wir bekommen. Wir haben nur sehr geringe Kosten, so dass wir im Moment alle Ausgaben durch drei bis vier Wochen bezahlter Arbeit pro Jahr decken können. Das Projekt ist gerade erst im sich entwickeln – und wird dazu mindestens unsere Lebensspanne benötigen. Unser gewählter Lebensweg aus Minimalismus, Selbstversorgung und unbeschreiblich schöner Freiheit ist also zeitlich unbeschränkt.

Wie sieht ein typischer Tagesablauf bei euch aus?

Aufstehen, wann immer wir ausgeschlafen sind und unsere Buchlese- oder Kuschelstunde am Morgen beendet haben. Das ist meist zwischen 7 und 8 Uhr. Dann wird gemeinsam – wir leben hier im Moment zu viert – gefrühstückt, geplaudert und besprochen, wer heute was erledigen möchte und wie wir all die nötigen Aufgaben gemeinsam erledigt bekommen. Danach wir den gesamten Tag gearbeitet, wobei sich dabei jeder seine Arbeitsgeschwindigkeit und Pausen selbst einplant. Meist teilt sich der Tag auf in Arbeiten auf dem Feld, an den Beeten und im Gewächshaus, ein paar Bau-Maßnahmen oder Fahrräder reparieren und den Haushaltsaufgaben wie Kochen, Waschen und Putzen. Abends gibt’s wieder ein tolles Essen – wir essen hier immer rein pflanzliche Kost – und danach sitzen wir oft ein paar Stunden zusammen, manche lesen, manche musizieren, manche quatschen – und alle sind zufrieden und lachen viel.

Was gibt es alles bei euch auf dem Hof zu entdecken? (Gemüse, Kräuter, Getreide?)

Wir versuchen so viel selbst anzubauen, wie möglich. Obst, Gemüse, Kräuter und ja, auch mehr und mehr des von uns benötigten Getreides. Das ist in Summe dann mehr, als wir hier aufzählen können, aber gerne ein paar Beispiele: Äpfel, Birnen, Feigen, Himbeeren, Erdbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren, Salate, verschiedenste Kohl-Arten, Karotten, Pastinaken, Kartoffeln, Weizen, Gerste, Mais, Bohnen, Erbsen, Spinat, Radieschen, Petersilie, Salbei, Zwiebeln, Knoblauch, Schnittlauch und ganz viele Heilkräuter, denn diese sind ein weiterer Fokus der Hof-Gemeinschaft, in der wir leben.

Und jetzt noch eine ganz neugierige Frage: Was werdet ihr heute Abend kochen? 🙂

Bratkartoffeln mit Zwiebeln und Kümmel, dazu eine Zucchini-Pfanne mit Knoblauch. Davor gibts Hokkaido-Suppe und einen bunten Salat mit Asia-Salaten, Karotten, Radieschen und Sprossen.

Wow, vielen Dank!

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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