Ernährung Verschiedenes

Der Tierquälerei den Rücken zuwenden

Roland gegen Fahrrad -c-Roland Wegner
Roland gegen Fahrrad -c-Roland Wegner

Roland Wegner ist Sportler, 36 Jahre alt, Geschäftsleiter einer Gemeindeverwaltung im Landkreis Augsburg und lebt seit über vier Jahren vegetarisch, fast vegan. Er hat jetzt seine beiden Interessen, den Sport und den Tierschutz, miteinander vereint und startet einen Spendenlauf zugunsten von PETA Deutschland. Ein erster Lauf findet bereits kommenden Dienstag statt. Das Besondere daran ist: es handelt sich dabei um einen Rückwärtslauf. Das bedeutet Roland Wegner läuft tatsächlich rückwärts! Und er ist darin wirklich gut, wie ich herausgefunden habe. Grund genug bei ihm persönlich noch einmal genauer nachzufragen.

Roland gegen Fahrrad -c-Roland Wegner
Roland gegen Fahrrad -c-Roland Wegner

Herr Wegner, Sie sind Rückwärtsläufer und wir fragen uns, wie Sie wohl auf diese Sportart gekommen sind?

Diese Frage ist eigentlich nicht in zwei Sätzen zu beantworten, nur soviel: zunächst war es ein abwechslungsreiches Trainingsmittel und schließlich der Weg zurück zum Vorwärtslaufen. Denn ich hatte vor 10 Jahren eine Knieverletzung, bei der Vorwärtslaufen stark schmerzte, Rückwärtslaufen dagegen ging problemfrei und verstärkte die Muskeln um das Knie herum so stark, dass es bald auch wieder vorwärts ging.

Welche Erfolge konnten Sie bisher verzeichnen?

Besonders stolz bin ich auf meine Weltrekorde über 100m, 200m und 4 x 100m, den Eintrag im Guinness Buch der Rekorde und auf meine erreichten Weltmeistertitel. Ein Highlight war zweifelsohne auch die Teilnahme bei WETTEN DASS…? auf Mallorca, als ich mich vor zwei Jahren auf dem Laufband rückwärts laufend umzog. Und schließlich der große Erfolg meines Buches („Retrorunning – rückwärts zu neuen Zielen“, Verlag Spomedis)

Hat das Rückwärtslaufen auch eine symbolische Bedeutung für Sie?

Natürlich steckt darin auch eine Philosophie, schließlich fällt man damit auf, wenn man rückwärts läuft. Unsere Gesellschaft ist nach vorne ausgerichtet, alles muss immer schneller und weiter gehen, die negativen Auswirkungen nehmen wir dabei in Kauf, leider zu Lasten unserer Gesundheit und Umwelt.

Welche Rolle spielt die Ernährung bei Ihnen, um sportliche Leistungen zu erbringen?

Für mein Buch war auch das Kapitel Ernährung vorgesehen. Ich war ein ganz normaler Fleischesser und wollte aber wissen, wie es sich für einen Sportler verhält, wenn er mal einige Wochen kein Fleisch isst. Das Ergebnis hat mich total erstaunt, ich bin plötzlich persönliche Bestleistungen gelaufen. Dies hat mich überzeugt, so dass ich zunächst überzeugter Vegetarier wurde. So nach und nach stellte ich weiter um. Aktuell ernähre ich mit weitestgehend vegan, ab und an erlaube ich mir noch Eier von glücklichen Hühnern meiner Eltern. Meiner Gesundheit geht’s super, das Blutbild ist fantastisch.

Diese Wahrheit wird uns nie gesagt, weder von den Lehrern in der Schule noch von der politischen Seite. Von einem Gesundheitsminister erwarte ich mir beispielsweise die Botschaft, dass man sich ohne Fleisch gesünder ernähren kann. Und Informationen darüber, dass z.B. in Linsen mehr Eiweiß und Eisen enthalten ist, als in Fleisch. Auch die Milch wird im Interesse der Agrarindustrie hoch gehalten, dabei ist sie für Erwachsene überhaupt nicht gesund. Im Gegenteil, viele Allergien haben wir diesem Getränk zu verdanken, weil sich ein ausgewachsener Körper mit den Molekülen schwer tut und entsprechend reagiert. Was auch kaum jemand auf Grund der falscher Propaganda weiß: in verschiedenen Käsesorten (z.B. Weich- und Hartkäse) ist tierisches Lab enthalten, das aus den Mägen geschlachteter Kälber gewonnen wird.

Sie führen nun auch eine Spendenaktion zugunsten von PETA Deutschland durch. Was ist Ihre Aussage dabei?

Erst nach meiner Ernährungsumstellung änderte ich auch meine Einstellung zur Ernährungsindustrie. Ich sah viele Videos im Internet über die Ausbeutung und Misshandlung sogenannter Nutztiere. Das deutsche TierSCHUTZgesetz bestraft zwar Menschen, die ein Haustier misshandeln. Es erlaubt aber den Landwirten, dass z. B. männliche Ferkel ohne Betäubung kastriert werden dürfen. Ebenso darf man den Rindern die Hörner ohne Betäubung absägen und Schweinen die Ringelschwänze abschneiden. In den Schlachthöfen herrschen oftmals sehr schlimme Zustände, auch Bio-Fleisch ist hiervon nicht ausgenommen. Das furchtbare Leid der Tiere kann ich nicht länger ertragen, daher nutze ich die Sportart Rückwärtslaufen, um diesen von der Politik gebilligten und sogar subventionierten Vorgängen symbolisch „den Rücken zuzuwenden“. Dabei hoffe ich auf viele Unterstützer. Jedes Essen und jeder Euro zählt!

Toll! Vielen Dank für das Interview, Herr Wegner, wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihren Läufen!!!

 

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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