Delfinarien Verschiedenes

BABY – Deutschlands einsamster Delfin

© iSock.com/Sapsiwai

Baby ist der einsamste Delfin Deutschlands. Baby ist ein Amazonas-Flussdelfin und ein Wildfang des Zoo Duisburgs. Seine Mutter starb schon nach einem Jahr in Gefangenschaft.
Seit 10 Jahren lebt er nun alleine in seinem Becken. Für ihn gibt es keine Chance auf ein Freilandgehege oder Auswilderung. Baby erinnert uns an die noch nicht vergessenen tragischen Fangexpeditionen des Zoos Duisburg, die unter dem Deckmantel von „Artenschutz“ und „Bildung“ durchgeführt wurden.

Wie alles begann:

Baby wurde (geschätzt) Ende 1974 geboren und am im Frühjahr 1975 für den Zoo Duisburg eingefangen, gemeinsam mit seiner Mutter, einem jungen männlichen Tier (genannt „Teenager“), einem erwachsenen Flussdelfin namens „Vater“ und einer alten Albinodame, die sie „Oma“ nannten.

Babys Mutter und „Oma“ starben bereits wenige Monate bis ein Jahr nach dem Fang. „Teenager“ starb vier Jahre nach dem Fang in 1978. „Vater“ starb 2006.

Seit 10 Jahren ist Baby nun alleine in seinem Becken. Manchmal spielt er mit den Pflegern oder mit leblosen Objekten. Er ist jetzt 42 Jahre alt und niemand wird ihn in eine Auffangstation überführen wollen, vor allem da es laut unserer Kenntnis keine Auffangstation für Süßwasserdelfine gibt. Auch wäre ein Transport in seinem Alter riskant.

Glücklicherweise sind Fang und Import von Amazonas-Flussdelfinen heute verboten, sonst hätte der Zoo Duisburg seine Fangflotten unter dem Deckmantel des Artenschutzes wieder losgeschickt.

Wir können Baby nicht helfen, aber wir können den Großen Tümmlern in Duisburg helfen und zumindest ihre Umsiedlung in ein betreutes Meeresgehege fordern. Ein solches ist für 2017 in Griechenland geplant.

Insel Lipsi: Auffangstation für Delfine in Griechenland

Auf Initiative der griechischen Meeresschutzorganisation Archipelago, soll auf der griechischen Insel Lipsi ein Dolphin-Sanctuary entstehen. Die Genehmigung des Gemeinderats liegt bereits vor. Der Bürgermeister ist begeistert. Die Kosten belaufen sich auf etwa 500.000 Euro. „Wenn wir die Finanzierung erhalten, wird das Delfin Sanctuary die Delfine nächstes Jahr aufnehmen können“, sagt Miriam Martinez von der Organisation FAADA. Diese hat den Bürgermeister von Barcelona aufgefordert, die Delfine aus Barcelona nach Lipsi zu überführen. Das wäre auch sehr viel günstiger, denn das Delfinarium müsste nun ohnehin 15 Millionen Euro in seine Vergrößerung investieren.

Falls Barcelona ablehnen sollte, hätten vielleicht unsere deutschen Zoos in Duisburg und Nürnberg Interesse, ihre Delfine in Semi-Freiheit nach Lipsi zu überführen.

Bitte hilf mit und fordere auch du die Zoos in Duisburg und Nürnberg über das Kontaktformular auf, ihre Delfine nach Lipsi oder in eine andere Auffangstation zu überführen, unterschreibe unsere Petition und auch die Petition von Fabian auf Change.org. Vielen Dank!

 

Über den Autor

Tanja

Tanja hat in Deutschland und Frankreich Zoologie und Meeresbiologie studiert und sich in ihrem Studium und in ihrer Freizeit viel mit Fischen beschäftigt. Getreu dem Motto: Fische sind Freunde, kein Essen - setzt sie sich seit Jahren dafür ein, dass Fische in Ruhe gelassen werden und nicht mehr auf unseren Tellern landen.

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