Delfinarien Verschiedenes

Annessa: ein Delfin der in Gefangenschaft geboren wurde und heute frei lebt

© iStock.com/Andrew Howe

Können Delfine, die in Gefangenschaft geboren wurden, auch ausgewildert werden? Diese Frage traut man sich kaum zu stellen, weil einem sofort die kategorische Antwort entgegengeschleudert wird: natürlich nicht.

Aber man sollte sie stellen, denn nur wer Standardansichten kritisch hinterfragt, erhält teils erstaunlich positive Antworten: Ja, in manchen Fällen ist es möglich. Es gibt Beispiele.

Das denken nicht nur wir von PETA, sondern auch Ric O’Barry, der 2014 genau diese Frage gestellt bekam. Seine Antwort:

“There is a dolphin by the name of Annessa who is seen all of the time between Key Largo and Tavernier. She escaped from the Dolphin Research Center in Grassy Key, Florida. Anessa was born in captivity …  I think it’s possible under the right circumstances.”

Begutachtung und Training

Theoretisch und vernünftigerweise geht jeder (Wieder-)Auswilderung eine ausführliche Begutachtung durch einen Experten voraus (z.B. Ric O’Barry oder Mitarbeiter der Born free foundation), dem ein anschließendes Training folgt, in dem die Delfine unter anderem (wieder) lernen müssen, ihre Nahrung selbst zu fangen, nachdem sie jahrelang mit totem Fisch gefüttert wurden. Das ist wichtig. Aber manche Delfine machen es anders.

Annessa war das Protokoll egal, sie nutzte den Weg zur Flucht als er sich ihr bot

Annessa war bereits 11 Jahre alt und galt als schüchtern, als ein Wirbelsturm namens „Andrew“ ihr Leben veränderte: Sie wurde im Dolphin Research Center bei Florida gefangen gehalten und verschwand, als der Hurrikane in 1992 durch das Land fegte. Annessa überlebte den Hurrikane und schloss sich einer Gruppe frei lebender Delfine an. Sie wurde oftmals gesichtet: gesund und selbst Beute suchend – obwohl sie es nie gelernt hatte. Das schreibt Ken Balcomb in Successful Cetacean Releases.

Delfine sind intelligent. Es sind Wildtiere. Ihr Instinkt und ihre Fähigkeit auch durch Beobachtung zu lernen befähigt sie, sich in Freiheit zurechtzufinden. Das Wichtigste ist vermutlich, dass sie Anschluss finden.

Annessa beweist: man muss nicht im Ozean geboren sein, um zu wissen, wo man hingehört

Ohne jegliches Training schwamm sie hinaus in den Ozean und kam niemals zurück in ihr Gefängnis. Wirbelsturm-erprobt überstand Annessa in Freiheit dann auch noch Hurrikane Rita und Katrina.

Wie geht es Annessa heute?

Ric O’Barry sagte in 2014, dass Annessa regelmäßig gesichtet wird zwischen Key Largo und Tavernier. Sie ist heute 36 Jahre alt.

Die US-Regierung hat Annessa zu den erfolgreich ausgewilderten Delfinen gelistet. Und wenn The United States Marine Mammal Inventory Annessa zu den erfolgreich ausgewilderten Delfinen zählt, die in Gefangenschaft geboren sind, dann halten wir von PETA es durchaus für möglich, dass auch manche, in Gefangenschaft geborene Delfine, in Freiheit  überleben können.

Ric O’Barry sagt: “I have released lots of dolphins successfully, it’s possible.” Warum nur wildert der Loro Parque Orca Morgan nicht endlich wieder aus? Wir alle kennen die Antwort.

Bitte vergiss Morgan nicht und unterschreibe unsere Petition. Danke!

 

Über den Autor

Tanja

Tanja hat in Deutschland und Frankreich Zoologie und Meeresbiologie studiert und sich in ihrem Studium und in ihrer Freizeit viel mit Fischen beschäftigt. Getreu dem Motto: Fische sind Freunde, kein Essen - setzt sie sich seit Jahren dafür ein, dass Fische in Ruhe gelassen werden und nicht mehr auf unseren Tellern landen.

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