Bekleidung Ernährung Pelz Tierversuche Unterhaltung Verschiedenes

8 Mythen über das vegane Leben

Mythen ranken sich um das vegane Leben. Wir erklären die wichtigsten acht.

1. Als Veganer kann man gar nichts mehr essen

Der wohl größte Irrtum überhaupt. Die vegane Küche ist außerordentlich experimentierfreudig. Multikulturelle Einflüsse durch pflanzliche Rezepte, neue Gewürze und Lebensmittel aus der ganzen Welt sorgen für reichlich Abwechslung, neue geschmackliche Erfahrungen und eine Erweiterung des kulinarischen Horizontes. Der amerikanische Schriftsteller Jonathan Safran Foer berichtet in seinem Buch “Tiere essen”, dass der Durchschnittsamerikaner nicht einmal 0,25 Prozent aller Lebensmittel nutzt, die auf der Erde zur Verfügung stehen. Der Durchschnittsdeutsche dürfte in dieser Hinsicht sehr ähnlich handeln. Und wer keine Lust auf kreative Experimente hat, betreibt den veganen Lieblingsküchensport, das veganisieren von liebgewonnener Hausmannskost.

 

2. Wenn alle Menschen vegan leben würden, gäbe es nicht genug Platz, um die pflanzliche Nahrung anzubauen

Die Tierzucht zur Fleischproduktion erfordert eine äußerst ineffiziente Nutzung der Landfläche, die zur Gewinnung von Pflanzen besser genutzt werden könnte. Wir verfüttern Nahrungsmittel an Tiere, um diese zu schlachten und Fleisch herzustellen. Würden die Menschen diese Pflanzen jedoch direkt verzehren, ließen sich damit wesentlich mehr Menschen ernähren. Wachsende Fleischerträge können nur erzielt werden, indem immer mehr Getreide an immer mehr Tiere verfüttert wird. Allein in Deutschland werden 60% der Landwirtschaftsfläche ausschließlich für die Tierfutterproduktion genutzt. Zusätzlich werden Soja und Getreide zur Futtermittelproduktion importiert. Und der Konkurrenzkampf um Getreide zwischen der zunehmenden Anzahl an Fleischessern und den Armen dieser Welt verschärft sich weiter. Würden alle vegan leben, gäbe es genug Nahrung für 12 Milliarden Menschen. Das Worldwatch Institute bringt dies perfekt auf den Punkt: „Fleischverzehr ist ein ineffizienter Nutzen des Getreides – das Getreide wird effizienter genutzt, wenn die Menschen es verzehren. Ein ständiges Ansteigen der Fleischerträge hängt davon ab, ob Tieren Getreide gefüttert wird, was zu einem Konkurrenzkampf um Getreide zwischen der zunehmenden Zahl an Fleischessern und den Armen dieser Welt führt.“

Der ehemalige UN-Sonderberichterstatter für das Menschenrecht auf Nahrung und Mitglied des Beratenden Ausschuss des Menschenrechtsrats der UN Jean Ziegler, macht diesen Sachverhalt noch deutlicher: „Die Weltlandwirtschaft könnte ohne Probleme 12 Milliarden Menschen ernähren. Das heißt, ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet.“

 

3. Veganer sind beim Sport weniger leistungsfähig/ Tierliches Eiweiß ist wichtig für Kraft und Muskeln

„Vor 6 Jahren wurde ich als vegetarischer Strongman noch belächelt. Mittlerweile fragt sich meine fleischverzehrende Konkurrenz, ob sie etwas falsch macht.” sagt Patrik Baboumian, der stärkste Mann Deutschlands 2011. Im Jahr 2013 stellte er einen neuen Weltrekord im yoke-walk auf. Dabei trug er in Toronto 555,2 kg über eine Strecke von 10 m.

Der vegane Arzt und Bodybuilding-Weltmeister Alexander Dargatz hat dieses Vorurteil genauso eindrucksvoll widerlegt, wie Dave Scott (sechsfacher Iron Man), die Sportwissenschaftlerin und Extrem-Mountainbikerin Dr. Katharina Wirnitzer, der vegane Marathonläufer, Triathlet und Ironman Mark Hofmann oder der vegane Ultramarathonläufer Scott Jurek. Diese Liste lässt sich lange fortsetzen. Informationen über eine gesunde vegane Ernährung für Sportler findet ihr hier.

 

4. Mit einer veganen Ernährung kann man seinen Nährstoffbedarf nicht decken

Dahinter verbirgt sich die falsche Vorstellung, dass bestimmte lebenswichtige Nährstoffe, wie z.B. Proteine, Eisen oder Kalzium, ausschließlich in tierischen Lebensmitteln enthalten sind. Wahr ist, dass bei einer veganen Ernährungsweise – genau wie bei jeder anderen Ernährungsweise auch –besonderes Augenmerk auf bestimmte Nährstoffe gerichtet werden sollte. Alle immer wieder genannten “Mangelkandidaten” (mit Ausnahme von Vitamin B12) sind in einer ausgewogenen veganen Ernährung in ausreichender Menge vorhanden: Hülsenfrüchte, Vollkorn- und Sojaprodukte, dunkelgrünes Gemüse, Nüsse, Samen und Kerne – wer das gesamte Spektrum pflanzlicher Lebensmittel nutzt muss keinen Nährstoffmangel fürchten. Hauptabnehmer für synthetisches Vitamin B12 ist übrigens die Futtermittelindustrie. Soviel zum Thema Nahrungsergänzung brauchen nur Veganer.

 

5. Für Sojaprodukte werden Regenwälder abgeholzt

Für den Anbau von Soja werden südamerikanische Regenwälder abgeholzt. Das ist nicht zu leugnen. Allerdings stammt die Sojapflanzen für die Produktion von veganen Lebensmitteln, laut Auskunft der Hersteller, zum größten Teil aus Italien, Frankreich und Kanada. Ein kleinerer Teil wird in Österreich, der Schweiz, Deutschland und Asien produziert. Die Sojabohnen aus Südamerika werden zu Kraftfutter für die Intensivtierhaltung verarbeitet.

 

6. Sojabohnen sind genmanipuliert

Dies trifft für den größten Teil der importierten Sojabohnen tatsächlich zu. Aber diese Sojabohnen werden zu Tierfutter verarbeitet. In der EU gilt eine Kennzeichnungspflicht für gentechnisch veränderte Lebensmittel, jedoch nicht für solche, bei deren Herstellung gentechnisch veränderte Futtermittel eingesetzt wurden. Der überwiegende Teil der veganen Sojaprodukte ist ohnehin mit einem Biosiegel versehen. Hier verbietet sich der Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen generell.

Bei pflanzlichen Lebensmitteln kann man sich durch einen Blick auf die Verpackung gegen Gentechnik entscheiden. Bei Tierprodukten ist dies unmöglich.

 

7. Vegan zu leben ist unglaublich kompliziert

Die meisten veganen Lebensmittel sind in den Obst- und Gemüseabteilungen von speziellen Fachgeschäften, sogenannten “Supermärkten“, erhältlich. Dort findet man auch getrocknete Hülsenfrüchte, Nüsse, Reis, Vollkornmehl und was der Veganer sonst so zum Überleben braucht. Optional können ortsansässige „Bioläden“ besucht werden. Auch das Angebot an „veganen Restaurants und Cafés“ wächst täglich. „Bekleidungsgeschäfte“ halten ein nahezu unüberschaubares Angebot an veganer „Baumwollbekleidung“ bereit. „Schuhgeschäfte“ bieten Waren aus Textilien oder Kunstleder feil. Und dann erst dieses „Internet“…

 

8. Vegan leben ist so extrem

Wer ist tatsächlich radikal und extrem?
Die Menschen, die weiterhin Kosmetika kaufen, die an Tieren getestet wurde, oder die Leute, die sich dafür entscheiden, tierversuchsfreie Kosmetik zu kaufen?
Die Personen, die ihren Braten essen, oder die Konsumenten, die die gnadenlosen Bedingungen in der Massentierhaltung erkennen und ihre Konsequenzen daraus ziehen?
Die Leute, die sich in Lederjacken wärmen, obwohl es längst bessere synthetische Materialien gibt, oder die, die gegen das Prügeln,Aushungern und die Todesmärsche der Kühe protestieren, die für den illegalen indischen Lederhandel sterben müssen, indem sie keine Lederprodukte kaufen?
Die Familien, die dafür bezahlen, Tiere anzuschauen, die man in Zirkussen in Käfige pfercht und zu Darbietungen zwingt, oder die Aktivisten, die dagegen ihre Stimme erheben?

Millionen von Menschen sind mit PETA einer Meinung, dass es roh und grausam ist, Tiere mit unseren Medikamenten vollzustopfen, ihnen Abflussreiniger in die Augen zu schütten, sie zum Inhalieren von Zigarettenrauch zu zwingen und sie mit unseren Krankheiten zu infizieren, und so menschliche Patienten am Ende zu Leidtragenden zu machen. Millionen Menschen verzichten schon jetzt auf Pelz und Leder, weil sie der Ansicht sind, dass es falsch ist, Tiere für Mode einzusperren und zu töten. Und jeden Tag entscheiden sich mehr Menschen für eine tierfreundliche vegane Ernährung, weil sie die Vorteile für sich selbst, die Tiere und den Planeten sehen.

Worauf wartet ihr noch?

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen