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10 Argumente gegen eine vegane Ernährung

„Vegane Ernährung, ist das nicht total unnatürlich?“ Vegan lebende Menschen begegnen immer den gleichen „Argumenten“ gegen ihre Lebensweise. Hier die 10 häufigsten, die mir die Teilnehmer des PETA Veganstart regelmäßig mitteilen:

1. „Tiere töten andere Tiere, um sich zu ernähren, warum sollten wir das nicht tun?”

Die meisten Tiere, die töten, um sich zu ernähren, könnten anders nicht überleben. Für Menschen trifft dies allerdings nicht zu. Es ist vielmehr so, dass wir besser dran wären, wenn wir kein Fleisch essen würden. Viele Tiere, darunter einige unserer engsten Verwandten unter den Primaten, sind Vegetarier oder Veganer. Wir sollten uns eher an diesen orientieren als an den Fleischessern, wenn es um ein Vorbild für gesunde vegane Ernährung geht.

2. „Die Bilder aus der Massentierhaltung sind doch nur Extremfälle.“

95% der Rinder und 97% der Hühner in Deutschland werden auf konventionelle Weise in Großbetrieben gehalten; bei Schweinen leben sogar 99% in der Intensivtierhaltung. 100% aller Tiere enden im Schlachthaus – ganz gleich, aus welchem Betrieb sie stammen. Massentierhaltung und die damit verbundenen Qualen sind der Standard in Deutschland.

3. „Vegane Ernährung bedeutet zwangsläufig Mangelerscheinungen.“

Immer wieder tauchen unbelegte Informationen auf, dass Mangelerscheinungen für Proteine, Kalzium, Eisen und Vitamin D typisch für eine vegane Ernährung wären. Tatsache ist aber, dass angebliche Mangelerscheinungen nicht typisch für vegane Ernährung sind und auch bei einer abwechslungsreichen veganen Ernährung nicht zu erwarten sind. Wissenschaftliche Studien zeigen genau das Gegenteil: Veganer mit einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Kost sind optimal mit gesunden pflanzlichen Proteinen (höherer Gehalt an basischen Aminosäuren) versorgt. Hingegen ist zu viel tierisches Protein (höherer Gehalt an sauren Aminosäuren) die Ursache für eine Reihe von Zivilisationskrankheiten, wie zum Beispiel Osteoporose, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Übergewicht, Krebs usw. Um sich gesund und ausgewogen zu ernähren, sollten die 7 Hauptregeln einer veganen Ernährung beachtet werden.

4. „Pflanzen haben auch Gefühle.“

Schmerzen sind Empfindungen, die ein Bewusstsein im physiologischen Sinn voraussetzen. Pflanzen können in diesem Sinne keine Schmerzen empfinden. Sie besitzen weder ein zentrales Nervensystem, noch ein Gehirn oder damit vergleichbare Systeme, die für so komplexe Fähigkeiten wie die Entstehung eines Schmerzgefühls verantwortlich sein könnten. Für Pflanzen gibt es zudem keine evolutionäre Notwendigkeit, unter Schmerzen zu leiden. Als stationär gebundene Organismen wäre ein Schmerzgefühl für sie kontraproduktiv. Natürlich besitzen auch Pflanzen Strategien, um auf Verletzungen zu reagieren, die ist mit der Empfindungsfähigkeit von Tieren aber nicht vergleichbar.

5. „Die Urmenschen konnten sich nur entwickeln, weil sie Fleisch gegessen haben.“

Die Evolution des Menschen hängt maßgeblich mit seinem Speichel zusammen. Menschen können stärkehaltige Knollen nur deshalb verdauen, weil sie mehr Amylase (ein Stärke spaltendes Enzym in Speichel und Bauchspeicheldrüsensekret) bilden können als ihre Vorfahren. Die verbesserte Stärkeverdauung in Verbindung mit der Erfindung des Kochens, war ausschlaggebend für das starke Wachstum des Gehirns und hat zur schnellen geografischen Ausbreitung der Menschen beigetragen. Jagd und Fleischkonsum waren demnach für die Evolution des Homo sapiens weit weniger wichtig als bisher angenommen, schreiben Nathaniel Dominy von der University of California in Santa Cruz und Kollegen in der britischen Fachzeitschrift „Nature Genetics“. Die Wissenschaftler glauben, dass die Fleischbeschaffung durch die Jagd bei den frühen Menschen nur einen kleinen Teil des gesamten Nahrungsbedarfs gedeckt hat. Die Jagd allein war sehr energieaufwendig, zudem war nur ein kleiner Teil der Beutezüge von Erfolg gekrönt. Die Fähigkeit, stärkehaltige Pflanzenteile zu verdauen, die mit dem Gebrauch des Feuers für die Nahrungszubereitung zusätzlich verbessert wurde, sei für das Gehirnwachstum und die weitere Evolution des Menschen wesentlich wichtiger gewesen, sagen die Forscher.

6. „Milchkühe müssen gemolken werden, die geben sowieso Milch.”

Kühe produzieren Milch aus demselben Grund, wie der Mensch es tut: als Nahrung für ihre neugeborenen Babys. Doch Kälber in modernen Milchbetrieben werden ihren Müttern meist schon einen Tag nach der Geburt entrissen. Sie werden mit Milchersatz gefüttert, damit die Milch ihrer Mütter zum Verzehr für den Menschen verkauft werden kann. Weibliche Kühe werden kurz nach Vollendung ihres ersten Lebensjahres erstmals künstlich befruchtet. Nach der Geburt des Kalbes geben sie 10 Monate lang Milch; anschließend werden sie erneut befruchtet, der Prozess wiederholt sich. Manche Kühe verbringen ihr ganzes Leben auf Beton- und Spaltenböden; die Anbindehaltung ist in Deutschland noch immer sehr verbreitet. Die natürliche Lebenserwartung einer Kuh beträgt etwa 20 Jahre, während der sie acht oder neun Jahre lang Milch produziert. Das Leben in modernen Milchbetrieben hingegen bedeutet für Kühe großen Stress: Sie leben in beengten Verhältnissen, werden unentwegt gemolken und müssen unnatürlich hohe Milchmengen geben. Dies führt häufig zu Euter-Erkrankungen, Lahmheit und Fertilitätsproblemen, so dass viele Kühe bereits im Alter von vier oder fünf Jahren für die Milchwirtschaft wertlos sind und geschlachtet werden.

7. „Ohne Milch brechen deine Knochen und Zähne.“

Die meisten Völker der Welt konsumieren keine Kuhmilch und doch tritt bei ihnen nicht diese hohe Anzahl von Osteoporose-Erkrankungen auf, die in den westlichen Ländern üblich ist. Tatsächlich ist es so, dass dort, wo Menschen viel Protein, aber wenig Kalzium konsumieren, ein erhöhtes Osteoporose-Risiko vorzufinden ist. (Leitzmann und Keller (2013): Vegetarische Ernährung. Ulmer. Stuttgart. S.170 ff) Dass Milch kein Bestandteil einer gesunden Ernährung ist, zu diesem Schluss kam auch die Harvard School of Public Health. Das Ergebnis ihrer Forschung ist ein Nahrungsmittelführer, der sogenannte gesunde Teller, der „Healthy Eating Plate“. Neben der US-Landwirtschaftsorganisation (USDA) wurden auch führende Ernährungsexperten darüber informiert, dass die veraltete Ernährungspyramide zu oft von den Interessen großer Lebensmittelunternehmer beeinflusst wurde und dass es an der Zeit ist, eine Lebensmittelzusammenstellung zu bewerben, die tatsächlich gesund ist. Die wichtige neue Erkenntnis lautet: Milchprodukte stehen nicht mehr für eine gesunde Ernährung. Ganz im Gegenteil. Ein hoher Konsum von Milchprodukten kann das Risiko erhöhen an Prostatakrebs oder Eierstockkrebs zu erkranken. Das liegt hauptsächlich an den vielen gesättigten Fettsäuren, die in der Milch enthalten sind. Dagegen sollten besser Kohl, Chinakohl, angereicherte Soja-Drinks oder Bohnen auf dem Speiseplan stehen, um den Bedarf an Kalzium zu decken.

8. „Wenn du sonst verhungern müsstest, würdest du Fleisch essen?“

Menschen können extreme Dinge tun, um ihr eigenes Leben zu retten, sogar Unschuldigen wehtun. (Menschen haben in solchen Situationen sogar schon andere Menschen getötet und gegessen.) Dieses Beispiel ist jedoch für die Entscheidungen, die wir in unserem täglichen Leben treffen, nicht relevant. Die meisten von uns sind in dieser Hinsicht nicht in einer Notlage und es gibt für sie keine Entschuldigung, Tiere für die Ernährung zu töten.

9. „Veganismus ist viel zu extrem!“

Millionen von Menschen sind mit PETA der Meinung, dass es roh und grausam ist, Tiere mit unseren Medikamenten vollzustopfen, ihnen Abflussreiniger in die Augen zu schütten, sie zum Inhalieren von Zigarettenrauch zu zwingen und sie mit unseren Krankheiten zu infizieren. Millionen Menschen verzichten schon jetzt auf Pelz und Leder, weil sie der Ansicht sind, dass es falsch ist, Tiere für Mode einzusperren und zu töten. Und jeden Tag entscheiden sich immer mehr Menschen für eine tierfreundliche vegane Ernährung, weil sie die Vorteile für sich selbst, die Tiere und den Planeten sehen. Nachhaltigkeit und Mitgefühl sind nicht extrem, sondern der Weg in eine bessere Zukunft.

10. „Vegane Ernährung ist zu teuer.“

Die meisten Fleischesser denken, dass vegane Ernährung teuer ist, weil sie ihren eigenen Speiseplan vor sich sehen und die tierischen Produkte durch durchaus preisintensive veganen Ersatzprodukte ersetzen wollen. Dies ist ein Trugschluss, da Fleischersatzprodukte bei Veganern eher selten auf den Tisch kommen. Warum auch? Vegane Küche hat soviel mehr zu bieten. Wer regionale und saisonale pflanzliche Grundnahrungsmittel einkauft, also Gemüse, Obst, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Brot, Linsen, Bohnen, Nüsse und Samen, kann viel Geld sparen. Diese gehören sowohl bei Discountern als auch in Bio-Märkten zu den günstigsten Produkten, da sie fast ohne Vorverarbeitung oder lange Transportwege auskommen. Wer regionale und saisonale pflanzliche Lebensmittel einkauft, wird wenig dafür bezahlen und eine große Mahlzeit für mehrere Personen zubereiten können. Da die meisten Fleischesser aber ohnehin behaupten, nur sehr wenig und wenn, dann ausschließlich Fleisch aus Weidehaltung zu essen, sind sie Kilopreise zwischen 30 und 80 Euro ja durchaus gewohnt. Damit greift das Argument dann sowieso nicht mehr.

Weitere gängige „Argumente“ beantworten wir hier. Go vegan!

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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