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Sollten wir unsere Zoos schließen? 11 spannende Fakten aus BBC-Sendung

Letzte Woche lief eine beeindruckende Dokumentation auf BBC2 in Großbritannien, die folgender Frage nachging: Sollten wir unsere Zoos schließen? Es kamen Experten aus der ganzen Welt zu Wort und es wurden Themen besprochen wie z.B. das Wohlbefinden der Tiere in Gefangenschaft, die gezielten Tötungen gesunder Tiere und das Artenschutzargument, mit dem viele Zoos ihre Existenz rechtfertigen.

Die Macher der Episode sprachen mit Experten von beiden Seiten der Debatte. Doch gegen Ende wurde immer deutlicher, dass die Antwort auf die Frage, ob Zoos geschlossen werden sollten, „JA!“ lauten muss.

Hier einige der eindrücklichsten Fakten des Beitrages:

  1. Zwischen 3.000 und 5.000 gesunde, „überschüssige“ Tiere werden in europäischen Zoos jedes Jahr getötet.

Wisst ihr noch, wie schockiert die Menschen waren, als der Zoo von Kopenhagen den Giraffenbullen Marius tötete und vor den Augen der Kinder zerlegte? Der arme Marius war nur die Spitze des Eisberges. Allein der Tiergarten Nürnberg tötete 2015 ca. 50 – 60 Tiere.

  1. Über 90 Prozent der in Zoos gehaltenen Spezies sind in freier Wildbahn nicht vom Aussterben bedroht.

Soviel zu dem Argument, Zoos ginge es hauptsächlich um den Artenschutz.

  1. Zoos haben sich nicht so sehr verändert, wie sie uns glauben machen wollen.

Die meisten von ihnen präsentieren noch immer die gleichen großen Tiere, die die Menschen sehen wollen, z.B. Elefanten und Großkatzen. So war das schon in den 1820er Jahren. Und obwohl immer mehr wissenschaftliche Beweise dafür vorliegen, dass die Bedürfnisse dieser Tiere in Gefangenschaft nie wirklich erfüllt werden können, hat sich kaum etwas geändert.

  1. Elefanten leben im Zoo im Durchschnitt nur halb so lange wie in freier Natur.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Hauptgründe dieser schockierenden Statistik Stress und Fettleibigkeit sind. Außerdem leiden Elefanten in Gefangenschaft häufig unter schmerzhafter Arthritis und Fußbeschwerden, weil sie auf Betonböden gehalten werden und sich nicht ausreichend bewegen können.

Gebrochener Elefant im Stuttgarter Zoo
Gebrochener Elefant im Stuttgarter Zoo
  1. Die meisten Zoos wollen die Lebensbedingungen der Tiere gar nicht verbessern.

Als sich der Zoo von Detroit (USA) entschied, seine Elefanten an eine Auffangstation zu überstellen, stieß das auf harsche Kritik aus der Zooindustrie. Wenn Studien zeigen, dass Tiere in Gefangenschaft leiden, beschreiben Zoos diese Erkenntnisse oft als „negativ und feindselig“.

  1. Einer Studie zufolge zeigen ca. 80 Prozent der in Gefangenschaft lebenden Karnivoren stereotypes Verhalten.

Solche abnormalen und sich wiederholenden Verhaltensmuster – z.B. hin und her laufen oder das Schütteln des Kopfes – erfüllen keinen nützlichen Zweck und kommen in freier Wildbahn kaum vor. Forscher glauben, das Verhalten reflektiere psychologische Schäden.

  1. SeaWorld will immer noch nicht zugeben, dass die Gefangenschaft Orcas schadet – trotz zahlreicher Forschungsergebnisse.

Wenn man SeaWorld nach wissenschaftlichen Beweisen zur Untermauerung seiner Angaben fragt, beruft sich der zuständige Veterinär des Parks lediglich auf „durch Erfahrung gewonnene Beweise“.

  1. Nur verschwindend geringe 3 Prozent der Ausgaben aller britischen Zoos gehen an Artenschutzprojekte im Lebensraum der Tiere.

Dieses Geld hat kaum Einfluss auf den Erhalt einer Art.

  1. Zoos geben fälschlicherweise immer wieder an, sie würden die Tiere als „Botschafter“ nutzen, um Arten zu schützen. Das funktioniert aber nicht.

Um es mit den Worten eines Experten auszudrücken: „Es gibt keine Beweise dafür, dass sich die Meinung der Menschen ändert, wenn sie Tiere im Zoo sehen.“

  1. Ca. 400 Pandas wurden bisher in Gefangenschaft gezüchtet, doch nur fünf wurden ausgewildert – und nur drei davon haben überlebt.

Es werden Millionenbeträge darauf verwendet, Pandas wieder auszuwildern. Doch diese Bemühungen sind nicht nachhaltig, solange der Lebensraum der Tiere weiterhin zerstört wird.

  1. Zuchtprogramme von Zoos funktionieren meist nicht und vermitteln ein falsches Bild.

Zoos konnten noch nicht einmal die „charismatischsten“ aller Tiere vor dem Aussterben bewahren, wie z.B. das Nördliche Breitmaulnashorn (davon gibt es mittlerweile nur noch drei Tiere auf der ganzen Welt). Stattdessen vermitteln sie die falsche Hoffnung, die Wissenschaft könne das Chaos noch beseitigen, das die Menschheit durch die Zerstörung der Umwelt verursacht hat. Dieser Ansatz der Zoos lenkt aber von wirklich wirksamen Maßnahmen ab, die Tieren helfen könnten.

Mitfühlende Menschen aus der ganzen Welt wissen schon lange, dass es niemals ethisch vertretbar ist, Tiere zur menschlichen Unterhaltung einzusperren. Und wie die Kampagne gegen SeaWorld zeigt, ändert sich die öffentliche Meinung. Immer mehr Menschen verstehen, dass es von Grund auf falsch ist, intelligente, leidensfähige Tiere zu inhaftieren.

Werde Teil der Bewegung – boykottiere Zoos!

Die Wahrheit über Zoos im Detail auf PETA.de/Zoo-Hintergrund.

Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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