Zoo

Makabre Herbstferien-„Attraktion“: Dänischer Zoo seziert Löwenbaby vor Schulkindern

„Sie haben es wieder getan“ – diese Überschrift war letzte Woche in vielen Medien zu lesen, die größtenteils entsetzt über die öffentliche Sektion eines Löwenbabys vor Scharen von Kindern in einem dänischen Zoo berichteten.

Nach der Tötung und Sektion der Giraffe Markus, die vor etwa anderthalb Jahren ebenfalls in einem dänischen Zoo stattfand, wurde dieses „Ereignis“ am vergangenen Donnerstag im Zoo von Odense wiederholt. Als wäre das öffentliche Sezieren eines toten Tieres vor Schaulustigen nicht schon kurios genug, wurde diese Aktion auf der Website des Zoos als „Herbstferienaktion“ für Schülerinnen und Schüler beworben. Was viele nicht wissen: Solche Vorführungen finden seit über 20 Jahren in dem Tierpark statt.

Grausamkeit unter dem Deckmantel der Bildung

Laut der Verantwortlichen des Zoos leiste man mit solchen Vorführungen einen Beitrag zur Bildung der Schüler/innen. Dabei stellt sich die Frage, was genau Kinder lernen sollen, wenn sie dabei zusehen, wie ein totes Tier aufgeschnitten wird. Sicher ist jedoch, dass ihnen dadurch vermittelt wird, dass Menschen Tiere nach ihrem Belieben und für ihre Zwecke benutzen dürfen – sei es zu „Lernzwecken“ oder zur „Unterhaltung“, wie es sonst der Fall in Zoos ist.

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Wilde Tiere können in Zoos niemals ein artgerechtes Leben führen.

Auch deutsche Zoos benennen oftmals den angeblichen Bildungsauftrag ihrer Einrichtung als Legitimation ihres Daseins. Dass Studien seit Jahren ein anderes Bild aufzeigen – nämlich dass Zoos weder den Artenschutzgedanken fördern noch das Wissen über Tierarten vermitteln – bleibt im öffentlichen Diskurs stets unberücksichtigt.
„Kinder lernen im Zoo nichts über das natürliche Verhalten von Tieren. Sie stehen vor Gehegen von Eisbären, die im Kreis laufen, und Schimpansen, die apathisch am Boden hocken. Kinder sehen im Zoo nicht, wie Geparden rennen, Affen auf Bäumen klettern und Vögel fliegen. Zoos vermitteln kein brauchbares Wissen“, so Wildtierexperte Peter Höffken, Fachreferent bei PETA Deutschland e.V.

Wie kam das Löwenbaby zu Tode?

Als wäre die öffentliche Inszenierung des toten Tieres nicht schon schlimm genug, ist vor allem der Grund für den Tod des damals erst wenige Monate alten Jungtieres skandalös: Es wurde lediglich aus Platzmangel eingeschläfert. Ob das offen vor den Kindern kommuniziert wurde, ist fraglich. Falls sie darüber in Kenntnis gesetzt wurden, wird ihnen lediglich gezeigt, dass man Tiere einfach entsorgen kann, wenn sie den Menschen lästig und überflüssig werden.

Die Verantwortlichen des Zoos sehen in dieser Handlungspraxis übrigens kein Problem. Mit dieser Haltung stellen sie allerdings keine Ausnahme dar. Viele Zoos entledigen sich unerwünschten Tieren, indem sie sie beispielsweise an dubiose Tierhändler oder Zirkusse verkaufen. Respekt und Mitgefühl für Tiere wird jedenfalls nur weitergeben können, wer das auch selbst beherzigt hat – und das ist in Zoos nie der Fall.

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PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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