Unterhaltung

Warum wir einen neuen Namen für „Jägermeister“ vorschlagen

Schauspieler Jörg Rohde gegen die Jagd

Wir müssen leider immer wieder feststellen, je spektakulärer oder kontroverser wir die Dinge angehen, umso größer die Chance, dass die Medien darüber berichten. Wir haben deshalb die Wahl, entweder weiter „sachlich“ und „seriös“ auf das Tierelend aufmerksam zu machen und wenig Presseresonanz zu bekommen und somit weniger Menschen zu erreichen. Oder wir versuchen mit „verrückten“ PR-Aktionen das Interesse der Medien zu wecken und somit viele Menschen zu erreichen. Im Interesse der Tiere gehen wir eben manchmal ungewöhnliche Wege. Die Aufklärung der Öffentlichkeit steht im Vordergrund und dafür müssen wir leider oft unkonventionell agieren.

Obwohl das Thema Jagd vielen Menschen bitter aufstößt, wird in vielen Medien meist kritiklos oder sogar positiv über die hinterhältige Tötung von Millionen wundervollen Tieren in deutschen Wäldern berichtet, vor der auch Hunde und Katzen nicht sicher sind, wie eine neue Recherche von uns offenlegt. Um diese unkritische Haltung aufzubrechen, müssen wir auch außergewöhnliche Wege in der Arbeit mit den Medien gehen, um deren Interesse überhaupt zu wecken.

Dass wir jetzt dem Spirituosenhersteller „Jägermeister“ vorgeschlagen haben, sein Produkt in „Waldmeister“ umzubenennen, ist genau so eine unkonventionelle Art. Durch diese absurd scheinende Idee setzen sich große Medien erst mit dem Thema auseinander.  Da wir so erreichen, dass das Thema „Jagd“ überhaupt diskutiert wird, stört es uns nicht, dass wir bei vielen als „verrückt“ dastehen.

Schauspieler Jörg Rohde gegen die Jagd

Und es ist ja auch absurd, wie subtil Jäger auf den Jägermeister-Flaschen als gute Menschen dargestellt werden. Zum Beispiel findet sich  auf dem Etikett einGedicht von Oskar von Riesenthal, das fälschlicherweise die Tötung von Tieren mit Schutz und Hege gleichsetzt: „[…] daß er beschützt und hegt sein Wild, weidmännisch jagt, wie sich’s gehört, […].

Wir Tierrechtler halten´s da eher mit dem ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Theodor Heuss, der folgende Ansicht über die Jagd vertritt:

Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit

Viele Behauptungen der Jäger sind längst widerlegt, zum Beispiel, dass die Jagd der Regulierung einer Überpopulation in Abwesenheit von Wolf und Bär diene. Die in vielen Landstrichen übliche Winterfütterung widerspricht diesem Jäger-Argument und legt die wahren Absichten der Jäger offen, möglichst viele Abschüsse praktizieren zu können. Namhafte Biologen haben zudem längst klargestellt, dass die Regulierung von waldbewohnenden Tierpopulationen auch zu Zeiten von Wolf und Bär hauptsächlich durch Umwelteinflüsse wie Klima, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten geschah.
Bitte sieh Dir dazu diesen kurzen, augenöffnenden Beitrag im SWR über die Jagd an:

Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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