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Warum der Film „Rettet Raffi!“ eine Gefahr für Hamster ist

Gestern (22.10.2015) startete bundesweit der Kinderfilm „Rettet Raffi!“ in den Kinos. Wir sehen den Film allerdings nicht als „sorgfältig erdachtes und kreativ umgesetztes Kinderkino“, wie die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) kürzlich äußerte. Der „tierische Held“ – ein syrischer Goldhamster namens Raffi ist mit Sicherheit ganz bezaubernd, allerdings kann der Film dazu verleiten, voreilig und unüberlegt einen Goldhamster ins Haus zu holen!

Der kleine „Protagonist“ wurde über ein halbes Jahr trainiert und es standen ihm 14 Doubles „zur Verfügung“ – in unseren Augen 15 Tiere zu viel, die als Unterhaltungsobjekt benutzt wurden. In Zeiten modernster Technik wäre auch ein vollständig animierter Hamster zielführend gewesen.

So sieht der Alltag vieler Kleintiere aus, die für unsere Wohnzimmer gezüchtet werden - unfassbar grausam!
So sieht der Alltag vieler Kleintiere aus, die für unsere Wohnzimmer gezüchtet werden – unfassbar grausam!

Hamster sind aber keinesfalls „Anfängertiere“, die einfach so „angeschafft“ werden sollten – nur weil sie als besonders niedlich gelten. Hamster sind Individuen mit besonderen und arteigenen Bedürfnissen, die nicht zu unterschätzen sind.

Einige Halter sind schlichtweg überfordert, da sie sich gar keine Gedanken um grundlegende Bedürfnisse und Haltungsbedingungen des neuen tierischen Mitbewohners gemacht haben. Quasi im Vorbeigehen ins Haus geholter Vierbeiner werden schnell „langweilig“ oder überflüssig – mit dem Ergebnis: vorläufige Endstation Tierheim oder noch viel schlimmer: ihre Aussetzung!

PETA wandte sich bereits im letzten Jahr an die Produktionsfirma und teilte die Bedenken mit. In einem NDR-Beitrag war zudem ersichtlich, dass sich die Tiere bei den Dreharbeiten mehrfach mit Bissen zur Wehr setzten. Die Hamster fühlten sich demnach wiederholt bedroht und bedrängt und wurden ganz offensichtlich extremem Stress ausgesetzt, dem sie nicht gewachsen waren.

Hamster sind ganz anders als im Film dargestellt!

Hamster bevorzugen es, nicht vom Menschen berührt zu werden und viele Tiere reagieren panisch auf eine neue fremde Umgebung. Außerdem sind sie nachtaktive Tiere, die tagsüber ihre Ruhe benötigen und nicht gestört werden sollten! Auf diese Weise wird Kindern ein falsches Bild dieser Tierart vermittelt, was den zahlreichen, in deutschen Kinderzimmern gehaltenen Hamstern zum Verhängnis werden könnte – denn was „Raffi“ kann, sollte wohl jeder andere Hamster auch können.

Diese Hamster und Meerschweinchen haben ihre "Produktion" nicht überlebt.
Diese Hamster und Meerschweinchen haben ihre „Produktion“ nicht überlebt.

Wir hoffen, dass ein durch den Film ausgelöster Hamster-Hype ausbleibt, wie beispielsweise nach Erscheinen der Filme „101 Dalmatiner“ oder „Findet Nemo“.

Hamster sind weder Schauspieler noch geeignete Spielgefährten für Kinder!

Eine umfangreiche PETA-Recherche deckte im April 2015 die tierquälerische Massenproduktion von Kleintieren – auch von Hamstern – für den deutschen Heimtierhandel auf.

Bitte unterstützen Sie diese „Tierproduktion“ nicht, bei der viele Tiere leiden und sterben. Wenn Sie einem tierischen Freund ein Zuhause geben möchten, gehen Sie in ein Tierheim und geben sie einem heimatlosen Vierbeiner die Chance auf ein neues Leben. Danke!

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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