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Siegfried & Roy: Verwerfliche Tiger-Inzucht – Zwei Jungtiere tot

Zwei von den notorischen Tierausbeutern Siegfried & Roy eingesetzte Tigerbabys sind kürzlich verstorben. Berichten zufolge erlagen sie einem Nierenversagen. Ein auf Wildtiere spezialisierter Tierarzt der PETA Foundation in den USA gab dazu an, es sei sehr ungewöhnlich, dass zwei junge und ansonsten gesunde Tiger an Nierenversagen sterben. Ein möglicher Grund könnte allerdings sein, dass die Infektionen durch engen Kontakt mit einem hochpathogenen Organismus ausgelöst worden waren oder dass die Krankheit nicht schnell genug entdeckt und behandelt wurde.

Es ist weithin bekannt, dass weiße und goldene Tiger – wie die beiden verstorbenen – durch Inzucht entstehen. So könnte das Nierenversagen mit einer durch verantwortungslose Zucht entstandenen Erbkrankheit zusammenhängen. In Deutschland betreibt auch Circus Krone diese verantwortungslose Zucht weißer Tiger und Löwen.

Nachzucht weißer Tiger und Löwen: Extrem hohes Inzuchtrisiko
Nachzucht weißer Tiger und Löwen: Extrem hohes Inzuchtrisiko

Nachzucht weißer Tiger: Russisches Roulette auf Kosten der Tiere
Weiße Tiger in Gefangenschaft sind das Resultat extremer Inzuchten, was häufig genetische Defekte wie Gaumenspalten, neurologische Störungen, verkrüppelte Füße und Hüftgelenkfehlstellungen zur Folge hat. Nach Angaben des Zoo Landau in der Pfalz müssen 30 bis 60 ingezüchtete Raubkatzen mit dieser Farbvarianz geboren werden, um einen „vorzeigbaren“ weißen Tiger zu erhalten. In der Regel wird der große Anteil behinderter oder vermindert lebensfähiger Tiere eingeschläfert. Weiße Tiger werden in erster Linie aus finanziellen Gründen gezüchtet, da sie als vermeintliche „Attraktionen“ in Shows vorgeführt oder für mehrere Zehntausend Euro an private „Tierliebhaber“ verkauft werden. Auch die Zoodachverbände in Europa (EAZA), Großbritannien (BIAZA) und den USA (AZA) verurteilen die Nachzucht weißer Tiger und Löwen.

Herkunft weißer Tiger
Alle in Gefangenschaft gehaltenen weißen Tiger stammen ursprünglich von einem einzigen Tier ab, das 1951 in Indien gefangen wurde. Als Folge der engen genetischen Verwandtschaft weisen die Nachkommen häufig schwere Erbgutschäden auf. Die Nachzucht hat mit Artenschutz nichts zu tun: Weiße Tiger sind keine eigene Tierart, sondern nur eine abweichende Farbvariante des indischen Bengal-Tigers.

Artgerecht ist nur die Freiheit
Tiger leben in den dichten Wäldern Asiens, wo ihr Revier mehrere hundert Quadratkilometer umfasst. Die intelligenten Großkatzen haben einen enormen Bewegungsdrang und besitzen hohe kognitive Fähigkeiten. Laut Artenschutzorganisationen leben heute nur noch etwa 3.200 der vom Aussterben bedrohten Tiere in freier Wildbahn. In Zoos oder Zirkussen geborene Tiger können nicht ausgewildert werden, da sie grundlegende Fähigkeiten nicht erlernt haben.

Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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