Unterhaltung Zirkus

Verherrlichung von Tierquälerei im Zirkus: Filmproduktion „Wild Women – Gentle Beasts“

In Schweizer Filmtheatern wird derzeit die Dokumentation „Wild Women – Gentle Beasts“ über den beruflichen Alltag von fünf Raubtierdompteurinnen gezeigt.

Doch anstatt den Einsatz von Tigern und Löwen für Unterhaltungsshows kritisch zu hinterfragen, werden die Dompteurinnen fälschlicherweise als tierliebe Künstler dargestellt, die „im Rampenlicht brillieren“. Das Leben im Zirkus hat für Tiger und Löwen aber nichts mit Romantik oder Tierliebe zu tun, denn hinter den Glitzerkulissen geht es hart zu Sache. So ist die Produktion „Wild Women – Gentle Beasts“ ein Schlag ins Gesicht für den Tierschutz.

Regisseurin reagierte nicht
Während der Produktion des Films in den Jahren 2013 und 2014 hatten wir der Schweizer Regisseurin Anka Schmid mehrfach Fakten und Undercover-Videoaufnahmen über den traurigen Alltag von Raubkatzen im Zirkus zukommen lassen und zur Verwendung in der Dokumentation angeboten – die Regisseurin ignorierte dies jedoch.

Kein artgerechtes Leben: Tigerhaltung bei Carmen Zander
Kein artgerechtes Leben: Carmen Zanders Tiger im Käfigwagen

Oberlandesgericht findet deutliche Worte zu Carmen Zander
Eine der „Protagonistinnen“ der neuen Dokumentation, die deutsche Dompteurin Carmen Zander, wollte PETA 2014 beim Oberlandesgericht Düsseldorf verbieten lassen, eine einschlägige Dressurszene mit ihr weiterhin der Öffentlichkeit zu zeigen. Zander konnte sich jedoch nicht durchsetzen – das Gericht stellte vielmehr fest, dass Zander „im Rahmen der Dressur (notwendigerweise) durch dominante Zwangshandlungen den von ihr dressierten Tigern ihren eigenen Willen aufzwingt“ (Az. 1 0 252/13).

Der traurige Alltag
Tiger und Löwen werden im Zirkus üblicherweise mit Gewalt und Zwang gefügig gemacht. Die Raubkatzen müssen die Peitsche und den Stock fürchten, die bei fast jeder Dressurvorführung zum Einsatz kommen. Babys werden ihren Müttern meist kurze Zeit nach der Geburt weggenommen, um sie für einen Einsatz im Zirkus auf den Menschen zu prägen. Das Leben der sensiblen Tiere findet überwiegend in kleinen, kargen Zirkuswagen statt.

Das Märchen von der sanften Dressur im Realitäts-Check:

Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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