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Ungewöhnliche Tierfreundschaften: Diese Videos tun Tieren keinen Gefallen!

Orang Utan und Hund.. Tiger und Schwein.. Unter der Bezeichnung „Ungewöhnliche Tierfreundschaften“ hat das Internet eine Vielzahl von Videos hervorgebracht, in denen eigentlich unverträgliche Tierarten harmonisch zusammen sind. Doch leider gibt es bei diesen niedlichen Videos ein Problem: Es ist zwar nichts dabei, wenn Hunde und Katzen in trauter Zweisamkeit auf dem Sofa liegen. Doch oftmals werden Tierbabys absichtlich schon nach wenigen Tagen von ihren Müttern getrennt, um sie auf andere Tierarten oder den Menschen zu prägen. Hinzu kommt, dass viele fragwürdige Tier-Videos von heruntergekommenen kleinen Zoos verbreitet werden, die mit den vermeintlich niedlichen Aufnahmen besucher anlocken wollen.

Wir haben diese Videos hier bewusst nicht in den Beitrag eingebettet, denn sie zu ignorieren, sendet die stärkste Botschaft.

Löwen- und Tigerbaby im Circus Krone-Käfig ohne ihre Mütter
Löwen- und Tigerbaby im Zirkus-Käfig – ohne ihre Mütter

Hier einige Infos zu den drei schlimmsten Anbietern von Videos über „Ungewöhnliche Tierfreundschaften“:

  • In einer üblen Android-Werbung werden Tiere aus der berüchtigten Einrichtung T.I.G.E.R.S. vorgeführt. Der Leiter, Bhagavan (Kevin) Antle, wurde bereits mehrfach von den Bundesbehörden vorgeladen, weil er den Tieren weder angemessene tierärztliche Versorgung noch ausreichend große Käfige, Witterungsschutz oder sauberes Wasser zur Verfügung stellte. Außerdem bot er Hunden keinen Auslauf und Primaten keine Beschäftigungsmöglichkeiten. Antle züchtet regelmäßig Tiere durch Kreuzung und nimmt Tierbabys ihren Müttern weg, um sie als Fotomotive zu missbrauchen.
  • Der Zoo Dade City’s Wild Things in Florida wirbt für sein grausames Geschäft mit Videos von „Ungewöhnliche Tierfreundschaften“ – zum Beispiel mit einem Tigerbaby, das mit einem Hund schwimmt. Der Roadside Zoo, gegen den das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittelt, produziert Tierbabys am laufenden Band und kauft weitere von anderen Züchtern und Händlern. Die Tierkinder landen schließlich in winzigen Gehegen oder in anderen Roadside Zoos, wo ihnen ihr Leben lang alles vorenthalten wird, was für sie natürlich und wichtig ist. Alle diese Tierbabys müssten eigentlich bei ihren Müttern sein – anstatt in Pools zu schwimmen oder auf dem Schoß von Menschen zu sitzen.
  • Der Garold Wayne Interactive Zoological Park (G.W.) in Wynnewood, Oklahoma bezeichnet die Freundschaft zwischen einem Löwen und einem Dackel als „bezaubernd“ – doch die Lebensbedingungen für exotische Tiere sind in diesem Drecksloch alles andere als bezaubernd, sondern vielmehr katastrophal. G.W. ist derzeit Gegenstand von vier Untersuchungen durch das US-Landwirtschafts­ministerium – unter anderem wegen des Todes von zwei Tigerbabys im Mai 2013 und des Todes weiterer 23 Tigerbabys über einen Zeitraum von sieben Monaten von 2009 bis 2010. Letztes Jahr wurde die Einrichtung wegen der mangelnden tierärztlichen Behandlung von vier jungen Bären vorgeladen, die monatelang an einer unbehandelten Hauterkrankung gelitten hatten. Zudem erhielt der Tierpark letztes Jahr von der US-Bundesbehörde zur Durchsetzung des Bundesarbeitssicherheitsgesetzes (OSHA) eine Vorladung wegen einer Tigerattacke im Jahr 2013, bei der eine Mitarbeiterin einen Teil ihres Arms verlor und beinahe verblutet wäre.

So kannst du helfen:

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Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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