Unterhaltung Zoo

Unfassbares Elefanten-Debakel im Zoo Erfurt: schon 2 Tiere tot

Zoo: Kein schöner Ort für Elefanten / Foto © PETA

Ein Debakel hat der Zoopark Erfurt erlebt, der im Oktober die Elefanten Seronga und Czami in einen französischen Safaripark transportierte und im Austausch dafür die Elefanten Akili und Chupa aus Frankreich erhielt. Jetzt sind schon zwei der vier Tiere tot, die Ursache dafür noch unklar. Erst starb am 21. November die nur 18 Jahre alte Seronga in Frankreich, und am vergangenen Freitag die 12-jährige Akili im Zoo Erfurt. Die Tiere wurden im Rahmen des sogenannten europäischen Erhaltungszuchtprogramms getauscht.

Das Zuchtprogramm ist jedoch reine Augenwischerei, denn bisher wurde kein Elefant wieder ausgewildert. Elefantenbabies sollen lediglich Besucher in die Zoos locken, damit die Kassen der Zoos klingeln. Eine Auswilderung ist auch nicht vorgesehen und bei in Gefangenschaft geborenen Tieren ohnehin kaum mit Erfolg durchführbar.

Auf das Tierwohl wird bei den Austauschprogrammen keinerlei Rücksicht genommen: über Jahre gewachsene soziale Bindungen werden oftmals abrupt beendet, was erhebliche Traumata für die Tiere bedeuten kann. Im Rahmen der Transporte kommt es häufig zu Todesfällen oder Verletzungen.

Elefanten raus aus Zoos
Wir von PETA setzen uns für ein Nachzucht- und Importverbot für Elefanten in Zoos ein, um die Haltung mittelfristig auslaufen zu lassen. Artenschutz kann nur in freier Natur stattfinden! Wenn öffentliche Gelder in Schutzprogramme, anstatt für Zoo-Subventionen ausgegeben würden, dann könnten die freilebenden Elefanten effektiv und dauerhaft vor Wilderei geschützt werden. Doch während die defizitären Zoos jährlich Millionen Euro an Steuergeldern erhalten, fehlt in Afrika das Geld für den Elefanten-Schutz.  Übrigens sprechen sich alle großen deutschen Tierschutzverbände für ein Elefanten-Verbot in Zoos aus, weil die Haltung in Zoos nicht artgerecht gestaltet werden kann (gemeinsame Stellungnahme, pdf).

Einer wissenschaftlichen Studie zufolge beträgt die durchschnittliche Lebensdauer Afrikanischer Elefanten in Zoos 17 Jahre – in der Natur hingegen sind es durchschnittlich 54 Jahre, in denen die Elefanten große Reviere besiedeln und bis zu 80 Kilometer am Tag wandern.

Die Tuli-Affäre
Der Zoopark Erfurt steht schon seit langem in der Kritik wegen seiner Elefantenhaltung: im Zoo-Auftrag wurden die beiden Elefantendamen Czami und Seronga 1998 als Babys im botsuanischen Tuli-Reservat aus einer freilebenden Elefantenherde eingefangen und in einer äußerst grausamen Prozedur für den Zoobetrieb gefügig gemacht. Die Elefanten mussten in Erfurt bis zu ihrem Transport nach Frankreich im Oktober 2013 zudem viele Jahre in einem völlig unzureichenden Gehege leben.

Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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