Unterhaltung Zirkus

Trotz Warnung an Behörden: Elefantin Mädi im Zirkus gestorben

Elefant Mädi in früheren Jahren bei Zirkus Mustang - damals noch mit Partnerin, die 2012 starb / Foto © A. Uranek

Bereits im letzten September haben wir die Behörden auf die tierquälerische Haltung von Mädi im holsteinischen Gnissau aufmerksam gemacht. Im Quartier des Zirkus Mustang wurde die Elefantendame  ohne Außengehege und allein gehalten – und laut Augenzeugen mit einem Elefantenhaken geschlagen.

Elefant Mädi in früheren Jahren bei Zirkus Mustang - damals noch mit Partnerin, die 2012 starb / Foto © A. Uranek
Elefant Mädi in früheren Jahren bei Zirkus Mustang – damals noch mit Partnerin, die 2012 starb / Foto © A. Uranek

Mädi nach Estland geschafft
Dann landete Mädi über Umwege bei Rene Renz, der im hessischen Friedberg eine Reptilienshow betreibt und sich das Grundstück mit dem berüchtigten Daniel Renz (Zirkus Universal Renz) teilt. Doch die Einzelhaltung eines Elefanten ist verboten und Rene Renz besitzt wohl auch gar keine Genehmigung zur Elefantenhaltung. Obwohl das Veterinäramt Wetteraukreis in Friedberg und auch das hessische Umweltministerium von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife gewarnt wurde, dass Mädi ins über 2.000 Kilometer entfernte Estland geschafft werden sollte, konnte Rene Renz unbehelligt das Land mit dem kranken Elefanten (Rüssellähmung) verlassen. Kein Wunder, denn das Veterinäramt Wetteraukreis fragte zunächst ganz höflich telefonisch bei der Familie Renz nach dem Elefanten, bevor eine erfolglose Kontrolle vor Ort stattfand. Ein Skandal!

Auf diesem Video von Mitte Mai ist zu deutlich erkennen, wie schwerfällig und mühsam die etwa 43 Jahre alte Mädi die Zirkustricks in Estland gerade noch ausführen kann. Letzten Freitag starb Mädi dann an oder in einem See… vermutlich brach sie zusammen oder sie konnte sich nicht mehr aufrichten und ertrank.

Seit Jahrzehnten versagen Behörden und Politik
Ein typischer Fall, der die ganze Zirkusmisere aufzeigt: Sensible Tiere wie Elefanten werden tausende Kilometer durch ganz Europa gekarrt und bis zum letzten Atemzug ausgenutzt. Vorschriften und Gesetze werden missachtet. Wenn es zu brenzlig wird, ziehen die Zirkusse einfach weiter oder setzen sich ins Ausland ab. Behörden setzen dem tierquälerischen Treiben nichts entgegen – und wollen dies oft auch gar nicht. Ebenso wenig wie die Bundesregierung, die nach wie vor ein Wildtierverbot im Zirkus blockiert.

Das Zirkus-Wildtierverbot muss endlich her!
Bitte stemm Dich gegen die skandalöse Untätigkeit der Bundesregierung. Bitte veranstalte Demos vor den einschlägigen Zirkusbetrieben (so geht’s) und mach gerade jetzt vor der Wahl Druck auf Politiker und die Bundesregierung, auch mit unserer Online-Petition.

Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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