Unterhaltung

Todesfalle Connyland: Acht tote Delfine in drei Jahren

Delfinshow auf Kosten der Tiere

Der Vergnügungspark Connyland, nur 15 km von Konstanz entfernt, beherbergt das letzte Delfinarium in der Schweiz. Als Pläne bekannt wurden, dass die Betreiber Ende Oktober in unmittelbarer Nähe zum Delfin-Gebäude eine Goa-Rave-Party veranstalten wollten, haben wir uns sofort an den zuständigen Kantonstierarzt sowie die auftretenden Künstler mit der Forderung gewandt, die Veranstaltung im Interesse der Delfine abzusagen oder an einen andern Ort zu verlegen. Das empfindliche Gehör von Delfinen unterscheidet sich grundlegend von der des Menschen.
Etwa eine Woche nach der Rave-Party starb der erste Delfin, Shadow, ein paar Tage darauf starb Delfin Chelmers. Wenn die Obduktion ergibt, dass die Todesfälle tatsächlich auf die Rave-Party zurückzuführen sind, werden wir Strafanzeige gegen die Verantwortlichen erstatten, die leichtsinnig mit dem Leben der Delfine umgegangen sind.

Staatsanwalt befangen
Die Geschichte geht aber noch weiter: Der zuständige Staatsanwalt, der sogar öffentlich Tierschützer bezichtigt hat, die Delfine vergiftet zu haben, wurde heute von dem Fall abgezogen. Er ist Präsident eines Handball-Vereins, der vom Connyland mit finanziellen Mitteln unterstützt wird. Außerdem wurde bekannt, dass die Delfine eventuell unsachgemäß mit chinesischen Kräutern behandelt wurden, was zu einer Vergiftung geführt haben könnte.

Delfinshow auf Kosten der Tiere

Connyland Delfin-Trainerin packt aus
In einem Interview mit den Meeresschützern von „Oceancare“ sagte die ehemalige (2000/2001) Connyland Delfin-Trainerin Graziella Blatter-Bianca (Ex-Frau von FIFA-Präsident Sepp Blatter): „Connyland-Angestellte haben einander aus Jux zu den Tieren ins Wasser geworfen, mit schmutzigen Kleidern und Schuhen. Das kann das Wasser kontaminieren […] Es war auch üblich, dass säureartige Substanzen ins Becken eingebracht wurden, die das Wasser optisch aufklaren sollten. Das Personal, das mit den Delphinen arbeitete, war offensichtlich unqualifiziert – so wurde das hormonhaltige Medikament Ovarid, das so sagte man mir den Geschlechtstrieb der männlichen Tiere unterdrücken soll, von einem Mitarbeiter versehentlich schwangeren weiblichen Tieren verabreicht.“

Delfinarien schließen
Fest steht, dass die letzten Delfinarien in Deutschland und in der Schweiz unglaublich hohe Todesraten aufweisen, denn die Delfine leiden immens unter der Gefangenschaft in engen Betonbecken. Der Tiergarten Nürnberg hat eine Todesrate von über 80% allein bei Delfingeburten. Bitte helft hier mit, die verbliebenen Delfinarien zu schließen.

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Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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