Unterhaltung Zirkus

Video: Tiger für Selfies gefesselt

Ein Online-Video zeigt einen Tiger in China, der von seinen Trainern festgebunden wurde, damit sich Besucher auf ihn setzen und Bilder machen können. Um die hochintelligenten und starken Jäger so vor die Linse zu bekommen, gibt es nur eine Möglichkeit: Die Tiere müssen ständige Angst vor Strafe haben, eingeschüchtert und fixiert werden. Der Tiger in dem Video ist so fest zusammengebunden, dass er noch nicht einmal seinen Kopf anheben kann. Im Hintergrund läuft ein eingesperrter Bär ständig hin und her, was den seelischen Schaden verdeutlicht, der Tieren im Zirkus zugefügt wird.


Zirkus – Tiermissbrauch hinter der Glitzerkulisse

Solcher Tiermissbrauch findet nicht nur in China statt. Im deutschen Circus Krone beispielsweise wird Schwimmen mit Seelöwen inkl. Fotoschnappschüsse angeboten und bei Circus Voyage das längst verpönte Elefantenreiten.  Der Sriracha Tiger Zoo und das Samui Aquarium & Tiger Zoo in Thailand lassen ihre Besucher ebenfalls Selfies mit Tigern machen. Diese Einrichtungen vermitteln vielen Menschen den falschen Eindruck, Raubkatzen seien nichts als süße Kätzchen, die man zu Unterhaltungszwecken nutzen und missbrauchen darf.

Der berüchtigte Tiger Temple in Thailand musste letztes Jahr schließen, nachdem 137 Tiger aus dem Tierqualgefängnis beschlagnahmt und an Auffangstationen im ganzen Land überstellt wurden. Die Tiger waren dort zuvor regelmäßig ruhiggestellt worden, damit Touristen sie gegen eine Gebühr anfassen, umarmen oder ein Selfie mit ihnen machen konnten. Die Tiger konnten sich kaum bewegen und Aussagen zufolge schlugen die dort lebenden Mönche die frustrierten Tiere, wenn sie nicht das gewünschte Verhalten zeigten.

Tiere sind keine Selfie-Requisiten

Ein Tiger würde niemals freiwillig seine Freiheit gegen die Gefangenschaft eintauschen. Er würde sich nie freiwillig einsperren, unterwerfen, fesseln oder peitschen lassen oder als Requisite für ein geschmackloses Foto herhalten.

Denkt daran: Tiere sind keine Fotorequisiten. Wenn auch nur das kleinste Risiko besteht, dass euer Foto einem Tier Schaden zufügt, dann ist es das nicht wert.

Was ihr tun könnt

Fördert keine Einrichtungen, die aus der Ausbeutung von Tieren Profit schlagen. Lasst Wildtiere in Frieden leben und beobachtet sie nur in der Natur.

 

Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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