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Studie: Füchse schützen uns vor gefährlichen Zeckenbissen – aber nur, wenn sie nicht gejagt werden

Fuchs und Zecken

Zeckenbisse sind nicht nur für unsere tierischen Mitbewohner problematisch, sondern auch für Menschen gefährlich. Denn einige Zecken übertragen ein Bakterium,  das Lyme-Borreliose auslösen kann. Die Infektionskrankheit kann dann das Nervensystem, die Haut und Gelenke schwer schädigen. Süddeutschland gilt als Hochrisikogebiet, hier sind etwa 30 – 50 % der Zecken mit dem Bakterium befallen. Schätzungen zufolge erkranken in Deutschland jedes Jahr 100.000 bis 200.000 Menschen an Borreliose – und die Zahlen steigen anscheinend rapide an.

Füchse schützen uns vor Zeckenbissen – dort, wo sie nicht gejagt werden

Füchse schützen uns vor ZeckenbissenZum Glück haben wir mit dem Fuchs einen Gesundheitspolizisten im Wald, der uns vor solchen Gefahren schützt – zumindest da, wo ihm nicht durch Jäger nachgestellt wird. Eine neue Studie, veröffentlicht im Juli 2017 von einem Team niederländischer Wissenschaftler, zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen hoher Fuchsaktivität und Zeckenbefall von Mäusen, der Hauptnahrungsquelle von Füchsen. Demnach ist der Befall von Mäusen durch neugeschlüpfte Zecken in jenen Gebieten um 80 – 90 % niedriger, wo der Fuchs nicht stark bejagt wird. Und noch besser: Auch die Zecken selbst sind dort wesentlich seltener mit dem Erreger befallen. Nur 15 % der Nymphen (heranwachsende Zecken) sind mit dem gefährlichen Bakterium infiziert, wie auch die New York Times berichtet.

Der Grund dafür liegt aber nicht darin, dass die Füchse mehr Mäuse vertilgen, sondern, so vermuten die Wissenschaftler, weil die Mäuse aus Angst vor dem Fuchs schneller umher rennen müssen und die Zecken einfach weniger Zeit haben, sich an ihnen anzuheften.

Die Autoren der Studie schlussfolgern:

The emergence of cascading effects of predator activity on tick-borne disease risk calls for the appreciation and protection of predator species such as red fox, many of which are persecuted across Europe.“

Fatal: Hobbyjäger töten jedes Jahr rund 500.000 Füchse – zum Spaß

Leider können uns die Füchse in Deutschland kaum vor den Zecken schützen, denn hierzulande werden die Füchse fast überall stark bejagt – somit haben die Zecken freie Bahn. Das traurige dabei: Hobbyjäger erschießen die nützlichen Tiere meist nur zum Spaß, als lebendige Zielscheibe, und weil sie die Tiere als Jagdkonkurrenten ansehen. Vernünftige Gründe für die flächendeckende Fuchsjagd gibt es nicht. In Luxemburg ist die Fuchsjagd seit 2015 verboten und dort wurde kein Anstieg der Fuchsopulation beobachtet, auch als Krankheitsüberträger spielen sie offiziellen Angaben zufolge keine Rolle.

Was du tun kannst

Bitte unterstütze unsere Kampagne für ein Verbot der Fuchsjagd

  • Bitte wende dich an den Landtagsabgeordneten deines Wahlkreises und bitte ihn/sie höflich, sich für ein Verbot der Jagd auf Füchse auf Landesebene einzusetzen.
  • Stoppe die Zwangsbejagung auf deinem Grundstück und mache dieses zu einem sicheren Rückzugsort für die Tiere! Alle Infos unter: PETA.de-Zwangsbejagung-Stoppen
  • Kläre Freunde und Bekannte über die Sinnlosigkeit der Fuchsjagd auf.

Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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