Skandalöse Behördenaussage zum Zoo Hannover: Elefanten leiden nicht erheblich
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Skandalöse Behördenaussage zum Zoo Hannover: Elefanten leiden, aber „nicht erheblich“

Tierquälerei von Elefanten im Zoo Hannover

Empörende Neuigkeiten –  Die Generalstaatsanwaltschaft Celle hat die Einstellung des Ermittlungsverfahrens wegen Elefantenquälerei im Zoo Hannover bestätigt. Der Grund: Es sei nicht hinreichend nachgewiesen, dass den Elefanten durch den gewaltvollen Umgang im Zoo Hannover „ERHEBLICHE Schmerzen und Leiden“ zugefügt wurden. Sieh dir hier nochmal das Video an, um dir selbst ein Bild zu machen:

So heißt es in der Begründung der Generalstaatsanwaltschaft:

„Der Sachverständige Dr. Hering-Hagenbeck hat auf der Grundlage nachvollziehbarer und plausibler Ausführungen das Folgende dargelegt: Die auf einigen Szenen mit stark übertriebener Härte durchgeführten Einsätze des Elefantenhakens verursachten mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unmittelbare Schmerzen bei dem betroffenen Tier, wofür die direkten Reaktionen des Tieres sprächen. Soweit es unter Berücksichtigung der Tierart beurteilt werden könne, sei aber angesichts des Umstandes, dass keine anhaltenden Verhaltensänderungen und Verletzungen an den Tieren zu beobachten seien, davon auszugehen, dass es sich in den herausgestellten Szenen nicht um erhebliche Schmerzen für die Tiere gehandelt habe.“

Was bedeutet das?

Das heißt im Klartext: Der Gutachter Dr. Hering-Hagenbeck stellte fest, dass die Elefanten in Hannover mit Gewalt trainiert werden und ihnen beispielsweise durch Schläge mit dem Elefantenhaken Schmerzen zugefügt wurden. Die Misshandlung der Elefanten ist nach Ansicht der Generalstaatsanwaltschaft jedoch nicht gravierend genug, damit es für eine Anklageerhebung reicht.  

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Voreingenommene Gutachter

Unfassbar ist auch, dass nur ein einziges der mittlerweile fünf vorliegenden Gutachten Berücksichtigung fand – nämlich das einzige, das die „erheblichen Schmerzen und Leiden“ der Tiere nicht bestätigt sah.  Gutachter Dr. Hering-Hagenbeck hält selbst Elefanten im Tierpark Hagenbeck in Hamburg.  Die Elefanten dort werden ebenfalls in der völlig überholten und tierquälerischen Haltungsform im „Direkten Kontakt“ gehalten, viele leiden an Verhaltensstörungen. Genau wie im Zoo Hannover wird im Tierpark Hagenbeck hart mit dem Elefantenhaken gearbeitet – befangener kann ein Gutachter nicht sein.

Rückblick:

PETA hatte im Frühjahr 2017 Aufnahmen veröffentlicht, die zeigten, wie bereits Babyelefanten im Erlebniszoo Hannover mit Elefantenhaken und Peitsche malträtiert werden. PETA stellte daraufhin Strafanzeige. Zusätzlich zu den beiden von der Staatsanwaltschaft angeforderten Offizialgutachten von Dr. Hering-Hagenbeck sowie von Prof. Dr. Hackbarth und Dr. Böer reichte PETA zwei Stellungnahmen der Elefantenexpertinnen Carol Buckley und Margaret Whitaker ein. Das Ermittlungsverfahren wurde allerdings aus fadenscheinigen Gründen eingestellt – ausführlichere Infos dazu hier.

Skandalös: Gutachten im Ermittlungsverfahren zur Elefantenquälerei im Zoo Hannover aus fadenscheinigen Gründen ignoriert

PETA reichte Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft Celle ein und legte auch ein weiteres Gutachten vor. In seiner 18-seitigen Auswertung des Videomaterials kommt Dr. Behlert, Zootierarzt und ehemaliger Elefantenkurator im Kölner Zoo, zu dem Schluss, dass den Elefanten physische und psychologische Schäden zugefügt wurden und „(…) eindeutige und schwerwiegende Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vorliegen“.     

Zoo Hannover: Elefanten-Experte des Kölner Zoos äußert sich zu den Vorwürfen

Im Übrigen sind die von PETA vorgelegten Aufnahmen authentisch und nicht manipuliert. Auch dies ist nunmehr anerkannt.

Wie geht es nun weiter?

PETA wird nun das Justizministerium in Niedersachsen über eine weitere Dienstaufsichtsbeschwerde einschalten und gegen solche Personen vorgehen, die wider besseren Wissens in den letzten Monaten gegen PETA wegen angeblicher Manipulationen des Bildmaterials massive Angriffe geführt haben. Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass die Misshandlung von Elefanten im Zoo Hannover und anderen deutschen Zoos aufhört.  

Was kannst du tun?

Behörden und Zoo sind sich einig, dass die Quälerei von Elefanten in Ordnung geht. Wenn du das nicht hinnehmen willst, dann meide Zoos und informiere Freunde und Bekannte über diese Ungerechtigkeit.

Über den Autor

Yvonne

Yvonne ist Fachreferentin für Tiere in Zoo und Zirkus bei PETA Deutschland. Sie ist promovierte Biologin und hat sich in ihrer Dissertation mit der Persönlichkeit von Tieren beschäftigt.

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