Unterhaltung Zirkus

Siegfried und Roy: Mit Tierquälerei zum Show-Erfolg

Dressur mit Stock und Peitsche / Foto © PETA

Vor 10 Jahren, am 3. Oktober 2003, nahm die Karriere des berühmten Show-Duos ein jähes Ende, als Roy Horn während einer Show in Las Vegas von einem seiner Tiger angefallen und schwer verletzt wurde. Die Geschichte von „Siegfried und Roy“ steht für alles, was verwerflich an der Haltung und Dressur von Raubkatzen im Showgeschäft ist:

Dressur mit Stock und Peitsche / Foto © PETA
Dressur mit Stock und Peitsche / Foto © PETA

Rücksichtslose Tierquälerei und unverantwortliche Risiken.

Für die Showbranche werden Tiger und Löwen in winzige Gehege und Transportkäfige eingesperrt, die von artgerechten Verhältnissen meilenweit entfernt sind. Die Dressur für den Bühnenauftritt ist von Gewalt und Zwang geprägt. Kein Raubkatzendompteur kommt ohne Peitsche oder Stock aus.

Leben hinter Gittern: Weißes Tigerbaby bei Circus Krone / Foto © PETA
Leben hinter Gittern: Weißes Tigerbaby bei Circus Krone / Foto © PETA

Mit Inzucht-Tigern ein Vermögen gemacht
Siegfried & Roy präsentierten in Las Vegas vor allem weiße Tiger, die sie selbst nachzüchteten oder aus dem deutschen Safaripark Stukenbrock bezogen. Allerdings sind sämtliche weiße Tiger auf der Welt das Resultat von extremen Inzuchten, da sie alle von nur einem Vatertier abstammen. Die meisten der Nachzuchten leiden daher unter genetischen Defekten wie Gaumenspalten, neurologischen Störungen und Hüftgelenkfehlstellungen. Informationstafeln im pfälzischen Zoo Landau informieren Besucher darüber, dass 30 bis 60 ingezüchtete weiße Tiger geboren werden müssen, um einen „vorzeigbaren“ weißen Tiger zu erhalten. Deshalb verurteilen der europäische und der US-amerikanische Zooverband (EAZA/AZA) die Nachzucht von weißen Tigern.

Tödliche Gefahr
Immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen: Im Zoo Münster starb dieses Jahr, im Kölner Zoo letztes Jahr jeweils ein Tierpfleger nach einer Tiger-Attacke. Auch in deutschen Zirkusbetrieben werden immer wieder Menschen verletzt. Einer Studie zufolge werden weltweit jedes Jahr 11 Menschen von Tigern, die in Gefangenschaft gehalten werden, verletzt und 4 bis 5 Menschen getötet.

Eine Auswilderung der sensiblen Tiere ist nicht möglich ist. Es gibt keinen vernünftigen Grund, diese Tiere in Gefangenschaft zu halten. Bitte gib kein Geld für eine Zoo- oder Zirkus-Eintrittskarte aus, wo diese Tiere gehalten werden.

Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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