Delfinarien Unterhaltung

SeaWorld spioniert bei Tierrechtsorganisationen: Stadt verliert Rechtstreit

Pasadena ist um 23.500 US-Dollar und einige Dokumente ärmer, nachdem PETA USA einen Rechtsstreit gegen die US-Stadt gewinnen konnte. Es ging darin um den Vorwurf einer geheimen Absprache mit SeaWorld in Bezug auf die Festnahme von Demonstranten bei einem festlichen Straßenumzug im Jahr 2014.

PETA kam die Angelegenheit verdächtig vor, da 16 Demonstranten für ihre Teilnahme an einem völlig normalen, friedlichen Akt des sozialen Protests festgenommen worden waren (sie saßen vor SeaWorlds Festwagen), ein gewisser „Herr Thomas Jones“ jedoch der einzige war, der ohne Anklage freigelassen wurde. Die Polizei von Pasadena gab an, er sei nie verhaftet worden und es gäbe keine Unterlagen über seine Verhaftung. Doch PETAs Fotos bewiesen das Gegenteil:

SeaWorld employee Paul McComb is arrested at the 2014 Rose Parade. McComb fronted as a man named Tom Jones and urged PETA staffers to do illegal acts against SeaWorld.
„Thomas Jones“ wird bei der Demo festgenommen

Die anderen 15 Demonstranten wurden festgenommen und angeklagt. Sie sagten, „Jones“ sei während der Aufnahme der Daten von ihnen getrennt worden. Es selbst gab später an, er habe solange geweint, bis die Polizei ihn gehen ließ. Doch PETAs Nachforschungen zeigten schnell, dass „Thomas Jones“ in Wahrheit Paul T. McComb war – ein Angestellter von SeaWorld. Das Unternehmen hatte anfangs zwar angegeben, nichts über die Tätigkeit von „Jones“ zu wissen, gab später jedoch zu, McComb habe für SeaWorld gearbeitet und sei noch immer dort beschäftigt. Es wird davon ausgegangen, dass „Jones“ nur einer von mindestens drei „Spionen“ ist, der auf der Gehaltsliste von SeaWorld steht.

Demo-SeaWorld-Paul-Mccomb-San-Diego-c-PETA-USA
“Thomas Jones”

McComb hatte monatelang versucht, Tierrechtsaktivisten zu illegalen Aktionen anzustacheln, z.B. SeaWorld niederzubrennen und die Becken zu leeren. Einige dieser Aussagen, die zu Gewalt und illegalen Handlungen aufrufen, finden sich noch immer auf McCombs Twitter-Feed, z.B. vom 3. Juli, 9. Juli und 23. August 2014.

Die Stadt musste PETA ein Protokoll über die Kommunikation zwischen der Polizei und einem Individuum übergeben. Dieses Individuum ist zwar nicht identifiziert, doch fest steht, dass es sich um McComb handelt. Außerdem musste die Stadt 23.500 $ an Rechtskosten an PETA zahlen, die anfielen, um die Stadt zur Einhaltung des Gesetzes über öffentlich verfügbare Behördendaten zu zwingen.

„Wie PETA vermutete, hat die Polizei von Pasadena Zeit und Steuergelder verschwendet und mit dem gescheiterten Versuch, die eigene Beteiligung an dieser Spionage durch SeaWorld zu verschleiern, das Vertrauen der Öffentlichkeit zerstört“, so PETAs Rechtsbeistand Jeffrey Kerr. „SeaWorld betreibt also Wirtschaftsspionage und weigert sich nach wie vor, die sensiblen Meeressäuger an betreute Meeresbuchten zu überstellen – das Unternehmen ist ethisch bankrott.“

 

Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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