Delfinarien Unterhaltung

SeaWorld gibt Spionage bei PETA USA zu – Aktienkurs bricht ein

Wie auch die FAZ und die New York Times heute berichten, hat SeaWorld USA mehr als einen Spion eingesetzt, um PETA USA zu infiltrieren und Straftaten zu provozieren. Zum anderen weiß das Unternehmen seine Spione offenbar mehr zu würdigen als seine Führungskräfte, die reihenweise abgesägt wurden. Denn mindestens ein Spion arbeitet noch immer für SeaWorld.

Am Dienstag gab SeaWorld-Chef Joel Manby Investoren gegenüber zu, Spione eingesetzt zu haben. Denn er wies das Management Berichten zufolge an, „die Praktik, dass sich bestimmte Mitarbeiter als Tierrechtsaktivisten ausgeben, einzustellen“.

PETA USA entlarvte die Spione von SeaWorld zum ersten Mal im Juli. Damals stellte sich heraus, dass sich ein gewisser Paul T. McComb, Angestellter der Personalabteilung bei SeaWorld San Diego, als Aktivist unter dem Namen „Thomas Jones“ ausgab.

„Thomas Jones“ alias Paul McComb
„Jones“ trat PETA USAs Aktivistennetzwerk bei. Er nutzte dafür ein Postfach in San Diego, das, wie festgestellt wurde, auf Ric Marcelino zugelassen war – den Sicherheitsdirektor von SeaWorld San Diego! „Jones“ versuchte ständig, von PETA-US-Mitarbeitern Informationen über Demos gegen SeaWorld zu bekommen. Er nahm sogar an einer Aktion gegen den Festwagen von SeaWorld bei der Rose Parade 2014 teil. Er und andere Demonstranten setzten sich vor den Festwagen und wurden daraufhin festgenommen und ins Gefängnis gebracht. Doch als die anderen Teilnehmer verwarnt und gegen Kaution freigelassen wurden, verschwand er auf einmal. Seltsamerweise hatte man „Jones“ ohne weitere Kosten freigelassen und sein Name tauchte in den Festnahmedokumenten niemals auf.

„Jones“ versuchte immer wieder, SeaWorld-Gegner zu illegalen Handlungen anzustacheln:  (Übersetzung aus seinen Twitter-Meldungen)

 #Blackfish wird #SeaWorld endlich außer Gefecht setzen. Und wenn das nicht funktioniert, brennt es der Demonstrant einfach nieder.

Unknown

Im Juli 2015 hat PETA USA außerdem verlauten lassen, dass das Unternehmen möglicherweise mehr als nur einen Angestellten als Spion eingesetzt haben könnte.

Aber nicht nur, dass SeaWorld jetzt der Blamage ausgesetzt ist, Spione eingesetzt zu haben: Die Aktie des Unternehmens ist gestern, nach Veröffentlichung des Berichts für 2015, um über 11 Prozent gefallen.

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Seit November ist bei SeaWorld jeden Monat ein Tier gestorben – und mit jedem toten Tier in einem winzigen Becken verschlechtert sich die finanzielle Situation des Unternehmens. Hätte SeaWorld Geschäftssinn oder gesunden Menschenverstand, würde es sein Geschäftsmodell auf den Kopf stellen und Auffangstationen an der Küste mit Virtual-Reality-Ausstellungen aufbauen anstatt weiterhin auf Delfingefängnisse zu setzen. Die geschmacklosen Orca-Shows und der jämmerliche Einsatz von Spionen bringen SeaWorlds Schiff langsam aber sicher zum Sinken.

Paul McComb wurde Berichten zufolge zwar in eine andere Abteilung versetzt, doch er arbeitet noch immer für SeaWorld.

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Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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