Unterhaltung Zoo

Nach 35 Jahren im Betonbunker: Wuppertaler Schimpanse durfte zum ersten Mal raus

Epulu zum ersten Mal nch 35 Jahren im Außengehege

Zum ersten Mal seit über 35 Jahren durfte der Wuppertaler Schimpanse Epulu aus seinem bunkerähnlichen Gehege raus und eine Außenanlage nutzen… zum ersten Mal natürlichen Boden unter seinen Füßen spüren. Die Bilder sagen vor allem eins: Es war ein abscheuliches Verbrechen des Zoos WupperQUAL, die Schimpansen all die Jahre in dem winzigen Innengehege einzusperren. Tausend Dank an alle, die unsere Kampagne unterstützt haben!

Das Leiden von Epulu und Kitoto

Als wir Anfang 2011 von einer Wuppertalerin auf eine desolate Schimpansenhaltung aufmerksam gemacht wurden, konnten wir unseren Augen kaum trauen. Zwei Schimpansen, Epulu und Kitoto, wurden im Wuppertaler Zoo seit vielen Jahren in einem kleinen, stinkenden Betonbunker ohne Außengehege gehalten.

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Weil die Behörden, Politiker und der Zoo jegliche Kritik abbügelten, baten wir den renommierten Primatologen Professor Dr. Volker Sommer um seine Einschätzung. Sein vernichtendes Urteil: Das Schimpansengehege ist eine Schande für Wuppertal.

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Kitoto, die zuvor im Zoo Münster gehalten wurde, begann, sich die Haare rauszurupfen. Eine typische Verhaltensstörung bei Menschenaffen in Gefangenschaft.

Nach einer langwierigen Kampagne mit vielen Demos vor dem Zoo, einer Online-Petition, unendlichem Schriftwechsel mit Behörden und Politikern und vielen weiteren Aktivitäten durften die beiden Schimpansen Epulu und Kitoto Mitte Juli 2014 endlich ein Außengehege benutzen. Die beiden Tiere untersuchten alles neugierig und waren glücklich, ein kleines Stückchen Glück erhalten zu haben.

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Die Lösung ist nicht optimal, denn sie teilen sich das Gehege im Wechsel mit den Bonobos. Dadurch verkürzt sich die Zeit, in der sie raus dürfen, um die Hälfte. Laut neuen Zoorichtlinien müssten sie eigentlich ein eigenes Außengehege und ein viel größeres Innengehege bekommen. Aber weil der Zoo WupperQUAL der Stadt gehört, werden die Behörden wohl weiterhin beide Augen zudrücken.

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Im kalten Winter müssen Epulu und Kitoto und auch die anderen Menschenaffen in Zoos leider wieder die meiste Zeit in ihren kleinen Betongehegen verbringen. Ach so, es kam zwischenzeitlich auch ans Licht, dass Epulu früher regelmäßig Psychopharmaka verabreicht wurden, damit er sein Leben im Betonbunker überhaupt erträgt. Völlig irre!

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Weil es fraglich ist, wie der etwa 45 Jahre alte Epulu eine Umsiedlung in einen anderen Zoo vertragen würde und weil der Zoo zugesichert hat, die Schimpansenhaltung nach seinem Ableben aufzugeben, beenden wir unsere Kampagne mit diesem Teilerfolg.

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Über 22.000 Menschen haben mit unserer Online-Petition ihre Stimme für Epulu und Kitoto erhoben. In einem persönlichen Brief bat im Frühjahr 2014 auch der gebürtige Wuppertaler und Schauspieler Christoph Maria Herbst den NRW-Umweltminister Johannes Remmel und den Wuppertaler Oberbürgermeister, den beiden Schimpansen zu einem besseren Leben zu verhelfen.

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Die Haltung von Menschenaffen in Zoos ist völlig nutzlos und leidvoll

Die sensiblen Tiere können nicht wieder ausgewildert werden. Wissenschaftlichen Studien zufolge leiden Menschenaffen in Zoos grundsätzlich unter schweren Verhaltensstörungen – auch in vergleichsweise großen Zoogehegen, die für Menschen akzeptabel aussehen. Denn in der Natur leben Menschenaffen in Wäldern, die viele dutzend Quadratkilometer groß sind. Bitte besucht keinen Zoo, damit die Tierquälerei ein Ende findet.

Über den Autor

Peter

Kampagnenleiter für "Tiere in der Unterhaltungsbranche" bei PETA Deutschland. Für seine Diplomarbeit bereiste er auf den Spuren von Elefanten, Tigern und Affen zahlreiche Schutzgebiete in Südostasien.

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