Unterhaltung

Lebende Krippe: Tierleid auf dem Weihnachtsmarkt

Auf vielen Weihnachtsmärkten gibt es sogenannte lebende Krippen. Für die Tiere eine Quälerei: Schafe und Esel – teilweise auch Lamas, Kamele, Kühe oder Ziegen – müssen über mehrere Wochen in zu kleinen Verschlägen ausharren; sie sind täglich der stressigen Atmosphäre des Marktes ausgesetzt – und das ganz ohne Schutz.

Keine Tierquälerei für „das Fest der Liebe“

Wir haben deshalb im letzten Monat über 20 Veranstalter von Weihnachtsmärkten angeschrieben und sie gebeten, von ihren Plänen für lebende Krippen abzusehen. Doch jetzt brauchen wir auch eure Unterstützung:
Sollten in eurer Stadt lebende Tiere auf dem Weihnachtsmarkt ausgestellt sein, schreibt bitte an den Bürgermeister und den Veranstalter sowie das Ordnungsamt und das Veterinäramt und fordert sie auf, künftig keine Tiere zuzulassen. Euer Protest auf lokaler Ebene ist sehr wichtig.

Was ist überhaupt zulässig?

Die Ausstellung von Tieren bedarf einer Genehmigung nach § 11 Tierschutzgesetz, die der Veranstalter in der Regel dem zuständigen Ordnungsamt vorlegen muss.

Doch wenn die lebende Krippe als Tierschau deklartiert ist,dann müssten hier die Leitlinien zur Ausrichtung von Tierbörsen unter Tierschutzgesichtspunkten des BMELs gelten. Denn diese Veranstaltungen bedeuten für die Tiere eine erhebliche Belastung. Grundsätzlich sollten Veranstaltungen, bei denen Säugetiere ausgestellt werden, nur einen Tag dauern; nur bei „Vorliegen günstiger Haltungsbedingungen kann von der zuständigen Behörde [..] die Erlaubnis für eine mehrtägige Veranstaltung erteilt werden.“ Dann ist aber der Besucherverkehr auf maximal 8 Stunden zu beschränken. Darüber hinaus hat für die Dauer der Veranstaltung ein in der Betreuung des angebotenen Artenspektrums erfahrener Tierarzt in Rufbereitschaft zu sein. Zudem müssen Aufsichtspersonen, die als solche erkennbar sein sollen, immer die Sicherheit der Tiere garantieren: doch immer wieder werden Tiere von Besuchern der Weihnachtsmärkte gequält. Doch selbst wenn Tiere nachts nicht auf dem Weihnachtsmarkt verbleiben, sondern zu ihrem Schutz täglich nach Hause transportiert werden, kann auch der permanente Transport erheblichen Stress darstellen.

Und wenn nun aber die „lebende Krippe“ nicht als Ausstellung sondern als Haltungsform verstanden wird? Dann müssen die Mindestanforderungen der Nutztierverordnung, des Säugetiergutachten oder gegebenenfalls der Merkblätter des TVT zu Rate gezogen werden: Schließlich schreibt das Tierschutzgesetz vor, dass Tiere ihren Bedürfnissen entsprechend angemessen ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht werden müssen. Selbstverständlich dürfen Esel, Ziegen, Schafe, Lamas oder Kamele ebenso wie alle anderen soziallebenden Tiere nie einzeln gehalten werden, sondern müssen immer mit mindestens einem artgleichen Partner zusammen sein. Auch die Mindestvorgaben zum Platzbedarf müssen beachtet werden – die die Veranstalter von Weihnachtsmärkten in jedem Fall vor eine verhältnismäßig große Herausforderung stellen werden:

So sollen für zwei Esel mindestens 10m2 Stallfläche und 150 m2 Weidefläche zur Verfügung stehen, für zwei Schafe sollten mindestens 4 m² Stallfläche und 12 m² Laufbereich im Freien vorhanden sein und ein Gehege für eine Gruppe von drei Lamas, Lamelen oder Rentieren darf gar 300 m2 nicht unterschreiten!

Über den Autor

PETA Team

VeganBlog.de ist das Blog zum Thema Tierrechte und veganem Lifestyle von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.

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